Der EHC Olten kommt im Playoff-Halbfinal um einen weiteren Auswärtsgang nicht herum. Nach sechs Triumphen in Folge und drei Siegen im Wallis in der Verlängerung brachte die Oltner ein einziges Tor in den Playoffs erstmals aus dem Tritt. Nun müssen sie am Sonntag im Kleinholz den Heimvorteil verteidigen.

Dass die Oltner im Unterschied zum ersten Halbfinal diesmal einen 0:1-Rückstand nicht mehr zu ihren Gunsten kehren konnten, lag nicht an einem grundsätzlich anderen Spielverlauf. «Auch diesmal war es knapp und eigentlich ein gutes Spiel», hielt Patrick Parati fest. «Wir haben vielleicht zu kompliziert und zuwenig direkt aufs Tor gespielt», sagte Oltens Captain. Die Gäste mussten am Ende zur Kenntnis nehmen, dass ihr weiterhin gepflegteres Kombinationsspiel nicht zwangsläufig zum Erfolg führt, wenn es nicht mit Effizienz kombiniert ist.

Ein Fünfer ohne Profit

Während Martigny Verteidiger Sirokovs anstelle von Stürmer Starkov auflaufen liess, nahm Olten seine Ausländer auseinander. «Diese Umdispositionierungen waren nicht matchentscheidend», urteilte Parati. Jedenfalls legte der EHCO einen kontrollierten Start hin und konnte so die ersten zehn Minuten gegen die körperlich diesmal um einiges aggressiver auftretenden Martinacher dominieren. Die goldene Chance zur frühen Führung liessen die Gäste allerdings ungenutzt verstreichen.

Als Vladislav Zorin in der 4. Minute Cyrill Aeschlimann bei dessen ersten Einsatz mit einem knallharten Bandencheck für den Rest des Abends bodigte, stand das Oltner Powerplay während der Fünfminutenstrafe souverän. Nur nach 2:15 und dann wieder nach 4:20 Minuten gelangen dem Team von Albert Malgin Befreiungsschläge, dennoch mussten sich die Oltner mit wenigen gefährlichen Abschlüssen begnügen. Philipp Wüst (zweimal), der diesmal in der dritten Linie agierende Shayne Wiebe und Fabian Ganz verpassten es, das Score zu eröffnen.

Auf Augenhöhe

Im zweiten Teil des ersten Abschnitts fanden die Gastgeber über ihre bissigen Interventionen, welche die Oltner zu ersten Fehlpässen verleiteten, erst richtig ins Spiel. Martignys Kanadier Alex Nikiforuk kam in der elften Minute zur ersten echten Torchance der Walliser, die Michael Tobler ausserdem noch in der 18. Minute auf die Probe stellten.

Die beiden Mannschaften bekämpften sich nun auf Augenhöhe, und als Tim Weber in der 23. Minute des Feldes verwiesen wurde, kamen die Platzherren ihrem vierten Halbfinal-Tor einige Schritte näher. Doch ausser einem Versuch von Sebastien Hostettler hatten die Rotweissen noch wenig zu bieten.

Für Ineffizienz bestraft

Noch immer verzeichneten die Auswärtigen die leicht stärkeren Momente im Slot. Wiebe, Marco Truttmann und Cédric Schneuwly sahen ihre Möglichkeiten jedoch vor der Spielhälfte ebenso vereitelt, wie Dimitri Malgin und Fabian Brem auf der anderen Seite.

Nachdem sich die Kontrahenten bei ihren zweiten Überzahl-Gelegenheiten durch deren zeitliche Überschneidung noch praktisch neutralisiert hatten, hatte Olten in der 36. Minute beim dritten Powerplay die Führung nochmals aufgelegt. Doch Wiebe zog die Scheibe allein vor Reto Lory hoch am Walliser Kasten vorbei.

Das sollte sich für die Oltner kurz darauf rächen. Jérémy Gailland, der schon in der 35. Minute mit einem Solo einen Warnschuss abgegeben hatte, machte 136 Sekunden vor der zweiten Sirene keine halben Sachen mehr. Der Flügelstürmer realisierte bei seinem Playoff-Debüt nach einem klassischen Konter, der die Oltner bei einem Wechsel auf dem falschen Fuss erwischte, das 1:0.

Sogar Ganz traf nicht

Diesem Rückstand sollten die Mannschaft von Heikki Leime im Schlussdrittel vergeblich hinterher rennen. Während die Gastgeber noch fünf gute Chancen totalisierten, vergaben die Oltner im Durchschnitt im Zwei-Minuten-Takt Ausgleichsmöglichkeiten. Wiebe entpuppte sich bis am Ende als häufigster Torversager. Symptomatisch für die Oltner Erfolgslosigkeit war die 60. Minute, als die Gäste in doppelter Überzahl das einheimische Tor belagerten und selbst Fabian Ganz, der in den Playoffs bisher fünfmal getroffen hatte, mit zwei Knallern Lorys Shutout nicht mehr verhindern konnte.

Martigny – Olten 1:0 (0:0, 1:0, 0:0)

Patinoire du Forum. – 2752 Zuschauer. – SR: Clément/Dipietro, Gnemmi/Micheli. – Tore: 38. Gailland 1:0. – Strafen: 5-mal 2 plus 1-mal 5 (Zorin) plus 1-mal 10 Minuten Disziplinarstrafe (Luca Zanatta) und Spieldauer-Disziplinarstrafe (Zorin) gegen Martigny, 2-mal 2 Minuten gegen Olten.

Martigny: Lory; Borlat, Maret; Michael Zanatta, Luca Zanatta; Hostettler, Marti; Franzén, Sirokovs; Nikiforuk, Schirjajew, Knoepfli; Gailland, Montandon, Lakhmatov; Malgin, Brem, Dähler; Traber, Faic, Zorin.

Olten: Tobler; Meister, Pargätzi; Parati, Ganz; El Assaoui, Bagnoud; Aeschlimann, Schnyder; Truttmann, Feser, Wüst; Hirt, Schneuwly, Schwarzenbach; Brunner, Weber, Wiebe; Scherwey, Studer, Ulmer.

Bemerkungen: Martigny ohne Starkov und Wyssen (beide überzählig). Olten ohne Marolf, Ruhnke, Schild, Wüthrich (alle verletzt), Burki (krank), Lüthi (überzählig) und Grossniklaus (Elite). 4. Aeschlimann nach Bandencheck verletzt ausgeschieden. Olten von 59:17 bis 60:00 ohne Torhüter. 59:24 Timeout Olten. Lory und Schwarzenbach als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

Lesen Sie die Partie im Liveticker nach:

Scribblelive: Eishockey, Playoff-Halbfinal NLB, Olten - Martigny, Spiel 3