Eishockey

Olten verliert erstes Spiel der Playoff-Halbfinals

Der SC Langenthal gewinnt das erste Spiel des Playoff-Derbys gegen EHCO verliert zum Halbfinal-Auftakt erstmals in dieser Saison auf der Langenthaler Schoren.

Dank eines überragenden Mitteldrittels entschied der SC Langenthal den ersten Playoff-Halbfinal nicht unverdient mit 2:1 zu seinen Gunsten. Allerdings waren es am Anfang die Oltner, die für Gesprächsstoff sorgten.

Für die erste Oltner Überraschung sorgte noch vor dem Spiel just ein Langenthaler. Als Sportchef Reto Kläy den Medienvertretern die Mannschaftsaufstellungen aushändigte, fehlte beim EHCO nämlich Topskorer Marco Truttmann. «Krank» war die offizielle Version. Überraschung Nummer 2 folgte allerdings schnell, denn kurz nach Spielbeginn wurde Truttmann in zivil, aber ohne Goldhelm, im Stadion gesichtet. Fragen nach dem wahren Grund seiner Absenz quittierte der 27-jährige Stürmer nur mit einem Lächeln. Wenig später machte auch die Meldung einer (Hand-)Verletzung die Runde.

EHCO-Power mit vier Linien

Überraschung Nummer 3: Nicht nur Martin Wüthrich feierte dank Truttmanns Fehlen ein Vollzeit-Comeback, sondern EHCO-Coach Scott Beattie liess mit Vogt/Annen/Marcon erstmals in den laufenden Playoffs von Anbeginn eine vierte Linie stürmen. Und so kamen die Oltner - Überraschung Nummer 4 - von Beginn weg wie die Feuerwehr. Zwar wurden sie nach nur 19 Sekunden veritabel geschockt, als Tschannen den Pfostentraf. Doch von wegen Müdigkeit: Nur 19 Stunden nach dem entscheidenden Tor in Game 7 gegen La Chaux-de-Fonds waren es erstaunlicherweise die Oltner, die deutlich frischer wirkten - und auch die besseren Chancen hatten. So schoss Pascal Annen zweimal (4. und 16. Minute) nur knapp daneben, und Diego Schwarzenbach sah in der 7. Minute einen gefährlichen Schuss vom überragenden Marc Eichmann gehalten.

Der Führungstreffer der Oltner in der 13. Minute war deshalb mehr als logisch. Philipp Wüsts ersten Schuss konnte Eichmann noch abwehren, doch gegen den Backhand-Nachschuss war der Langenthaler Goalie machtlos.

Dritte SCL-Linie als Matchwinner

Allerdings schien Oltens Führungstreffer die Platzherren wachzurütteln. Und mit dem zweiten Stangentreffer - Marc Kämpf traf in der 18. Minute die Latte - deutete der amtierende NLB-Meister die Wende an. Prompt ging das Mitteldrittel dann klar an die Langenthaler. Neben den beiden schön herausgespielten Toren von Marc Kämpf in der 30. und Daniel Carbis in der 35. Minute - beide spielen zusammen mit Yannick Bodemann in der dritten SCL-Linie - hatten sie eine Menge weiterer Chancen.

So scheiterte Lukas Grauwiler in der 27. Minute während eines Powerplays alleine vor Michael Tobler. Fünf Minuten später schoss Jeff Campbell einen Schuss nur haarscharf am Tor vorbei. Und nur wenige Sekunden nach dem 2:1 tauchte Dominik Hobi ebenfalls alleine vor dem EHCO-Goalie auf, sah seinen Schuss aber gehalten.

Die Oltner machten sich das Leben mit Strafen zusätzlich schwer und kamen nur noch sporadisch zu Gegenstössen. Einen davon hätte Ronny Keller in der 34. Minute beinahe zur erneuten Führung ausgenützt, doch blieb Eichmann einmal mehr Sieger - praktisch im Gegenzug schoss Carbis das 2:1.

Fünf Bullies in 68 Sekunden

Zwar war das Schlussdrittel deutlich ausgeglichener. Aber es waren wiederum die Langenthaler, welche die klareren Chancen hatten. So fuhr Kelly nach einem Campbell-Pass in der 55. Minute mutterseelenalleine Richtung Oltner Tor, scheiterte aber ebenso an Tobler wie Tschannen mit seinem Nachschuss. Der gleiche Tschannen fand auch in der 59. Minute in Tobler seinen Meister.

Dafür stand sein Gegenüber Eichmann in der hektischen Schlussphase im Brennpunkt. Nicht weniger als fünf (!) Bullies gab es in den letzten 68 Spielsekunden vor dem Langenthaler Tor - das erste nach einem raffiniert-unabsichtlichen und deshalb auch ungeahndeten Torverschieben des SCL-Keepers, das letzte sieben Sekunden vor Matchende. Doch obwohl die Oltner während der gesamten Restzeit sechs Feldspieler auf dem Eis hatten, wiederholte sich das Wunder vom Freitag nicht. Und so ging der EHCO nach drei Siegen erstmals in dieser Saison auf der Schoren als Verlierer vom Eis.

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