Eishockey NLB
Olten unterliegt auswärts bei Leader Langnau deutlich

Der EHC Olten verliert nach einem zu wenig konsequenten Auftritt gegen stark ersatzgeschwächte Langnauer mit 1:4 «Drei Punkte gegen drei Linien» – so und nicht anders musste die Devise vor dem Spiel gegen die Tigers lauten. Gekommen ist es anders.

Michael Forster
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Der EHC Olten kam gegen Langnau nie in Fahrt.

Der EHC Olten kam gegen Langnau nie in Fahrt.

HR.Aeschbacher/Archiv

«Natürlich wollten wir unbedingt drei Punkte holen», meinte ein enttäuschter Thomas Studer nach der Partie. «Wir konnten auf das frühe Gegentor reagieren, sind gelaufen, brachten die Schüsse aufs Tor» – allein, gereicht habe es nicht. Dabei wäre definitiv angerichtet gewesen am gestrigen Abend, dem Leader zu Hause ein Bein zu stellen.

Nebst mittlerweile fünf kranken Akteuren fehlten bei den Tigers ebenso viele Spieler verletzungsbedingt. Und wäre das des Ungemachs für Trainer Bengt-Ake Gustafsson nicht schon genug gewesen, musste dieser auch noch auf seinen unbestrittenen Topscorer verzichten: Aufgrund der eklatanten Verteidiger-Not liess er nämlich DiDomenico draussen und investierte dafür seine beiden Ausländer-Lizenzen in Hecquefeuille und den 2-Meter-Mann Lakos – zwei Verteidiger also.

Doch es war ausgerechnet Hecquefeuille, der die Oltner in der 15. Minute ins Spiel brachte. Während der Kanadier ansonsten eher vor dem gegnerischen Tor für Gefahr sorgt, leitete er den Ausgleich der Gäste mit einem haarsträubenden Querpass auf Adrian Brunner ein. Dieser scheiterte zwar noch alleine vor Damiano Ciaccio, doch der nacheilende Burki hatte nach dem Abpraller das leere Tor vor sich und damit leichtes Spiel.

Langnau erhöht nach der Pause

Dass die Gäste zu diesem Zeitpunkt nicht zumindest mit einer Länge voraus lagen, das hatten sie sich selber zuzuschreiben. Bereits nach 13 Sekunden vergab zuerst Wüst aus allerbester Position, nach 31 Sekunden Linienkollege Feser ebenfalls mittels Direktschuss. Es war ein Auftakt, wie man ihn sich aufseiten der Gäste vorgestellt hatte, allein, es fehlten die Tore.

Ein Mangel, welcher sich wie ein roter Faden durch die gesamten 60 Minuten ziehen sollte. Denn der Möglichkeiten wären für die Oltner genug dagewesen. Eine Minute nur nach dem furiosen Auftakt zum Beispiel, als Brunner die nächste Chance ausliess, um nur Sekunden später mit ansehen zu müssen, wie die Gastgeber ihren allerersten Torschuss sogleich bejubeln konnten. Ronchetti traf, an Freund und Feind vorbei, nach zwei Minuten zum 1:0.

Nachdem die Langnauer vier Sekunden vor Drittelsende in doppelter Überzahl das 2:1 erzielt hatten, war von den Gästen in Abschnitt zwei eine Reaktion gefordert. Doch die blieb weitgehend aus. Es war vielmehr Claudio Moggi, welcher auf 3:1 erhöhte. Umso ärgerlicher war es deshalb für die Gäste, dass sie ihre Chancen im Gegenzug vermasselten.

Zu wenig aus den Chancen gemacht

Remo Meister zum Beispiel, der einen Querpass von Topscorer Truttmann in einem schnellen Unterzahl-Gegenstoss doch tatsächlich am leeren Tor vorbei schob. Oder Philipp Wüst zu Spielmitte, welcher von einem Bonnet-Patzer nicht profitieren konnte.

Der Oltner Flügel war so etwas wie das Sinnbild bei den Gästen. Der Einsatz stimmte, der Ertrag hingegen nicht. Er war es schliesslich auch, welcher in der letzten Minute die finale Möglichkeit zum Anschlusstreffer ausliess – und damit quasi Müller mit seinem Treffer ins von Tobler bereits verlassene EHCO-Gehäuse die Siegsicherung ermöglichte.

Die Tigers machten in den letzten Minuten noch genau das, was sie mussten. Hinten einigermassen gut stehen, und mit stets gefährlichen Entlastungsangriffen Nadelstiche zu setzen. Das reichte gegen einen viel zu wenig effizienten und zunehmend müden EHCO, die drei Punkte in der Ilfis zu behalten.

«Batterien waren leer»

«Man spürte, dass die Batterien leer waren», nahm Trainer Heikki Leime seine Spieler nach dem Spiel ein wenig in Schutz, «und zwar mental als auch körperlich.» Entsprechend hätten seine Akteure zu lange gebraucht, die richtige Entscheidung zu treffen. Genau dies wurde gestern Mal für Mal belegt, vor allem nach dem ganz ansprechenden ersten Drittel.

Je länger die Partie dauerte, desto mehr fehlte die letzte Überzeugung, das Spiel noch drehen zu können. Dennoch sieht Leime die Mannschaft auf dem richtigen Weg. «Die Umstellung auf das neue System braucht Zeit, aber wir machen kleine Schritte in die richtige Richtung. Die defensive Disziplin ist besser, das Forechecking betreiben wir effizienter. Wir sind aber ganz klar noch weit davon entfernt, perfekt zu sein.»