2. Liga interregional
Olten trotz Punktgewinn weiter in der Krise

Grenchen kommt gegen den FCO im Duell der beiden grössten Solothurner Städte zu seinem ersten Punktgewinn der Saison. Olten holt zwar nach einer Negativserie beim 1:1 wieder einmal einen Punkt, den Ansprüchen genügt diese Ausbeute aber nicht.

Pascal Mäder
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Symbolbild.

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«Dringendst» einen Sieg brauche es zu Hause gegen das abgeschlagene Schlusslicht aus Grenchen, meinte Oltens Neo-Präsident Claudio Richard vor dem Kantonsderby. Bevor es allerdings zur Sache ging, verabschiedete man beim FCO den Vorgänger Richards, Bruno Misteli, welcher für seine aufopfernde und langjährige Arbeit im Verein durch die Lautsprecher grossen Dank ausgesprochen wurde.

Warum Olten gegen Grenchen unbedingt drei Punkte holen musste, lag bereits vor dem Spiel auf der Hand. Einem erfolgreichen Saisonauftakt folgten zuletzt vier Niederlagen in Folge, da käme ein bisher punkteloses Grenchen eigentlich gerade recht, um einen Umschwung einzuleiten.

Grenchen schoss sich in Front

Zu Beginn sah dann auch alles nach einem einfachen Nachmittag für die gebeutelte Heimmannschaft aus. Die Startminuten wurden nach Belieben dominiert und Olten erzeichnete nach zwei Minuten bereits ebenso viele Chancen.

In der zwölften Spielminute dann sprang FCG-Verteidiger Haljimi bei einer unbedrängten Ballannahme das Spielgerät an die Hand. Elfmeter lautete das diskussionslose Verdikt so früh in dieser Partie. Grenchens Torwart Andric konnte den von Jakupovic nicht genügend platzierten Strafstoss allerdings parieren. Zwei Minuten später konnte Grenchen sogar auf 1:0 erhöhen, weil nach einem Freistoss und ungenügender Oltner Abwehrarbeit der Ball zu Caroli kam und dieser eiskalt einschoss.

Olten legte nach

Diese beiden Szenen gaben Grenchen zwar keinen Aufschwung, jedoch machte es sich auf der anderen Seite negativ bemerkbar, folgten doch nun beidseitig viele mit Fehler gespickte Aktionen. «Wir waren zu ungeduldig, zu hektisch», analysierte Oltens Trainer Schifferle diese Situation. Während Husi in dieser Phase drei Abschlussversuche seiner Gegner parierte, brachten seine Vorderleute praktisch mit dem Pausenpfiff doch noch Zählbares hervor: Gerardi bekam den Ball und hielt aus geschätzten 25 Metern einfach mal drauf, womit er die Kugel zum 1:1-Ausgleich ins linke obere Eck wuchtete.

Die zweite Hälfte begann als Ebenbild der ersten, nämlich mit einer Oltner Druckphase, die nur gerade bis zu einem Schock-Moment der Grenchner anhielt. Grenchen konnte sich aus dem offensiven Pressing lösen und Caroli steil lancieren, welcher zwar den Torwart umkurven konnte, den Abschluss aber von einem Gegenspieler pariert sah. Grenchen zeigte sich in der Folge mit dem Unentschieden zufrieden und Olten seinerseits begab sich mehr auf Strafpunktesammlung als auf Tore- und Punktejagd.

Ein enttäuschter Trainer

Der nächste grosse Aufreger stammte bereits aus der 78. Minute. Nachdem Jakupovic und Schifferle zwei gute Angriffe nicht im Tor unterbringen konnten, folgte in besagter Spielminute die grösste Chance des Spiels. Simic auf die linke Seite zu Schifferle, welcher mit der Flanke in den Strafraum Torhüter Andric zu einer Parade auf der Linie zwang, von wo die Kugel zum mittlerweile mit halb zerrissenem Trikot spielenden Jakupovic prallte und dieser aus sehr kurzer Distanz einen Lattentreffer landete.

Zwei Minuten später hatte Joker Banovi die letzte Chance, seinem ehemaligen Teamkollegen doch noch den einen Punkt zu entreissen. Sein Schuss auf das vom Keeper verlassene Tor wurde allerdings von einem Spieler geblockt.

Der nach der Partie sichtlich enttäuschte Olten-Trainer Schifferle machte vor allem die Absenz wichtiger Stammspieler und den Willen sowie den Gehorsam der Anwesenden für die momentane Baisse verantwortlich. «Wir trainieren gut, die Spieler sind motiviert. An den Spielen macht dann aber jeder sein eigenes Ding», so Schifferle.

Telegramm

Olten – Grenchen 1:1 (1:1)

Kleinholz. – 180 Zuschauer. – SR: Davor Nevistic. – Tore: 14. Caroli 0:1. 45. Gerardi 1:1.

Olten: Husi; Gülen, Osaj, Iandiorio, Golob; Asani (73. Banovi), Gerardi; Schifferle, Simic, Canik (46. Fazari); Jakupovic.

Grenchen: Andric; Schlatter, Kostic, Schmid, Haljimi, Menzi; Lekeufack, Fluri; Csima (90. Fazliu), Laus (87. Idrizi); Caroli (64. Sperisen).

Bemerkungen: Verwarnungen: 52. Golob, 53. Simic, 54. Menzi, 59. Csima, 66. Osaj (alle Foul), 82. Fazari (Reklamieren), 90. Schifferle (Foul). Andric hält Strafstoss von Jakupovic (12.).

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