Mit der Verpflichtung von Lukas Strebel gelang dem Erstligisten HV Olten im Mai ein Transfercoup. Der 25-jährige Kreisläufer spielte zuletzt für Suhr Aarau in der NLA. «Wir zahlen keine Löhne, wollen aber dennoch aufrüsten. Der Kader soll vor allem verbreitert werden», sagte Trainer Hanspeter Arnold vor vier Monaten. Talente mit Nationalliga-Erfahrung standen auf der Wunschliste. Mit Julius Voelkin (Jahrgang 99), Manuel Zehnder (99), Dylan Brandt (00) und Daniel Parkhomenko (01) kann der HV Olten neu gleich auf vier Junioren-Nationalspieler zählen.

Die gehören eigentlich zum NLA-Kader von Oltens Partnerverein HSC Suhr Aarau, wollen aber in der Dreitannenstadt Spielpraxis sammeln. «Teilweise spielen sie zusätzlich noch bei den Junioren. So kommt zum Beispiel Manuel Zehnder auf etwa zehn Trainingseinheiten pro Woche. Er ist eigentlich fast ein Profi», sagt Trainer Arnold. Er freut sich über die Verstärkungen, muss auf der anderen Seite aber zwei längere Ausfälle verkraften. Patrik Born und Pascal Schenker zogen sich im Verlaufe der letzten Saison einen Kreuzbandriss zu und befinden sich erst im Aufbau.

Lukas Strebel (in rot) kommt von Suhr Aarau und verstärkt den HV Olten.

  

«Ich bin sehr zufrieden mit dem Kader», sagt Arnold. «Wir haben eine extrem junge Mannschaft. Viele Leistungsträger sind erst 18 oder 19 Jahre alt. Mit 25 ist man bei uns bereits ein Routinier.» Arnold lacht. Was an Erfahrung abgeht, soll seine Mannschaft mit Talent wettmachen. «Ich hoffe, dass wir trotz fehlender Erfahrung gewappnet sind. Unser Vorteil ist, dass sich die Spieler schon lange kennen, auch die neuen. Der Teamgeist und der Zusammenhalt werden sicher unsere Stärken sein. Ein wichtiger Punkt ist aber auch, dass wir vor Verletzungen verschont bleiben.»

Abwehr-Bollwerk

In der vergangenen Saison beendeten die Oltner die Qualifikation auf dem dritten Platz. Die Bilanz: sechs Siege, drei Unentschieden und fünf Niederlagen. Dabei kassierten sie in ihrer Gruppe mit Abstand am wenigsten Tore. Die Defensive soll denn auch in der morgen Samstag beginnenden Spielzeit der Schlüssel zum Erfolg sein: Hanspeter Arnold hofft, dass seine Mannschaft «hinten noch stärker ist». Mit Zuzug Lukas Strebel gibt es in der Abwehr einen neuen Turm in der Brandung, so Arnold. «Wir werden eine Schippe drauflegen. Das Ziel muss auch sein, dass wir konstanter auftreten als im Vorjahr.»

An einem guten Tag konnte sein HV Olten jeden Gegner schlagen und sogar NLB-Teams im Cup in Bedrängnis bringen. «Dann unterlagen wir aber auch Mannschaften, gegen die du nicht verlieren darfst.» Heuer soll auch die Offensive deutlich mehr Durchschlagskraft aufweisen, hofft Arnold. «Wir sind grösstenteils keine Hünen, aber jung, schnell und sehr durchtrainiert.»

Beim HV Olten träumt man allmählich von der Rückkehr in die NLB. Doch so weit vorausblicken will Arnold natürlich nicht. Der erste Schritt ist das Erreichen der Finalrunde. Dafür müssen die Oltner in ihrer Gruppe mindestens den vierten Schlussrang erreichen. Es warten im Vergleich zu den letzten Jahren einige neue Gegner. Die Gruppeneinteilung hat laut Arnold zu Diskussionen geführt. In einer anderen Gruppe sind nämlich gleich vier Aufsteiger aus der 2. Liga eingeteilt.

«Wir dagegen sind sicher in einer starken Gruppe. Aber mit unseren Ansprüchen müssen wir uns dort durchsetzen.» Zuerst nennt er Einsiedeln. Die Schwyzer bezeichnet er als Wundertüte. Der Klub zaubere jedes Jahr neue Ausländer aus dem Nichts hervor. «Mit Wohlen und Muri warten ausserdem zwei etablierte Klubs. Muotathal kennen wir schon lange, sie spielen eigentlich auch immer vorne mit», zählt Arnold weitere Konkurrenten der ausgeglichenen Gruppe auf.

Auftakt in Wohlen

In der Finalrunde konnte der HV Olten 2017/18 nur noch einen Gegner hinter sich lassen. Vier Siege, ein Unentschieden und neun Niederlagen bedeuteten Platz sieben. «Es wäre schön, dieses Jahr etwas länger vorne dabei sein zu können», so Arnold, «aber wie ich schon gesagt habe, vor Weihnachten sollten wir darüber nicht reden. Zuerst müssen wir uns für die Finalrunde qualifizieren. Dann können wir über die zweite Saisonhälfte reden.»

Zum Start trifft der HV Olten morgen Samstag um 17.45 Uhr auswärts auf Wohlen. Das erste Heimspiel der neuen Meisterschaft tragen die Oltner am kommenden Sonntag aus. Die SG Pilatus ist zu Gast im Kleinholz. Den Samstag drauf empfängt das Team von Hanspeter Arnold und Assistent Christian Roth den langjährigen Rivalen Muotathal in der Giroud-Olma-Halle.