Die lange Zeit harmlosen Gäste drehten im dritten Drittel auf und glichen zum 3:3 aus. So brauchten die Oltner in der 55. Minute einen Shorthander, damit die Partie für sie wieder in die richtigen Bahnen kam. Das zweite Tor Fesers und die Dreingabe Truttmanns zum 5:3 in den von Keeper Favre verlassenen Kasten versüssten ein Ergebnis, das eigentlich viel höher zugunsten des Heimteams hätte ausfallen sollen.

Wie konnte es so weit kommen, dass die Oltner das Schicksal geradezu herausforderten? Sandro Tschuor sprach nach dem Vorspiel zum Spitzenkampf gegen Langenthal am Samstag von fehlender Konsequenz. «Wir sind liederlich und fahrlässig ins letzte Drittel gegangen, als wäre alles schon vorbei», sagte der EHCO-Captain, dem Erinnerungen ans Heimspiel gegen La-Chaux-de-Fonds in der letzten Saison heraufdämmerten, als die Oltner fast einen 7:1-Vorsprung vergeigten und nur noch 7:6 siegten. Dabei hatte Tschuor alles getan, um ein solches Revival zu verhindern.

Vom 3:0 zum 3:3

«Jetzt müssen wir den Sack zumachen», versprach er dem Publikum schon in der ersten Drittelspause und liess den Worten (weitere) Taten folgen. Seine nominell vierte Linie, die durch Paul Di Pietro schon nach 123 Sekunden für die Eröffnung des Skores gesorgt hatte, mischte auch bei den vorentscheidenden Treffern im zweiten Abschnitt kräftig mit. In der 24. Minute war Di Pietro, der mittlerweile schon ein paar Gelegenheiten verpasst hatte, Ausgangspunkt des längst fälligen 2:0. Der 43-jährige legte den beiden Kanadiern Wiebe und Feser die Scheibe zum ersten Powerplaytor vor. In der 28. Minute doppelte der Captain nach: Tschuor schloss auf Pass von Lüthi einen wunderschönen Spielzug mit seinem ersten Saisontor zum 3:0 ab.

Als Lüthi in der 43. Minute als dritter Oltner wegen Spielverzögerung auf die Strafbank wanderte, bahnte sich vorerst unscheinbar eine Wende an. Mit Neininger verkürzte der auffälligste Neuenburger auf 3:1. Die Gäste witterten Morgenluft und wurden aufsässiger, derweil die Oltner nicht rechtzeitig wieder zulegen konnten. So brauchte es nur eine defensive Verwirrung in der 47. Minute, damit La Chaux-de-Fonds durch Montandon gar auf 2:3 herankam. Die Gäste hatten ihre zuvor gezeigte Harmlosigkeit längst abgelegt und nützen die aufgelegte Chance zum Ausgleich, als Hirt für einen Stockschlag büssen musste. Topskorer Mondou stocherte in der 53. Minute den Puck an allen verdutzten Oltnern vorbei ins Gehäuse. Dass keine zwei Minuten später ausgerechnet auf einen Shorthander der Trend wieder kehrte, konnten die Gäste dann allerdings schlecht wegstecken.