Die Oltner Powermäuse konnten in der NLB-Meisterschaft gegen den HC Martigny ihre spielerische Überlegenheit nicht ausnützen. Sie gingen nach der 2:5-Niederlage wiederum leer aus.

Auswärts hat der EHC Olten In dieser Saison bislang in die Röhre geschaut. In Langenthal setzte es eine Niederlage nach Penaltyschiessen und in Küsnacht eine 2:4-Schlappe ab. In Martigny wollte das Team von Scott Beattie die Auswärtsbilanz nun aufmotzen. Das liessen zumindest die Startsekunden der gestrigen Partie vermuten. Denn nach nur 13 Sekunden lancierte Oltens Topscorer Marco Truttmann bereits einen ersten Konterangriff und wollte seinen freien Sturmpartner Shayne Wiebe anspielen. Der Pass fiel jedoch zu steil aus.

In der Folge waren es die Walliser, die extrem konterstark auftraten. Nach drei Minuten und 23 Sekunden kamen sie so schliesslich auch zu ihrem ersten Torerfolg: Oltens erste Linie verlor die Scheibe in der gegnerischen Zone und schon lief der Martigny-Konter. Florian Dähler wusste diesen zur 1:0-Führung für die Gastgeber zu verwerten. In der 9. Minute musste Michael Tobler bereits ein zweites Mal hinter sich greifen. Rimanns Abschlussversuch fand auf kuriose Weise den Weg an Michael Toblers Schoner vorbei ins Tor (2:0). So stand der EHCO nach dem ersten Drittel bei seinem Unterfangen «Auswärtssieg» bereits mit dem Rücken zur Wand.

Beinahe wäre es dem EHC Olten zu Beginn des Mitteldrittels gelungen, den Fehlstart mit einem Powerplaytor zu korrigieren. Truttmann brachte die Scheibe zwar nicht an Reto Lory vorbei, aber holte eine weitere Zweiminutenstrafe heraus. Den besten Abschlussversuch hatte in Überzahl Fabian Ganz, er knallte die Scheibe aber übers Tor. Olten intensivierte nun sein Forechecking und störte die Walliser früh in ihrem Spielaufbau. Damit setzten die eigentlich spielstärkeren Oltner Red Ice mehrfach unter Druck und eroberten sich auch einige Male den Puck. Der angestrebte Torerfolg blieb aber weiterhin aus.

Noch einmal kurz Hoffnung

Und dann kam Wüst: Ein horribler Fehlpass eines Martigny-Verteidigers landete auf der Kelle der Oltner Nummer 32. Aber auch dieser scheiterte bei seinem Abschlussversuch an Martigny-Keeper Lory. Sofort setzten die Platzherren zum Konter an, und tatsächlich konnte Rimann alleine aufs Tor von Tobler losziehen. Aber wie Wüst ging auch er im Duell mit dem gegnerischen Goalie leer aus. So blieb es bis zum zweiten Pausenpfiff bei der 2:0-Führung für die Gastgeber Hoffnung keimte im Schlussabschnitt nochmals auf, als Olten das Zepter an sich riss und verdientermassen durch Diego Schwarzenbach den 1:2-Anschlusstreffer erzielte. Zwei Zeigerumdrehungen später stellte Grezet mit einer schönen Einzelleistung und einem Schlenzer ins Eck den Zweitorevorsprung für die Walliser wieder her. Mit einem grandiosen Shorthander von Wiebe meldete sich der EHCO in der 56. Minute nochmals zurück. Aber wieder kam die prompte Antwort von Martigny - diesmal durch Mikhailov zum 4:2. Und 19 Sekunden später verpasste Doppeltorschütze Rimann mit seinem 5:2 den Oltnern den endgültigen Todesstoss.

Tschuor vermisst Kaltblütigkeit

Captain Sandro Tschuor fordert mehr Kaltblütigkeit im Abschluss. Oltens Nummer 17 fühlte sich nach der gestrigen 2:5-Niederlage an die vorangehende 2:4-Schlappe gegen die GCK Lions erinnert. «Es war wieder genau das gleiche Szenario: Wir drücken aufs gegnerische Tor. Anstatt, dass wir jedoch in Führung gehen, kassieren wir ein dummes Gegentor.» Dass die Walliser in der gestrigen Partie gegen den EHC Olten vor allem über ihre schnellen Konterangriffe Torgefahr auszuüben versuchten, erstaunt Sandro Tschuor nicht. «Wir sind nun mal in den meisten Partien spielbestimmend. Deshalb kommt es häufig vor, dass die Gegner auf unsere Fehler warten und mit schnellen Kontern zum Erfolg kommen wollen.»

Gegentreffer jeweils auf den Fuss

Dass der EHCO durch Schwarzenbach und Wiebe jeweils zum Anschlusstreffer kam, habe dem Team nochmals Aufwind gegeben. Profit konnten die Oltner daraus aber nicht schlagen. «Nach beiden Torerfolgen haben wir innert kürzester Zeit einen Gegentreffer hinnehmen müssen. Das hat uns natürlich wieder gebremst.» Was die Powermäuse in den kommenden Partien besser machen müssen, bringt Captain Tschuor wie folgt auf den Punkt: «Wir müssen Tore schiessen.» Und er erläutert: «Wir haben gegen Martigny gefühlte 100-mal aufs Tor geschossen, haben aber nur zweimal reüssieren können. Das reicht nicht. Wir müssen vor dem gegnerischen Tor effizienter, kaltblütiger und dreckiger werden.»

Das allein reicht aber noch nicht, wie Tschuor sagt: «Die Devise heisst nun vor allem: nicht verzagen.» Denn logischerweise seien er und seine Mitspieler nach so einer Niederlage gefrustet. «Wir wollten nach dieser langen Anreise hier in Martigny sicher nicht drei Punkte auf diese Weise liegen lassen.»