Eishockey
Olten schlägt Langenthal dank einem doppelten Lucky-Punch

Der EHC Olten schlägt Langenthal nach Verlängerung mit 3:2 und kehrt in die NLB-Viertelfinal-Serie zurück. Derek Cormier schoss Olten zwei Sekunden vor Schluss in die Verlängerung. In der 78. Minute war Altmeister Paul Di Pietro dann der Matchwinner.

Michael Forster
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Späte Erlösung: Oltens Derek Cormier markiert zwei Sekunden vor Schluss den 2:2-Ausgleichstreffer. KEYSTONE

Späte Erlösung: Oltens Derek Cormier markiert zwei Sekunden vor Schluss den 2:2-Ausgleichstreffer. KEYSTONE

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Die ersten Zuschauer hatten das Stadion längst verlassen, als EHCO-Trainer Scott Beattie seine Spieler 15 Sekunden vor Schluss aufs Eis zurückschickte. Zu sechst versuchten die Gastgeber, das Unmögliche, den Ausgleich in der regulären Spielzeit, doch noch möglich zu machen. Ein Gestocher an der Bande schien die letzten Sekunden zu verschlingen, doch plötzlich gelangte die Scheibe vors SCL-Tor, wo Derek Cormier in der zweitletzten Spielsekunde tatsächlich noch der Ausgleich gelang. Wie schon das letzte Heimspiel der Oltner, Spiel 7 der Viertelfinalserie gegen La Chaux-de-Fonds, musste also auch diesmal die Verlängerung den 3:2-Sieger hervorbringen.

60 Minuten vor der dritten Eisreinigung hatte noch eine andere Frage dominiert: jene nach Oltens Topskorer Marco Truttmann. Hatte sein Fehlen in Spiel 1 noch zu jeder Menge Spekulationen Anlass gegeben, war die Begründung diesmal eindeutig. Truttmann musste (erneut) verletzungsbedingt passen – der Genesungszustand liess ein Eingreifen (noch) nicht zu. Dabei kann der EHCO auf den besten Punktesammler der Liga eigentlich nicht verzichten, das wurde auch gestern wieder klar. Martin Wüthrich, der anstelle Truttmanns in die Linie mit Cormier und Arnold nachrückte, lieferte zwar eine engagierte Partie ab, doch irgendwie griffen die drei Akteure auch in Spiel 2 noch nicht recht ineinander. Ganze zwei Abschlüsse brachte die vermeintlich erste Linie der Gastgeber in den ersten 20 Minuten zustande, einen davon vergab Wüthrich im Alleingang gegen Marc Eichmann.

Ganz anders die Paradelinie des SC Langenthal, die zu Beginn ihrem Namen gerecht wurde. Über die ganze Saison taten sich Kelly, Campbell und Tschannen in dieser Saison gegen den EHC Olten schwer, doch gestern starteten die drei mit viel Schwung ins Spiel und waren, nach zehn Minuten, in Überzahl für den einzigen Treffer des Startabschnitts zuständig. Alleine Kelly hatte im ersten Drittel beinahe zwei Handvoll gefährliche Abschlüsse, scheiterte aber stets an Torhüter Tobler. Dieser bekam im ersten Abschnitt jene Ration, welche die Oltner eigentlich an Toblers Gegenüber hätten abliefern sollen. Doch ausser Di Pietro, welcher zwei Powerplays zu vier mehrheitlich ungefährlichen Schüssen aus der Halbdistanz nutzte, hatte nur gerade Remo Hirt mehr als einen Abschlussversuch vorzuweisen.

Die Oltner mussten also reagieren, und sie taten es. Im gleichen Masse, wie Kelly und Co. abbauten, legten sämtliche vier Linien der Gastgeber zu. Allen voran die vierte Angriffsformation, welche gestern Abend durchspielte und mit Marco Vogt einen starken Aggressiv- und Offensivleader in ihren Reihen wusste. Und trotz der markanten Leistungssteigerung - der mittlere Abschnitt war einer der besten der gesamten Playoffs - wurde man das Gefühl nicht los, dass Grünweiss noch ewig gegen Marc Eichmann hätte anstürmen können, ohne gegen ihn zu reüssieren. So liessen die Oltner eine beste Möglichkeit nach der anderen aus. Alleine in der 28. Minute, bei einer angezeigten Langenthaler Strafe, vergaben sie gleich vierfach. Und anstatt den fälligen Ausgleich im anschliessenden Überzahlspiel zu erzielen, hiess es auch nach Spielmitte noch immer 0:1.

Doch die Hausherren liessen sich nicht entmutigen, vergaben weiter ganz gute Möglichkeiten (Marcon, dazu Di Pietro im Powerplay!) und erzielten endlich, nach 38 Minuten, zum Ausgleich. Nachdem beinahe sämtliche Angreifer mindestens einmal aus aussichtsreicher Position gescheitert waren, machte es Remo Meister vor: Von Eric Arnold perfekt bedient, schloss er zentral vor Eichmann zum 1:1 ab.

Endlich war der Bann also gebrochen, und fast hätte Diego Schwarzenbach vier Sekunden vor Drittelsende gar noch das 2:1 erzielt. Dieses gelang dann aber den Gästen, die in der 52. Minute wieder in Führung gingen - nachdem Tobler in der Minute zuvor einen Penalty Bodemanns pariert hatte. So kam es zur turbulenten Schlussphase und dem Gang in die Verlängerung, in welcher die Oltner die deutlicheren Chancen zu verzeichnen hatten. Es brauchte schliesslich eine unfaire Aktion Schnyders, der EHCO-Verteidiger Keller (musste nach dem Spiel mit der Rega abtransportiert werden) an der Bande ausser Gefecht setzte. 37 Sekunden später schlug die Stunde von Altmeister Di Pietro, der eine Meister-Vorlage von der blauen Linie zum entscheidenden 3:2 in die Maschen drosch.

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