Playoff-Final NLB

Olten schafft das Break und gewinnt mit 3:2 in Langnau

Können Sami El Assaoui und der EHC Olten auch gegen die Langnau Tigers jubeln?

Können Sami El Assaoui und der EHC Olten auch gegen die Langnau Tigers jubeln?

Der EHC Olten schafft auswärts gegen den Qualifikationssieger Langnau das Break und gewinnt mit 3:2. Fabian Ganz und zweimal Shayne Wiebe erzielten die Treffer für den EHCO. Damit beginnt die Finalserie aus Oltner Sicht optimal.

Im Final nichts Neues: Wie schon gegen Visp im Viertelfinal und Martigny im Halbfinal schafften die Oltner auch im Final in Spiel 1 das so wichtige frühe Break. Für einmal nicht in der Verlängerung, aber wieder mit nur einem Treffer Differenz. „Wir haben von Anfang an so gespielt, wie wir es wollten“, fasste Remo Meister den Auftritt seiner Mannschaft nach dem 3:2-Sieg zusammen.

„Es war der erwartet harte Playoff-Fight, welchen wir, zum Glück, für uns entscheiden konnten.“ Dabei habe man, bestätigte er, das Glück erzwungen: „Wir haben unseren Teil dazu beigetragen, dass es heute auf unserer Seite war.“

Das heisst, dass der EHCO sein Spiel praktisch über die gesamten 60 Minuten durchzog und sich auch vom frühen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen liess. Denn resultatmässig erwischten die Gäste den schlechteren Start. Nachdem ein Feser-Ablenker und ein El Assaoui-Schuss das Ziel noch knapp verfehlt hatten, schlugen die Tiger das erste Mal zu.

Tobler produzierte einen (der übers ganze Spiel gesehen wenigen gefährlichen) Abpraller, und schon hiess es 1:0 für den Favoriten. Das erste Ziel, die Emmentaler möglichst lange hinzuhalten, wurde also verpasst, doch Olten spielte weiter mit und es war Ulmer, welcher, nur gerade eine Minute nach dem 1:0, eine ebenso gute Möglichkeit zum Ausgleich verpasste, ehe Scherwey und Feser übers Tor oder an den Pfosten zielten.

Tigers im ersten Drittel spielbesitmmend

Allerdings hielten die Gastgeber auch Michael Tobler auf Trab. Allen voran Gustafsson deutete an, weshalb er im Verlauf dieser Playoffs bereits zwölfmal getroffen hatte. Die Langnauer machten den etwas gefährlicheren Eindruck, weil ihnen die Oltner im ersten Abschnitt immer wieder den Pass vors Tor ermöglichten.

Die Gäste ihrerseits erarbeiteten sich durch ihr temporeiches Spiel den nötigen Raum, doch wieder Ulmer oder die Linie um Cédric Schneuwly liessen kurz vor Drittelsende beste Möglichkeiten aus.

Ganz trifft zum sechsten Mal in den Playoffs

Mit einem Paukenschlag ging es in Abschnitt zwei. Ganz stoppte den Torschützen zum 1:0, Tobias Bucher, regelwidrig am Torschuss – Penalty. Tobler parierte und läutete damit eine ganz starke Phase der Gäste ein.

Diese hatten sich jetzt endgültig auf das Spiel der Langnauer eingestellt und kauften diesen mit dem Ausgleich in der 25. Minute endgültig den Schneid ab. Hirt und Schwarzenbach verrichteten an der Bande wertvolle Arbeit, Ganz vollendete mit einem satten Distanzschuss, seinem Playoff-Treffer Nummer sechs, unter die Latte.

Wie gut die Gäste ihre Arbeit erledigten, bewiesen die Probleme der Langnauer, mit dem Puck etwas Gescheites anzufangen. Allen voran der viel gelobte Topscorer Chris DiDomenico zeigte sich zunehmend gereizt ob der Oltner Bewachung, aber auch der Fehler seiner Mitspieler. So war es nicht die Offensivpower der Einheimischen, sondern die steten Angriffe der Gäste, welche diesen mittleren Abschnitt prägten.

Wiebe's Doppelpack

Der EHCO bestimmte das Spiel, DiDomenico fasste seine zweite Strafe und ermöglichte dem Gegner dadurch die erstmalige Führung durch Shayne Wiebe. Zwar entsandte das Unparteiischen-Duo auch regelmässig Oltner auf die Strafbank, doch die Tigers blieben die Bestätigung ihres bärenstarken Powerplays über weite Strecken schuldig.

Und kaum war im dritten Drittel wieder angespielt und die dritte Langnauer Überzahl verstrichen, doppelte Shayne Wiebe nach. Der Oltner Aggressivleader profitierte vom hartnäckigen Nachsetzten Ulmers hinter dem Tor und liess Ciaccio aus kurzer Distanz keine Abwehrchance. „Ich hatte nicht unbedingt mehr Chancen, als in den Spielen zuvor“, so der Doppeltorschütze, der seine Torausbeute in den Playoffs auf deren drei schraubte, „allein, diesmal fielen sie rein.“

Der 2-Tore-Rückstand sollte sich als zu grosse Hypothek für den souveränen Qualifikationssieger erweisen. Zwar kamen die Langnauer in der Folge wieder besser ins Spiel und erzielten folgerichtig durch Gustafsson den Anschlusstreffer; geschickt, wie der beste Goalgetter des SCL einen Müller-Schuss in der Luft unhaltbar ablenkte.

Tobler bester Spieler des Abends

Das wars dann aber vonseiten der Gastgeber, welche ihre zu ungenauen Angriffe immer wieder von einer sehr sattelfesten EHCO-Defensive abgefangen sahen. Selbst eine 6:4-Überzahl während 40 Sekunden kurz vor dem Ende brachte den angestrebten Ausgleich nicht mehr. Tobler hielt alles, was auf seinen Kasten kam, und holte sich die Best-Player-Ehrung verdientermassen.

Diese hätte allerdings auch auf Shayne Wiebe oder Remo Meister fallen können, welcher seinen Defensivpart beinahe perfekt ausfüllte und von einem „guten Anfang“ sprach. „Darauf können wir aufbauen. Das Ziel muss es jetzt sein, zu Hause auf 2:0 davon zu ziehen, dann sieht es gleich noch einmal anders aus.“  

Langnau Tigers – EHC Olten 2:3 (1:0, 0:2, 1:1)

Ilfis. – 6050 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Clément/Dipietro, Huggenberger/Progin. – Tore: 4. Bucher (DiDomenico/Müller) 1:0. 25. Ganz (Hirt, Schwarzenbach) 1:1. 35. Wiebe (Burki, El Assaoui/Ausschluss DiDomenico) 1:2. 44. Wiebe (Ulmer) 1:3. 55. Gustafsson (Müller) 2:3. – Strafen: 7-mal 2 Minuten plus 10 Minuten Disziplinarstrafe (Hecquefeuille) gegen Langnau, 7-mal 2 Minuten gegen Olten.

Langnau: Ciaccio; Müller, Stettler; K. Lindemann, Hecquefeuille; Ronchetti, Bonnet; Zryd, Rexha; Bucher, Gustafsson, DiDomenico; S. Lindemann, C. Moggi, Haas; S. Moggi, A. Gerber, Nüssli; Wyss, Albrecht, T. Gerber.

Olten: Tobler; Schnyder, Meister; Ganz, Parati; Bagnoud, El Assaoui; Aeschlimann, Grossniklaus; Wüst, Feser, Truttmann; Schwarzenbach, Schneuwly, Hirt; Wiebe, Burki, Ulmer; Weber, Studer, Scherwey.

Bemerkungen: Langnau ohne Lakos, Schlapbach, Bärtschi, Rüegg, Sterchi, Croce und Tremblay (alle überzählig); Olten ohne Schild, Ruhnke, Pargätzi, Wüthrich (alle verletzt), Brunner, Marolf und Lüthi (alle überzählig). Ciaccio und Tobler als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 12. Pfostenschuss Feser. 21. Bucher setzt Penalty an den Aussenpfosten. Langnau ab 59:00 ohne Torhüter.

Hier gibt's den Liveticker zum Nachlesen:

Live Ticker SCL Tigers - EHC Olten, 17.03.2015

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