Eishockey
Olten putzt die Thurgauer Gastgeber locker weg

Olten dominierte Thurgau nach Belieben und kam so zu einem lockeren 8:1-Auswärtssieg. Und die Gastgeber durften sich am Schluss freuen, dass sie nicht noch mehr untergingen.

Michael Forster
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Volle Konzentration: Oltens Remo Meister (links) und Diego Schwarzenbach. aeschbacher

Volle Konzentration: Oltens Remo Meister (links) und Diego Schwarzenbach. aeschbacher

Das Team von Colin Muller hatte den Gegner, der mit einem Sieg aus drei Partien mässig erfolgreich in die Meisterschaft gestartet war, bis auf ganz wenige Aktionen im Griff und liess kaum Chancen zu. Allerdings ging er mit den seinen bis Spielmitte und dem Weckruf des HC Thurgau erneut etwas zu sorglos um und hätte nach dem dominant geführten ersten Abschnitt bereits deutlich in Front liegen müssen.

Dass es nicht mindestens 2:0 hiess nach den ersten 20 Minuten, war auch einer weniger erfreulichen Tendenz zuzuschreiben: Bereits zum dritten Mal in der noch jungen Saison wurde den Oltnern ein wohl regulärer Treffer aberkannt. Diesmal traf es Pascal Annen, dessen erfolgreiches Nachstochern am Pfosten vom Schiedsrichter als regelwidrig taxiert wurde. Annens Linie, welche über die gesamten 60 Minuten einen bestechenden Eindruck hinterliess, schlug nur kurze Zeit später dennoch zu. Eine Strafe gegen Maloney war soeben abgelaufen, da schlenzte Diego Schwarzenbach die Scheibe wunderbar am jungen HCT-Hüter Zurkirchen vorbei zum 1:0.

Gegnerische «Helferdienste»

Die Gastgeber waren also gut bedient mit dem knappen Rückstand, der ihnen eigentlich alle Optionen offen liess. Doch der HCT war weiterhin nur ein Schatten seines eigentlichen Potenzials. Einzig die Absenz von Thomas Nüssli konnten die Ostschweizer als halbpatzige Ausrede ins Feld führen, aber auch er wäre mit der Teamleistung seiner Kollegen am gestrigen Abend auf verlorenem Posten gestanden. Die Ostschweizer begannen zwar mit Fortdauer der Partie, jeden einzelnen Check fertig zu machen. Da sie dies aber immer einen Schritt zu spät und auch zu ungenau taten, war es eher kontraproduktiv und die Scheibe mitsamt Gegner bereits zwei Schritte weiter.

Hinzu kamen ihre völlig mangelhaften Offensivbemühungen, angefangen bei der ungenauen Auslösung, und im gegnerischen Drittel vermochten sie kaum Gefahr heraufzubeschwören. Viel zu durchschaubar und zu wenig konsequent präsentierten sie sich vor Kropf, spielten häufig den falschen Pass – und doch gelang ihnen aus heiterem Himmel der Ausgleich. Keller nutzte praktisch die erste Überzahl nach einem schnellen Gegenangriff und stellte das Spielgeschehen resultatmässig auf den Kopf.

Was danach folgte, war eine Demonstration des neuen Tabellenzweiten der NLB. Plötzlich klappte es mit dem Toreschiessen bei den Gästen, die bis zu jenem Zeitpunkt Mal für Mal an Zurkirchen gescheitert waren. Zuerst schloss Captain Patric Della Rossa ein Kleinklein-Spiel im Thurgauer Drittel erfolgreich ab, dann erzielte Bruno Marcon bei seiner Saisonpremiere nach einem blitzsauberen Konter auch gleich seinen ersten Treffer. Ja und dann leisteten die Gastgeber gar noch Helferdienste: Captain und Topscorer Armin Helfer liess sich zu einer Tätlichkeit an Marco Vogt hinreissen und kassierte dafür eine Matchstrafe.

Damit war die ohnehin schon einseitige Partie endgültig (vor-)entschieden. Zwar brachte die fünfminütige Überzahl trotz – über die gesamte Spieldauer gesehen – mehr als ansehnlichem Powerplay «nur» einen Treffer, aber das war nicht weiter tragisch. Die Gäste sparten sich die letzten vier Treffer der Partie für den dritten Abschnitt auf. Schild, Topscorer Sertich, Schwarzenbach und Della Rossa sorgten dafür, dass der Klassenunterschied auch resultatmässig sichtbar wurde. Dann war die Lehrstunde für einen völlig überforderten Gegner zu Ende.

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