Eishockey

Olten powert die SCL Tigers ins Elend

Langnaus Cheftrainer Bengt-Ake Gustafsson hat derzeit wahrlich nichts zu lachen.

Langnaus Cheftrainer Bengt-Ake Gustafsson hat derzeit wahrlich nichts zu lachen.

Der EHC Olten stösst mit dem 5:2-Auswärtssieg bei Absteiger SCL Tigers auf den zweiten Platz der NLB vor. Die Langnauer hingegen versinken immer mehr in der Versenkung.

Am Donnerstagabend der NLB-Auftritt in der in die Tage gekommenen Litterna, gestern dann das Gastrecht in der schmucken, für teures Geld renovierten Ilfishalle. 15 Jahre ist es her, als die Oltner zum letzten Mal im Emmental zu Gast waren und mit einer 0:5-Klatsche vom Eis mussten. Nicht nur das Stadion kam in einem anderen Kleid daher als damals, auch die Stärkeverhältnisse auf dem Eis waren diesmal umgekehrt. Denn, um es vorneweg zu nehmen: Die zwei Auftritte des EHCO innerhalb von 48 Stunden waren ziemlich unterschiedlicher Art. So wirbelte Coach Scott Beattie das Line-up kräftig durcheinander, ersetzte Torhüter Thomas Bäumle durch Michael Tobler und gönnte Weber, Lüthi und Marolf, nach sehr diskreten Auftritten gegen Visp, eine Auszeit. Zudem beorderte er Wüthrich zurück in den Sturm, und trat so, offensiv wie auch defensiv, mit vier kompletten Linien an.

Und diese Umstellungen verpassten ihre Wirkung nicht. Zwar ging es für beide Mannschaften darum, vor der Nationalmannschaftspause ein letztes (relativ dringend benötigtes) Erfolgserlebnis einzufahren, doch dessen schienen sich nur die Gästen aus Olten bewusst. Anders war der Start der Langnauer nicht zu erklären. Ganze vier (!) Schüsse fanden in den ersten 20 Minuten den Weg auf das Tor der Gäste, deren 24 feuerten diese auf das Gehäuse von Lorenzo Croce. Mit dem 1:3 waren die Einheimischen gar noch zu gut bedient.

Etwas Linderung für die rotgelbe Fanseele gab es einzig in Abschnitt zwei, als Langnau besseres Hockey spielte und endlich auch defensiv zu einem solideren Spiel fand. Diesmal waren es die Oltner, welche nur fünf Abschlussversuche zu verzeichnen hatten, den Vorsprung, dank des einen Treffers von Pargätzi, aber bei zwei Toren belassen konnten.

Das 2:4 zeigte aber gleichzeitig, dass die Tigers an diesem Abend nicht nur auf dem Feld, sondern auch im Tor in einer anderen Liga spielten: Croce liess den harmlosen Schuss aus der Distanz ins lange Eck passieren. Dass das Aufbäumen der Langnauer nur von temporärer Art war, zeigte sich nach der zweiten Pause rasch. Als Beispiel dafür dient die Szene in der 44. Minute. Gleich zu dritt fuhren die Langnauer zwischen Wüst und Di Pietro nur zurück, anstatt auch nur Anstalten zu machen, ins Spielgeschehen eingreifen zu wollen. Zum Glück, aus Sicht der Gastgeber, war die Hereingabe Wüsts zu ungenau.

Doch die Tigers beliessen es auch in der Folge bei weitem nicht bei dieser einen irgendwie kurios anmutenden Gefälligkeit, sondern zeigten sich auch in der verbleibenden Spielzeit äusserst gastfreundlich. Zum Beispiel in der 52. Minute, als ein Verteidiger auf Höhe der Blauen Linie urplötzlich stolperte, Diego Schwarzenbach sich den herrenlosen Puck schnappte und Croce im zweiten Anlauf zum 5:2 bezwang.

«Wir haben um ihre Anfälligkeit in der neutralen Zone gewusst», meinte Diego Schwarzenbach nach der Partie, «sie haben da relativ viele Scheibenverluste. Das haben wir mit dem konsequenten Forechecking ausgenutzt.»

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