Eishockey
Olten nach Final-Pleite: Wenn der grosse Traum davonschwimmt

Beim EHC Olten herrscht nach der Niederlage im Playoff-Final eine Mischung aus Stolz und Enttäuschung. Die Blicke richten sich aber bereits nach vorne, man wolle den «nächsten Schritt» machen.

Michael Forster
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Die Enttäuschung stand Oltens Captain Patrick Parati (2. von rechts) nach dem verlorenen NLB-Final ins Gesicht geschrieben – da halfen auch die Silbermedaille und ein Blumenstrauss nicht.Hansruedi Aeschbacher

Die Enttäuschung stand Oltens Captain Patrick Parati (2. von rechts) nach dem verlorenen NLB-Final ins Gesicht geschrieben – da halfen auch die Silbermedaille und ein Blumenstrauss nicht.Hansruedi Aeschbacher

Hansruedi Aeschbacher

Als in der Ilfishalle die letzten Sekunden abliefen, war längst alles entschieden. Die Zuschauer hatten sich erhoben, um ihre Mannschaft rhythmisch durch die letzten Momente dieser intensiven und spannenden Finalserie um den NLB-Meistertitel zu klatschen.

Mit 5:2 holten sich die Langnauer den entscheidenden vierten Sieg und konnten damit einen 2:3-Serienrückstand noch drehen. Doch wo es Sieger hat, gibt es auch Verlierer. Nach bravourösem Kampf waren es die Oltner, welche die zuvor erarbeitete Ausgangslage nicht auszunutzen vermochten. Vor allem in der «Belle» vom Dienstag waren die Langnauer die bessere, die effizientere Mannschaft. «Immerhin konnten wir reagieren», sagte ein enttäuschter Patrick Parati nach der Niederlage in Spiel 7. «Danach waren wir eigentlich im Spiel, bis gegen Ende die Strafen kamen – das nutzte der Gegner aus.»

Die Oltner gaben nie auf

Trotz der frühen Tigers-Führung liessen sich die Oltner nicht aus dem Konzept bringen. Es schien, als hätte man auch einen solchen Auftakt auf der Rechnung gehabt und als ob man damit umzugehen wüsste. «Ich muss der Mannschaft wirklich ein Kompliment machen», so der EHCO-Captain. «Sie hat in solchen Momenten die ganzen Playoffs über immer sehr gut reagiert. Die Ausnahme war vielleicht das letzte Spiel zu Hause, als wir das Konzept ein wenig aus den Augen verloren haben und nicht recht imstande waren, zu reagieren.» Der Verteidiger denkt nicht, dass man am Ende fast ein wenig an der eigenen Courage gescheitert sei, den Favoriten aus dem Emmental zu besiegen. «Wir wollten unbedingt gewinnen; es waren kleine Sachen, welche die Serie schliesslich entschieden.»

Anders als noch am Sonntag schien die Mannschaft im letzten Aufeinandertreffen fokussierter. Vor dem sechsten Spiel wirkten die Spieler fast zu erwartungsfroh, zu optimistisch. Am Dienstag war die nötige Anspannung zurück, vielleicht auch, weil man sich bewusst war, dass es jetzt keinen Ausrutscher mehr leiden durfte. Und doch reichte es nicht für den Titel, entsprechend fiel auch die erste Analyse von Köbi Kölliker aus. «Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir verloren haben. Der grosse Traum schwimmt einfach so davon, die Aare runter. Doch wenn man es nüchtern betrachtet, auch mit Blick auf die letzten zwei, drei Monate, was die Mannschaft in dieser Zeit geleistet hat, dann darf man sicher stolz sein, wie weit man gekommen ist und wie man sich verkauft hat in den letzten Spielen.»

EHCO will nötige Lehren ziehen

Es sind jetzt also die SCL Tigers, welche sich in der Liga-Qualifikation mit dem NLA-Vertreter Rapperswil messen können. Nur logisch, dass der EHCO-Sportchef seine Mannschaft gerne in diesem Vergleich gesehen hätte. Gleichzeitig sprach er davon, dass es die Leistung des Finalgegners zu respektieren gelte. «Langnau hat eine sehr gute Mannschaft, ich wünsche ihnen auf diesem Weg alles Gute gegen Rappi. Trotzdem sind wir geknickt, und das muss auch so sein, damit man den nächsten Schritt angehen kann.»

Der EHCO-Sportchef hob die Erfahrungen hervor, welche man auf höchstem NLB-Niveau habe machen können, und er sprach davon, die Lehren aus diesem Jahr zu ziehen und diese in Zukunft umzusetzen. Nicht mehr im EHCO-Kader, wenn es darum geht, den nächsten Schritt zu machen, figuriert der Captain der abgelaufenen Saison. Parati wird den EHC Olten in Richtung HC Thurgau verlassen. «Für mich ging mit diesem Final das Kapitel Olten zu Ende. Es war eine super Zeit, schade, dass es nicht gelungen ist, den Titel als krönenden Abschluss zu holen. Ich wünsche aber allen viel Glück in Zukunft – das sind super Jungs!»