Biberist war am Samstag die erste Mannschaft seit vielen Wochen, die sich von Olten nicht an die Wand spielen liess. Ganz im Gegenteil: Biberist war in den ersten 20 Minuten sogar mehr am Ball und kreierte die gefährlicheren Situationen. Mit guter Raumaufteilung und viel Disziplin im einzeltaktischen Verhalten dominierten die Wasserämter im Mittelfeld und setzten sie die Oltner sofort unter Druck.

Olten effizient

Aber dann genügten ein, zwei schnelle Pässe und Saban Jakupovic lief an der linken Strafraumgrenze in Stellung. Nicolas Rüfli kam angebraust und versuchte ein Tackling, Jakupovic legte sich clever den Ball vor und Rüfli machte das Foul, das den Spielverlauf auf den Kopf stellte. Der souveräne Schiedsrichter Reto Walker musste nicht einmal überlegen, bevor er den fälligen Penalty Pfiff. Hasan Osaj verwertete sicher zum 1:0 für Olten. Nach einer guten halben Stunde schickte Osaj seinen Topskorer mit einem gut temperierten Pass auf die Reise. Biberists Torhüter Moreno Blum stürmte aus dem Tor und kam zu spät. Schifferle legte sich den Ball an Blum vorbei vor, stand alleine vor dem leeren Tor – 2:0.

Fazit zur Pause: Biberist hatte aus seinen vier «halben» Torchancen zu wenig gemacht, während Olten aus dem Nichts zweimal getroffen hatte. Nach einer knappen Stunde inszenierten Schifferle und Jakupovic lehrbuchmässig einen Konter mit schnellen Kurpässen und es hiess 3:0. Damit war Olten zufrieden. Biberist gab nicht auf und zeigte auch in der Schlussphase noch gute Szenen, doch ein Tor wollte nicht gelingen.

Titel zum Greifen nah

Als bekannt wurde, dass Trimbach in Mümliswil nicht über ein 2:2 herausgekommen war, feierten die Oltner bereits mit angezogener Handbremse den sich abzeichnenden Meistertitel. Sechs Punkte Vorsprung und eine um rund 40 Strafpunkte bessere Fairplaybilanz – da kann nun in den letzten beiden Runden wirklich nichts mehr schiefgehen. Aber mit Vollgas abfeiern, das stand dann doch nicht auf dem Programm, denn am Donnerstag steht ja noch der Solothurner Cupfinal an, den Olten ebenfalls gewinnen will.

«Wir haben 0:3 verloren, aber wir waren nicht so viel schlechter», zog Biberists Trainer Rolf Leibundgut am Ende Bilanz. «Aber jetzt darf ich wenigstens heimfahren. Ich hatte nämlich versprochen, dass ich zu Fuss nach Hause gehe, wenn wir heute in Olten gewinnen», fuhr Leibundgut fort. Beim finanziell nicht auf Rosen FC Olten befasst man sich mit anderen Dingen: Soll ich – oder soll ichs lassen? Die Rede ist vom Aufstieg in die 2. Liga inter. Rein sportlich würde dieser Sinn machen, weil viele Spieler in der Solothurner 2. Liga unterfordert sind. Weite Reisen und unattraktive Gegner sprechen aber dagegen. Heute Montag steht die Thematik deshalb in Olten auf der Traktandenliste der Vorstandssitzung.