Ende Januar hat Matthias Preiswerk, Präsident der EHC Basel AG, quasi die bedingungslose Kapitulation der Sharks im Kampf um die Playoffs ausgerufen. Das Team war damals auf Rang neun klassiert, der Boss dermassen sauer über die uninspirierte Spielweise seiner Angestellten, dass er es als sinnlos proklamierte, die Playoffs weiter als Ziel zu verfolgen. Ergo wurden damals sechs tragende Sharks-Spieler per sofort an Ligakonkurrenten ausgeliehen. Einer von ihnen Goalie Urban Leimbacher, der nach Olten, zum heutigen Gegner der Sharks, dislozierte. Sechs weitere werden zu NLA-Klubs wechseln, sobald die Sharks die Saison endgültig beendet haben.

«Ein ziemlicher Schock»

Letzteres kann heute der Fall sein. Ziel der «Kader-Räumung» war und ist, den wirtschaftlichen Schaden einer sportlich missglückten Saison im Rahmen zu halten. «Es war ein ziemlicher Schock für uns», erinnert sich Leimbacher. Denn: «Als Spieler willst Du immer gewinnen und kämpfen bis zum Schluss.»

Basel mit Playoff-Chancen

Vor dem letzten Spieltag der Regular Season heute in der St. Jakob Halle gegen Olten (18.30) sind die Playoff-Chancen der Sharks theoretisch noch intakt. Wobei Präsident Preiswerk seinen Goalie wohl höchstpersönlich durch eine Grillwurst ersetzen würde, sollte die Gefahr drohen, dass die Sharks tatsächlich gegen Olten gewinnen und Red Ice Martigny – derzeit 2 Punkte vor Basel auf Rang 8 klassiert – gegen Sierre verlieren könnten. «Es sind noch genug Spieler in Basel, die den Einzug in die Playoffs schaffen können», sagt deren Nummer-1-Goalie Urban Leimbacher. Für die Spieler hoffe er, dass sie es packen.

Kein Einsatz geplant

Nur logisch darum, dass ein Einsatz von Leimbacher heute gegen seine Kollegen in Basel im Tor von Olten nicht geplant ist. «Nein, nur wenn äusserste Not am Mann wäre. Die Situation wäre wirklich extrem speziell», sagt der auch nächste Saison in Basel unter Vertrag stehende Leimbacher.

In der Tat – böse Zungen könnten ja im Fall eines Sieges der Sharks heute gegen Olten mit Leimbacher im Tor monieren, dass Letzterer seinen Teamkollegen und sich etwas Gutes tun und sich noch flugs die Playoff-Prämie sichern wollte. «Es ist klar vorgesehen», sagt Leimbacher, «dass ich in Olten die Backup-Rolle übernehme und Michael Tobler die Nummer 1 in den Playoffs ist.» Ein für ihn nachvollziehbares Kalkül des Trainers. «Auch wenn natürlich jeder Spieler lieber spielt als zusieht.» Aber schliesslich hat Tobler bislang gut gehalten und ist statistisch die Nummer 3 der Liga hinter Eichmann (Langenthal) und Huet (Lausanne). Zudem ist er mit dem noch auf unbestimmte Zeit rekonvaleszenten Thomas Kropf auch nächste Saison in Olten unter Vertrag. «Insofern hat er das Vertrauen des Trainers verdient», gibt sich Leimbacher sportsmännisch. Die beiden – Leimbacher und Tobler – hatten sich zuvor nicht gekannt. «Aber wir kommen gut aus miteinander, das ist unter Goalies sowieso unkompliziert», sagt der 32-Jährige.

Von 2004 bis 2011 bei Olten

Für Urban Leimbacher ist die finale Meisterschaftsphase in Olten quasi ein Heimkommen. Der ehemalige GC-Junior hat von 2004 bis 2011 für die Powermäuse gespielt. Heute wohnt er in Basel und pendelt mit Eric Arnold, ebenfalls von Basel gekommen, jeweils Richtung Olten. «Ich fühle mich sehr wohl und hoffe, dass die Saison noch lange dauert», sagt Leimbacher.

Bislang war sein Highlight im EHCO-Dress der 7. März 2010, als Olten Erzrivale Langenthal im siebten und entscheidenden Playoff-Viertelfinal mit 2:0 in die Ferien schickte. Gut möglich, dass er diesen Clou heuer toppt und die bittere Pille, die er und seine Kollegen in Basel schlucken mussten, schon bald in einem süssen Happy-End mit Olten mündet.