Eishockey

Olten-Goalie Tobler: Zuerst vor den TV, dann ins Tor

Oltens Torhüter Michael Tobler (links) hatte im ersten Finalspiel gegen Lausanne viel zu tun.

Oltens Torhüter Michael Tobler (links) hatte im ersten Finalspiel gegen Lausanne viel zu tun.

Goalie Michael Tobler ist der Schwerarbeiter im Team des EHC Olten und für Spiel 2 der Playoff-Final-Serie heute in Lausanne optimistisch. Ein Penaltyschiessen wie am Dienstag möchte er aber diesmal vermeiden.

«Wenn das Schweizer Fernsehen schon mal Eishockey überträgt, schaue ich mir das auch an», sagt Michael Tobler. Ein gemütlicher Abend daheim bei einem feinen Essen ist für den Goalie des EHC Olten während der Playoffs beste Regeneration. Ergo hat Tobler die donnerstägliche Soiree zu Hause in Neuenburg in vertrauter Ambiance vor dem TV verbracht. Heute freilich gilt es für den 27-Jährigen und seine Copains vom EHC Olten in Spiel 2 der Playoff-Final-Serie gegen Lausanne wieder ernst.

«Wenn wir diszipliniert spielen, wenig Strafen nehmen und unserer läuferisches Plus ausspielen, haben wir eine gute Chance, zu gewinnen», sagt Tobler. Er muss es ja wissen, schliesslich stand er von 2006 bis 2010 vier Saisons bei den Waadtländern unter Vertrag. Insofern weiss die Nummer 1 in Oltens Kasten auch tipptopp um den Enthusiasmus der Romands. Eine Begeisterungsfähigkeit «enorme», die Olten heute Freitag in der Patinoire Malley phonstark zu hören und fühlen bekommen wird. Doch: «Auch für uns ist es motivierend, vor 8000 Fans zu spielen.» Insofern sei die imponierende Stimmung in Lausanne nicht allein ein Vorteil für das Heimteam.

Mehr als eine gefährliche Linie

Musste Michael Tobler in der Halbfinal-Serie gegen Langenthal primär eine überragende gegnerische Linie im Auge behalten, so sind die offensiven Kräfte und potenziellen Goalgetter bei Lausanne erheblich breiter gestreut. «Sie haben vier gefährliche Linien. Demzufolge ist die Aufgabe für mich als Goalie schon anders», bestätigt Tobler. Von Verschnaufpausen keine Spur. Eine Herausforderung, auf die er sich auch mit individuellem Video-Studium vorbereitet hat.

«Ich habe mir im Internet die Playoff-Spiele von Lausanne gegen Visp und Ajoie angesehen und dabei vor allem ihr Verhalten im Powerplay studiert», sagt der frühere Junioren-Internationale. Selbst wenn Tobler aus seiner Zeit in Lausanne noch viele Spieler kennt, wertet er dies dennoch nicht als Vorteil für seinen Job im EHCO-Tor. «Nein, die Spieler entwickeln sich und sie kennen mich ja auch.»

Erfahrung spricht für Lausanne

Nebst der Breite des Kaders definiert der in seiner zweiten Saison in Olten stehende Tobler die Stärke von Lausanne vorab in der Erfahrung. «Da sind viele Spieler, die schon mehrfach in einem Playoff-Final gestanden sind und genau wissen, was abgeht. Aber ich glaube und hoffe, dass wir diesen Nachteil wettmachen können.»

Fast 900 Minuten ist der gebürtige Zürcher bislang auf dem Eis gestanden. Länger als jeder andere aus seiner Equipe und auch länger als jeder andere Goalie in den NLB-Playoffs. Kein Problem: «Jeder Spieler will schliesslich spielen. Ich geniesse jede Minute und hoffe, dass ich der Mannschaft etwas zurückgeben kann.» Kann er zweifellos. Mit durchschnittlich nur 2,7 Gegentreffern pro Spiel hat Michael Tobler bis dato massgeblich zu den starken Playoffs des EHCO beigetragen. «Ich hoffe aber, dass der Höhepunkt erst noch folgt», sagt er. Und: Auf ein Penaltyschiessen wie in Spiel 1 könne er heute übrigens liebend gern verzichten, «Ich habe nichts gegen Penaltyschiessen.» Aber «gegen einen Sieg nach 60 Minuten habe ich noch weniger einzuwenden», schmunzelt er.

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