EHC Olten
Olten gewinnt gegen Visp mit 7:6

Der EHC Olten schaffte am Dienstagabend, die offene Playoff-Rechnung mit Visp zu begleichen. Die Powermäuse schlugen die Walliser dank der Spezialsituationen mit 7:6.

Michael Forster
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Die Oltner Ganz (links) und Tschuor nehmen die Visper Triulzi (vorne) und Brunold ins Sandwich

Die Oltner Ganz (links) und Tschuor nehmen die Visper Triulzi (vorne) und Brunold ins Sandwich

Hansruedi Aeschbacher

Spätestens nach dem dritten gegnerischen Überzahltreffer in der 45. Minute hätten die Gäste eigentlich wissen müssen, dass zu viert gegen Olten nichts zu gewinnen war. Es war das Glück der Oltner, dass die Visper dieses Signal nicht erkannten und drei Minuten vor Schluss in der Ecke ein weiteres Mal zulangten. Die Oltner dankten es auf ihre Weise und markierten durch Verteidiger Pargätzi kurz darauf den siegbringenden 13. Treffer der Partie zum 7:6-Erfolg.

Doppelpaukenschlag zu Beginn

In den gut 57 Minuten zuvor lebte die Partie von vielen individuellen Fehlern, die vorab die Gäste immer wieder zu Treffern ausnutzten. Dass sie am Ende das Eis dennoch als Verlierer verlassen mussten, war einzig und allein ihre Schuld. «Visp leisteten sich wirklich dumme Strafen», fand auch Diego Schwarzenbach, «etwas gar viele Geschenke des Gegners. Solange wir diese annehmen, kommen wir weiter.» Dabei deutete am Anfang nicht allzu viel auf einen solchen Verlauf im vierten EHCO-Heimspiel hin. Denn das Saison-Heimdebüt von Thomas Kropf im Tor der Oltner begann gleich mit einem, ja zwei Paukenschlägen. Zuerst musste er sich nach 49 Sekunden vom erst 16-jährigen Fabian Heldner von der blauen Linie bezwingen lassen.

Noch vor Ablauf der 4. Spielminute fand dann ein unglücklich abgelenkter Gäste-Schuss, der zum perfiden Lob mutierte, den Weg ins Tor. Die Nerven Kropfs lagen blank, dafür waren seine Vorderleute endlich wach. Denn wieder nur 68 Sekunden später war der EHCO, nach einem wunderbaren Spielzug der dritten Sturmlinie, wieder im Geschäft. Hirt tanzte an der Bande zwei Visper aus, und Schwarzenbach verwertete die zentimetergenaue Hereingabe zum Anschlusstreffer. So untypisch das vierte Heimspiel der Saison bislang verlaufen war, so «logisch» war der Ablauf nach dem ersten Gästeausschluss. Das Powerplay der Oltner ist das erwiesenermassen beste der NLB, und so dauerte es nur 37 Sekunden, bis Roman Schild aus dem Slot der 2:2-Ausgleich gelang.

«Von da an ging die Post ab»

Obwohl beide Teams auch nach dem furiosen Vier-Tore-Auftakt in die Partie den Rhythmus weiter hochhielten, dauerte es sehr lange bis zum nächsten Torjubel. Und dieser war nicht etwa den Hausherren, sondern den Gästen vorbehalten: Mit drei gegen zwei im Zickzack auf Thomas Kropf zukombinierend, liessen sie dem Oltner Schlussmann keine Abwehrchance. Der hatte sich nach den zwei frühen Gegentreffern gefangen, mehr noch: Gegen Triulzi (zweimal) und Dolana zeigte er sogenannte «Big Saves» und hielt seinen Farben bis zum 2:3 (37.) das Unentschieden. Dass es überhaupt wieder zur Gästeführung kommen musste, hatten sich die Oltner selber zuzuschreiben. Weniger der Unterzahlsituation beim dritten Verlusttreffer wegen.

Vielmehr hätten die Gastgeber in den Minuten zuvor eine ihrer Möglichkeiten verwerten sollen. So blieb die Hoffnung auf Abschnitt drei; doch da war keine Minute rum, schon hatte Forget auf 2:4 gestellt. Fortan überschlugen sich im Kleinholz die Ereignisse. Oder wie es Schwarzenbach im Nachhinein formulieren sollte: «Von da an ging die Post ab.» Sechsmal schlug es hinter den beiden Keepernbis zum Schluss noch ein. Auf das 6:5 folgte eine knapp achtminütige Verschnaufpause, ehe Dolana zum neuerlichen Ausgleich traf. So waren die Oltner auf die erwähnte Unbeherrschtheit Altorfers angewiesen, um dem Spiel, drei Minuten vor dem Ende, eine erneute, finale Wende zu geben.

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