NLB-Eishockey
Olten erzittert sich gegen Schlusslicht Ticino drei Punkte oder wenn ein Blick in den Gästesektor reicht

Abermals war es für den EHC Olten ein Geknorze gegen einen krassen Underdog: Olten bezwingt Schlusslicht Ticino Rockets knapp mit 4:3 - dank einer minimalen Leistungssteigerung im Schlussdrittel. Nach Schneuwlys Restausschluss schnupperte Ticino gar für kurze Zeit am Sieg - doch Olten wurde der Favoritenrolle gerade noch gerecht.

Silvan Hartmann (Text) und Tobias Schalk (Liveticker)
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Remo Hirt verfehlt das Tor der Tessiner knapp.
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Kein durchkommen für die Oltner vor dem Tessiner Tor: Torhüter Müller bedeutete immer wieder Endstation. Deshalb war Ticino bis zuletzt im Spiel.
Captain Stefan Hürlimann im Kampf mit Verteidiger Misha Moor von Ticino.
Impressionen vom Spiel des EHC Olten gegen Schlusslicht Ticino Rockets

Remo Hirt verfehlt das Tor der Tessiner knapp.

André Grossenbacher/TopPictures

GCK Lions (6:4), EVZ Academy (4:3 n.P.) und nun die HCB Ticino Rockets. Der EHC Olten lernt schon früh in der noch jungen Saison die kleinen Farmteams der grossen NLA-Mannschaften kennen – und bekundet dabei als klarer Favorit, ja Topteam, Aufstiegsanwärter, gegen ebendiese Ausbildungsteams, die quasi ohne Playoffchancen in die Saison starteten, seine grösste Mühe.

Eine blamable Leistung kam schliesslich gegen Überraschungsteam Winterthur (2:3 n.V.) noch dazu. Und das gestrige Spiel gegen die Tessiner hatte verblüffende Ähnlichkeiten zu dem Heimspiel vor über einer Woche gegen die Zürcher: Der EHC Olten tappte wiederum in dasselbe Muster, in der Offensive die letzte Entschlossenheit zu vermissen, ohne Intensität aufzutreten und gleichzeitig das solide Defensivspiel zu vernachlässigen.

Der grosse Unterschied zur Heimniederlage gegen Winterthur lag darin, dass der EHCO gestern im Schlussdrittel viel Moral bewies und das Spiel doch noch zu seinen Gunsten entschied.

Spannung durch Restausschlüsse

Es war kurz nach Spielmitte, als die Ticino Rockets bei nummerischer Ausgeglichenheit knapp eine Minute lang ihr Spiel im Oltner Drittel aufzogen. Zuvor rannten die Oltner dreissig Minuten beinahe vergeblich an.

EHCO-Trainer Maurizio Mansi mochte nicht mehr hinsehen und zog in der darauffolgenden Unterbrechung das Timeout.

Cédric Schneuwly verstand die Anweisungen des Trainers ganz offensichtlich falsch und wurde für einen übermütigen Bandencheck an Misha Moor im Einsatz nach der Auszeit zurecht mit einem Restausschluss bestraft.

In dieser fünfminütigen Überzahl gelang den Rockets, die noch kein Spiel der laufenden Meisterschaft gewinnen konnten, sensationell die 2:1-Führung.

Anzahl Gästefans: Null

Stille im Kleinholz unter den 2933 Zuschauern. Wer zwischenzeitlich nicht mehr hinsehen konnte, war gut bedient mit einem abschweifenden Blick in den Gästesektor, um mehr über den Stellenwert des Farmteams zu erfahren. Denn dort verweilte keine einzige Person. Niemand reiste aus dem Süden an, um das Team mit dem prominenten Trainer, Ambri-Legende Luca Cereda, zu unterstützen.

Es ist mehr als eine bedenkliche Momentaufnahme, die nicht für eine positive Entwicklung der zweithöchsten Schweizer Liga spricht.

Dass die Oltner Fans sich wieder dem Spiel mit Spass widmen konnten, war einem Revanchefoul von Tommaso Goi an Romano Pargätzi geschuldet.

Der EHCO-Verteidiger zog sich bei der Szene wohl eine leichte Hirnerschütterung zu. Der Tessiner hingegen musste für den Check gegen den Kopf ebenfalls frühzeitig unter die Dusche.

In der letzten der fünfminütigen Überzahl gelang dem EHCO durch Justin Fesers Schuss schliesslich der Befreiungsschlag.

Ramon Diem (49.) und Marco Truttmann (51.) doppelten nach. Jedes dieser Tore war im Endeffekt nötig, weil Noele Trisconi 30 Sekunden vor Schluss noch den Anschlusstreffer für die Gäste erzielte.

Mansi war genauso wie seine Spieler nach Spielschluss erleichtert, frei nach dem Motto: Hauptsache drei Punkte.

Olten - Biasca Ticino Rockets 4:2 (1:1, 0:1, 3:1)

2933 Zuschauer. - SR Müller/Potocan, Pitton/Rebetez. - Tore: 13. Mäder (Morini, Huber) 1:0. 13. Zanatta (Terzago) 1:1. 35. Guidotti (Trisconi/Ausschluss Schneuwly) 1:2. 44. Feser (Truttmann, Gedig/Ausschluss Dal Pian, Goi) 2:2. 49. Roman Diem 3:2. 51. Truttmann (Meister/Ausschluss Mischler!) 4:2. 60. (59:30) Trisconi (Incir) 4:3. - Strafen: 3mal 2 plus 5 Minuten (Schneuwly) plus Spieldauer (Schneuwly) gegen Olten, 4mal 2 plus 5 Minuten (Goi) plus Spieldauer (Goi) gegen die Biasca Ticino Rockets. - Bemerkungen: Olten mit Mischler, Biasca Ticino Rockets mit Müller im Tor. - Biasca Ticino Rockets ab 59:40 ohne Torhüter.

Das Spiel im Liveticker zum Nachlesen: