Derby
Olten besiegt Langenthal mit 2:1 und bleibt an der Tabellenspitze

Der EHC Olten gewinnt in Langenthal 2:1 und verteidigt die Tabellenführung auf eindrückliche Art und Weise. Ein lange Zeit erstaunlich ruhiges Derby endete also mit dem nicht unbedingt erwarteten Sieg der Gäste aus der Dreitannenstadt.

Michael Forster
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Langenthal's Marc Kämpf (links) gegen Olten's Cyrill Aeschlimann

Langenthal's Marc Kämpf (links) gegen Olten's Cyrill Aeschlimann

Marcel Bieri

Zwar reiste der Leader ohne sechs verletzte oder kranke Stammspieler in den Oberaargau, doch das spielte gegen den Erzrivalen nur eine untergeordnete Rolle. Denn die Oltner besannen sich just gegen den SCL ihrer Stärken, welche sie im Oktober an die Tabellenspitze trugen: Schnelles, geradliniges Spiel nach vorne und ein resolutes Einsteigen in der Defensive. Auffällig auch die starke Reaktion auf den einzigen Gegentreffer und der Doppelschlag nach 34 Minuten: Zwei Tugenden, welche die Gäste im goldenen Oktober praktisch in jedem Spiel vollführten.

Die 3669 Zuschauer auf den trotz Oltner Fanboykott gut gefüllten Rängen erlebten eine schon fast historisch passive erste Hälfte im vierten Derby der laufenden Saison. Fast vier Minuten dauerte es, ehe Schiedsrichter Dany Kurmann die Partie zum ersten Mal unterbrechen musste. Gar 28 (!) Minuten verstrichen, ehe mit Marco Vogt der erste Spieler auf die Strafbank wanderte. Dass es dabei, nach einem unnötigen Beinstellen, einen Oltner traf, verhiess für die Gäste nichts Gutes. Und tatsächlich: Die Scheibe lief gut bei der besten Powerplay-Mannschaft der Liga, und Tschannen verwertete eine perfekte Kelly-Vorlage mittels sattem Direktschuss zum 1:0. Das war umso ärgerlicher für die Oltner, als dass diese mehr als nur mithalten konnten und durch Diego Schwarzenbach sogar die beste Chance des Spiel zu verzeichnen hatten. Doch der Laupersdörfer sah seinen Direktschuss vom Innenpfosten quer hinter Eichmann durchzischen.

Zögerliche Oberaargauer

Das 1:0 war praktisch die erste Szene, in welcher sich der SCL richtig vor dem Oltner Gehäuse positionieren und sein Kombinationsspiel aufziehen konnte. In all den Minuten zuvor wirkten die Oberaargauer überaus zögerlich, sicherten meist nach hinten ab und zogen nur mit einem oder zwei Mann in die Offensive. Zwar agierte auch der Leader vorsichtig, aber durchaus konsequenter nach vorne. Auffällig vor allem, wie aggressiv die Gäste zu Werke gingen - ja sie zeigten jenen Biss, welchen sie zuletzt vermissen liessen und welcher sie gegen den Tabellendritten auf die Siegesstrasse bringen sollte.

Denn endlich, nach gut 34 Minuten, zappelte der Puck auch ein erstes Mal im Netz hinter Marc Eichmann. Hatte sich der SCL-Schlussmann zuvor noch erfolgreich gegen die Abschlüsse der Gäste gewehrt, war er diesmal machtlos. Sertich wartete den besten Zeitpunkt zum Pass vors Tor ab, wo Remo Hirt mit seinem 9. Saisontreffer den Gleichstand herstellte. Anstatt einen Zacken zuzulegen, verfielen die Einheimischen kurze Zeit später gar in eine unerklärliche Lethargie: Wüst schnappte sich an der roten Linie die Scheibe, kurvte zügig an drei Gegnern vorbei und traf an Eichmanns Fanghand vorbei zum 2:1. Selbst jetzt blieben die für einmal ganz in Rot auflaufenden Langenthaler eine echte Reaktion schuldig. Sie blieben zögerlich, bauten den Gegner damit automatisch auf und hätten im mittleren Abschnitt beinahe noch den dritten Verlusttreffer einkassiert. Doch die aktivste Offensivformation der Oltner mit Schwarzenbach, Hirt und Sertich, verpasste das 3:1 ganz knapp.

Dass die Gäste mit einer Führung in das dritte Drittel steigen konnten, war aber bei weitem nicht das Verdienst einer einzigen Linie, sondern jenes des Oltner Kollektivs. Der SCL hatte auch zu Beginn der letzten 20 Minuten allergrösste Mühe, sich gegen die sehr kompakten und perfekt eingestellten Gästereihen zu behaupten oder gar einen vernünftigen Angriff aufzuziehen. Selbst einen Ausschluss Sertichs liessen die Langenthaler praktisch wirkungslos verstreichen, und als sie sich endlich aufgestellt hatten, parierte der souveräne EHCO-Goalie Michael Tobler Dommens Ablenker.
Dass es kurz vor Schluss doch noch gefährlich wurde, lag zum einen daran, dass sich Olten zunehmend auf seine defensiven Aufgaben konzentrierte, aber auch daran, dass die letzte Minute mit vier gegen sechs Feldspielern zu bestreiten hatten. Doch die Partie endete schliesslich, wie sie begonnen hatte: mit Derek Cormier am Bully. Hatte der Oltner Neuzuzug, der eine auffällig gute Partie ablieferte, beim ersten Scheibeneinwurf noch den Kürzeren gezogen, spitzelte er die Scheibe fünf Sekunden vor Schluss zurück zum Verteidiger. Und die drei Punkte waren definitiv im Trockenen.