Samstag, 18. April, 2009: Olle Thorsell stemmt den Meisterpokal in die Höhe. Wiler-Ersigen hat den Playoff-Final gegen Tigers Langnau soeben für sich entschieden. Einer von vielen, unvergesslichen Momenten während seiner Zeit bei den Emmentalern. «Dieser Meistertitel war besonders speziell, weil ich Mannschaftscaptain war», erinnert sich Thorsell.

Zumindest fast ein Spiel wie jedes andere

Speziell wird für den 33-jährigen Schweden auch der kommende Sonntag. Dann trifft Olle Thorsell in seiner neuen Funktion als Trainer von UH Mittelland auf seinen ehemaligen Klub. «Wenn das Spiel beginnt, ist es wie jedes andere.» Er fügt hinzu: «Völlig ausblenden lässt sich die Vergangenheit natürlich nicht.»

Sieben Jahre spielte der 24-fache schwedische Internationale für die Berner. Seine Bilanz ist beeindruckend und fällt in den erfolgreichsten Abschnitt der Vereinsgeschichte: Sechs Schweizer-Meister-Titel, ein Cupsieg und der Gewinn des Europacups feierte Olle Thorsell mit den Grün-Weissen. «Wiler-Ersigen ist ein Ausnahmeklub. Professionell geführt mit tollen Menschen.» Über die Jahre sind so Freundschaften entstanden. Zu einigen pflegt Thorsell nach wie vor Kontakt. «Wenn auch nicht mehr so häufig wir früher.» Beispielsweise zu Christoph Hofbauer. Der verletzte Stürmer schätzt Thorsell als angenehmen Menschen. «Olle ist ein Supertyp. Es ist schade, dass sich unsere Wege nicht mehr so oft kreuzen.»

Karriere-Ende von Thorsell vor zwei Jahren

Nach anhaltenden gesundheitlichen Problemen beendete Thorsell vor zwei Jahren seine Karriere als Spieler. 58 Tore und 91 Assists hatte der Verteidiger in sieben Saisons bei Wiler-Ersigen angehäuft. Ein Knorpelschaden im Knie zwang ihn zur Aufgabe. Dem Klub blieb er gleichwohl erhalten. Thorsell betreute das U21-Team.

Beinahe Trainer von Wiler-Ersigen geworden

In der Karrierelogik wäre der Posten des Cheftrainers der nächste Schritt gewesen. Thorsell winkt ab: «Es fanden zwar Gespräche statt, aber es ergab sich nichts Konkretes.» Für den Blondschopf, der in Aarburg wohnt, überhaupt kein Grund zur Verbitterung. «Dieser Schritt wäre zu früh gekommen und eine Nummer zu gross gewesen.» Stattdessen kam die Anfrage aus Olten.

Die Ansprüche der beiden Vereine lassen sich schwer miteinander vergleichen. Wiler-Ersigen will bei der Titelvergabe – nach der Enttäuschung der letzten Spielzeit – wieder mitreden. UHM hat sich den Ligaerhalt zum Ziel gesetzt. «Alles andere wäre vermessen. Bei Wiler stehen mehrere Nationalspieler im Kader, bei uns keiner», rückt Thorsell die Kräfteverhältnisse zurecht.

Erstaunlicher Saisonstart

Der Schwede, der in einer Stickerei in Utzenstorf arbeitet, ist also in der beschaulicheren Umgebung von UH Mittelland gelandet. Er macht dort zusammen mit seinem Trainerkollegen Daniel Moser bisher einen erstaunlich guten Job. Sein Team liegt trotz bescheidener Mittel punktgleich mit den Emmentalern in der Spitzengruppe. «Es sind erst zwei Runden gespielt», relativiert Thorsell. Dennoch: Auf dem Papier kommt es am Sonntag, 6. Oktober, 2013, um 17 Uhr in der Giroud Olma zum Spitzenkampf zwischen UH Mittelland und seinen ehemaligen Kameraden. Das kann selbst Olle Thorsell nicht abstreiten.