Unihockey
Ohne Sommer durch den Winter bei Unihockey Mittelland

Nach dem Trainerduo nahm bei UM Ende Jahr auch Sportchef Heini Sommer den Hut. Zwar könne man sich auch weiterhin noch in die Augen sehen, dennoch ist die Entwicklung schade, für alles was man zusammen aufgebaut hat.

Michael Forster
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Gute Laune gabs zuletzt bei Unihockey Mittelland (vl. Roman Pass, Dominic Mucha, Manuel Mucha und Jonas Niggli) nur auf den Werbeplakaten

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Bruno Kissling

«Mein Rücktritt war eine logische Konsequenz zum Rücktritt des Trainerduos Moser/Thorsell», sagt Heini Sommer zu seinem Abgang als Sportchef des NLB-Clubs Mittelland. «Wir haben als Trio gut harmoniert und hätten unser System weiter durchziehen wollen.»

Dass sich Sommer quasi zusammen mit den beiden Trainern aus der regionalen Unihockey-Szene verabschiedet, ist also nicht weiter verwunderlich. Denn so gut die Zusammenarbeit der dreien war, so deckungsgleich ist die Begründung für den Rückzug: der fehlende Rückhalt der Vereinsführung. «Obwohl Einzelne aus der Vereinsleitung von den Alphatieren in einem persönlichen Gespräch mit den Trainern, dem Spielerrat und mir angegriffen wurden, hatte das für die betroffenen Spieler keine Konsequenzen» – was, so Sommer, für ihn nur logisch gewesen wäre.

«Deckel drauf»

Als weniger gravierend erachtet Rudolf Summermatter diese vereinsinternen Unstimmigkeiten. Solche Vorfälle, sagt der Co-Präsident bestimmt, könne es ganz einfach geben: «Die Idee eines Spielerrates ist, diesen bei Entscheiden beizuziehen. Genau dies ist in vorliegender Sache erfolgt. Zudem», so Summermatter weiter, sei die Kritik nicht unter der Gürtellinie gewesen und die Lösung, den weiteren Verlauf der Saison mit Renato Wyss und Jürg Merian (aktuell der Headcoach der U21-Mannschaft) als sportliche Führung anzugehen, der genau richtige. «Da gibt es nichts mehr nachzubearbeiten.

Die beiden Trainer und der Sportchef wurden im Training am 29. Dezember offiziell verabschiedet, Renato Wyss vorgestellt. Mit Neujahr war für uns alles erledigt.» Oder, in den Worten Summermatters, «der Deckel drauf.» Dass es sich bei den «aufmüpfigen Alphatieren» (OT vom 29. Dezember) in erster Linie um die Gebrüder Mucha handelt, wollten weder Sommer noch Summermatter bestätigen. «Es hat in unserem Team Leute mit Ecken und Kanten», bestätigt Letzterer, «da gerät man schnell einmal in den Verdacht. Solche Gerüchte möchte ich aber nicht kommentieren.»

«Können uns weiterhin in die Augen sehen»

Alles in allem wurde für die alte sportliche Leitung also genug Geschirr zerschlagen, dass es zum Bruch kommen musste. «Hinter dem Posten des Sportchefs steckt mehr, als man denkt», wollte sich Sommer nicht «alles gefallen lassen und deshalb ein Zeichen setzen. Natürlich ist das schade für all das, was man zusammen aufgebaut hat, wenn es dann so endet.» Es sei aber nicht so, betont der Ex-Sportchef, dass man im Streit auseinandergegangen sei. «Wir können uns weiterhin in die Augen sehen», und sogar eine einstweilige Rückkehr in den Verein stehe für ihn nicht grundsätzlich ausser Betracht. Doch vorerst muss das Ganze verdaut werden.

Ins gleiche Horn bläst Rudolf Summermatter. «Viele Spieler waren enttäuscht über den Abgang der sportlichen Leitung, und auch die Vereinsführung war mit den Trainern zufrieden. Dass sie ihr einseitiges Kündigungsrecht gezogen haben, dagegen konnten wir nichts machen.» Dass es in Vereinen in der Grössenordnung von Unihockey Mittelland, mit immerhin 17 Teams und 250 Mitgliedern, zu Spannungen kommen könne, das sei kaum zu verhindern, so Summermatter. «Im Oktober hatten wir Diskussionsbedarf bei vereinzelten Juniorenteams, jetzt gab es bei den Grossen gewisse Dinge zu bereden. Das Wichtigste ist, dass man die Probleme Ernst nimmt und einer zukunftsfähigen Lösung zuführt.»