Die einzige, kritische Frage, die sich vor der ausserordentlichen Generalversammlung des FC Grenchen stellte, war: Kommen genug Mitglieder, damit eine ausreichende Dreiviertelsmehrheit im einzigen Geschäft,  „Fusion mit Wacker Grenchen“, möglich wird? Nun – es kamen – und wie. „Es freut mich extrem, dass so viele da waren“, hielt FCG-Geschäftsleiterin Lilo Dellsperger mit einem Lachen auf den Lippen  fest. Gar ein Strahlen zauberte der guten Seele des Vereins dann das Abstimmungsresultat ins Gesicht.

Alle 68 Vereinsmitglieder votierten ohne Enthaltung und für eine Fusion mit Wacker. Damit bleibt der Name „FC Grenchen“ unter der Registriernummer 13012 beim SFV auf der Schweizer Fussball-Landkarte bestehen. „Der Aufwand während den letzten Monaten war enorm – aber es hat sich gelohnt“, freute sich Dellsperger.

Garantiert schuldenfrei

Die GV war nur wenige Sekunden alt, als die Delegierten bereits erstmals zu einer Ovation ansetzten. Der Applaus galt den Nachbaren von Wacker, die tags zuvor im Namen des FCG auf ihren Namen verzichtet hatten. Dies, indem sie einer Fusion mit dem FCG ebenfalls zustimmten. Eine bemerkenswert weitsichtige und grosse Geste, der selbst eingefleischte FCG-ler im Stadion Brühl null Widerstand in Form von kritischen Anmerkungen mehr entgegensetzen wollten. Ganz nach dem Bibelspruch: „Wer Gutes tut, dem wird Gutes widerfahren.“

Der Tenor der Versammlung blieb so von A bis Z entkrampft, ja fast schon fast freudig erregt. Die Krampf- und Kampftage beim FC Grenchen, die zum drohenden Bankrott und Zerfall führten und die gar noch nicht lange zurückliegen, sind vorerst passé. Dazu trägt auch die Versicherung des neuen Interimspräsidenten David Baumgartner bei, der den FCG-Mitgliedern nachhaltig beteuerte, dass ihr Klub dank „nun fliessender und neuer Sponsorengelder garantiert schuldenfrei“ in die „Ehe“ mit Wacker geht.

Jetzt geht’s los

Freilich ist es mit dem gestrigen Entscheid nicht getan. Am 19. Juni findet nun die erste Generalversammlung des neuen FC Grenchen statt. „Dann gilt es unter anderem die Vorstandsmitglieder zu bestimmen“, so Baumgartner. Diese werden sich in einer ersten Phase vorab aus den „Bisherigen“ rekrutieren. „Willkommen sind jetzt aber auch neue Kräfte, die den Karren am Laufen halten“, appelliert der Interimspräsident. Mit Dany Ryser hat der Weltmeister-Trainer der Schweizer U17 von 2009 und Trainer des Jahres 2010 bereits signalisiert, dass er sich vorstellen könne, in diesem von allen Seiten – sei es der Behörden, des FC Solothurn, des Verbandes oder Sponsoren und Donatoren – getragenen, neuen FC Grenchen, ein Engagement im Nachwuchs zu übernehmen. Schon jetzt lässt sich sagen: Diese Fusion bringt in erster Linie sehr viel Gutes für die Betroffenen.