Offensichtlich wollten die Rotweissen unnötige Risiken vermeiden. „In der ersten Halbzeit müssten wir mit unseren zwei bis drei guten Chancen in Führung gehen, aber der letzte Pass hat nicht funktioniert“, bedauert FCS-Trainer Dariusz „Darek“ Skrzypczak. Da auch die Jurassier vorsichtig auftraten, entstand ein statisches Spiel. Ab der 25. Minute erarbeiteten sich die Gäste Vorteile.

Sie wirkten strukturierter und versuchten sich mit Kombinationen durchzusetzen. Gegen einen Osmani-Schuss konnte Fleury dazwischen fahren (33.). Auf Vorarbeit von Osmani fiel Chattons Schuss zu schwach aus (40.). Aus der Drehung schoss Chatton Delsberg-Hüter Fankhauser in die Arme (45. + 1). Vorher setzten jedoch die Romands ein Ausrufezeichen: Mulaj setzte einen Distanzschuss an die Querlatte (43.).

Offener Schlagabtausch in Hälfte 2

Dieser fade Eindruck wurde in der zweiten Halbzeit korrigiert. Zuerst fiel wieder Mulaj mit einem erneut nicht zwingenden Distanzschuss an die Latte (50.) auf, dann verpasste Osmani mit dem Kopf auf Chatton-Vorlage das gegnerische Gehäuse nur knapp (55.). Zwei Minuten später zog Dionys Stadelmann in der Mitte los und durch. Aus offsideverdächtiger Position brachte er die Platzherren in Führung. Die Reaktion der Gäste folgte.

Das Umschaltspiel funktionierte. Chatton wurde in die Tiefe geschickt und seine Hereingabe schloss Hunziker mit dem Ausgleich ab (60.). „Leider sind wir in Rückstand geraten, aber die Mannschaft hat gut reagiert, wobei wir mehr nach vorne machen wollten, denn wir sind gekommen, das Spiel zu gewinnen“, analysiert der polnische Gästetrainer. Damit war der offene Schlagabtausch eröffnet. Bähler – der erst 16-jährige Solothurner Schlussmann ersetzte Stammhüter Jeffrey Grosjean, der sich in der Schlussphase im Spiel gegen die Old Boys verletzte – konnte sich ein erstes Mal mit geschicktem Herauslaufen gegen Camara auszeichnen und ein Tor verhindern.

Gegen den zweiten Führungstreffer der Welschen war er jedoch machtlos. Dionys Stadelmann spielte Villemin an, dieser Forte und dessen Schuss lenkte ein eigener Mitspieler unhaltbar zum 2:1 ab (63.). Delsberg blieb am Drücker. Solothurn musste sich neu sortieren. In der 73. Minute gelang Osmani mit einem herrlichen Schuss aus der Drehung am rechten Pfosten vorbei der erneute Ausgleich. Das Zuspiel kam von Arifi. „Nach diesem Spielverlauf nehmen wir das 2:2 gerne mit, denn auch der Gegner war offensiv orientiert“,  resümiert Skrzypczak.

Jungspund Bähler klärte zwei Mal

Erneut Bähler verhinderte die erneute Führung der Jurassier durch geschicktes Herauslaufen gegen Camara (78.). „Pech für den verletzten Jeffrey Grosjean, Glück für Bähler, er ist noch so jung und doch so reif“, rühmt sein Trainer dessen abgeklärte Leistung. Den zweiten Ball von Mast konnte Du Buisson sicher klären. Damit war das Spektakel noch nicht vorbei. In der vierten Nachspielminute wehrte Evan Stadelmann einen letzten Versuch Chattons auf der Linie ab. Das gerechte Unentschieden behielt Bestand.

Nachdem auch der nächste Gegner Biel mit ebenfalls einem 2:2 im Aufsteigerduell gegen Goldau zwei Punkte liegen lassen musste, kommt es am Samstag ab 16 Uhr im Stadion im letzten Vorrundenspiel zum Verfolgerderby hinter Leader Black Stars (26 Punkte): Der Seeländer Gast weist als Zweiter 25 Punkte auf, Gastgeber Solothurn als Dritter deren 24!