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Oensinger Triathlet freut sich auf die WM in Australien

Statt 30 Grad wars beim Rennen in Utah im Mai nur 10 Grad warm. Dennoch schaffte Manuel Hürzeler die WM-Quali.

Statt 30 Grad wars beim Rennen in Utah im Mai nur 10 Grad warm. Dennoch schaffte Manuel Hürzeler die WM-Quali.

Manuel Hürzeler hat das Ticket für die Mitteldistanz-WM im Triathlon im Sack. Dass der Oensinger einen Startplatz für das Rennen in Australien hat, gibt ihm einen zusätzlichen Schub in den Trainings.

Manuel Hürzeler, welches waren für Sie im 2016 bisher die wichtigsten Rennen?

Manuel Hürzeler: St. George/Utah und Luxemburg. Beides waren Mitteldistanz-Rennen unter sehr speziellen Einflüssen. In St. George, in der Nähe von Las Vegas, war es im Mai nur 10 Grad warm und das Rennen fand unter Dauerregen statt. Normalerweise müssten dort um diese Jahreszeit 30 Grad herrschen. In Luxemburg musste wegen den schlechten Wetterverhältnissen sogar das Schwimmen abgesagt werden.

Liefs wenigstens sportlich zufriedenstellend, wenn schon das Wetter nicht mitmachte?

Ja, ich bin sehr zufrieden mit meinen Leistungen. In St. George machte ich mit Ausnahme der Laufstrecke ein gutes Rennen. Ich war auf den ersten zehn Kilometern vom Schwimmen noch leicht unterkühlt. Deshalb liefs nicht ganz wie erwartet. Ich hatte etwas Mühe, den Rhythmus zu finden. Das Durchbeissen hat sich aber definitiv gelohnt. Im Ziel reichte es für die Qualifikation für die WM im September in Australien.

Gratulation dazu! Dann konnten Sie in Luxemburg sicher unbeschwerter an den Start gehen? Wie lief das Rennen im Juni?

Als Ersatz für die 1,9 Kilometer lange Schwimmstrecke wartete zum Auftakt des Rennens eine Laufstrecke von sechs Kilometern. Auf der folgenden Radstrecke lief es mir sehr ordentlich, und auch beim abschliessenden Halbmarathon konnte ich ziemlich lange das gewünschte Tempo halten. Am Ende resultierte eine neue persönliche Bestzeit auf der Halb-Ironman-Distanz.

Stimmt Ihre Formkurve?

Meinem Ziel, ein perfektes Rennen, in dem ich die absolute Top-Leistung abrufen kann, komme ich immer näher. Im Moment sind es noch grundlegende Sachen, welche noch nicht ganz meinen Erwartungen entsprechen und in die ich noch etliche Trainingsstunden investieren werde. Mit meiner Formkurve an sich bin ich aber sehr zufrieden. Meine Zeiten werden von Rennen zu Rennen schneller. Der Trainings-Aufwand zahlt sich mehr und mehr aus. Das gibt mir ein gutes Gefühl.

Wie fühlen Sie sich mit dem WM-Ticket in der Tasche?

Dass ich den Startplatz für Australien auf sicher habe, gibt mir noch einmal einen zusätzlichen Schub in den Trainings. Und zugleich bietet mir dieses Ticket die Möglichkeit, mich mit den absoluten Top-Athleten der Welt auf der Mitteldistanz messen zu können.

Wie gross ist Ihr Trainingspensum?

Im Moment trainiere ich zirka 15 bis 18 Stunden pro Woche in den Disziplinen Schwimmen, Rad, Laufen und Kraft. Zudem verbringe ich rund drei bis vier Stunden pro Woche mit Regeneration. Dazu gehören Sauna, Massage und Stretching.

Welche Wettkämpfe stehen vor der Weltmeisterschaft noch an?

Bis zum September nehme ich nur noch an einem Mitteldistanz-Triathlon in Budapest teil. Diesen Wettkampf schenke ich mir quasi selber zum 30. Geburtstag. Denn der Wettkampf findet am 30. Juli, an meinem Geburtstag, statt. Je nach Möglichkeiten werde ich noch zwei Sprint-Rennen in der Region einbauen.

Wie lautet das Ziel für Ungarn?

Mein primäres Ziel ist es, eine neue persönliche Bestzeit auf der Mitteldistanz aufzustellen. Dafür muss ich mich in allen drei Disziplinen noch steigern. Weil die Strecke in Budapest flach der Donau entlang verläuft, erwarte ich ein sehr schnelles Rennen. Eine neue Bestzeit sollte also möglich sein.

Wie gross ist die Vorfreude bereits auf die WM in Australien?

Der Fokus ist ganz klar jetzt schon auf das WM-Rennen gerichtet. Das Schwimmen im Meer ist immer ein sehr spezielles Erlebnis. Auch auf die ganze Ambiance bin extrem gespannt. Es wird ein Riesen-Event werden. Die Konkurrenz wird dementsprechend auch knallhart sein. Aber ich sehe das WM-Rennen als Herausforderung und Ansporn, mich mit den Besten zu messen. Da es für mich das letzte Rennen der Saison sein wird, mache ich anschliessend mit meiner Freundin noch eine Woche Ferien in Australien. Darauf freue ich mich ebenfalls.

Welche langfristigen Ziele verfolgen Sie?

Das ganz grosse Ziel ist und bleibt die Ironman-Langdistanz-WM auf Hawaii. Aber um dort starten zu können, muss ich noch mehr investieren. Ich bin aber durchaus bereit dazu. Der Weg ist eingeschlagen, nun muss ich einfach dranbleiben. Dann liegt Hawaii 2018, oder vielleicht sogar schon im nächsten Jahr griffbereit.

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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