Der FC Oensingen blickt auf zwei sehr turbulente Jahre zurück. Am Ende der Saison 2014/15 musste der Klub überraschend in die 4. Liga abtauchen. Doch die Oensinger vermochten den Schock schnell zu verdauen. Bereits in der folgenden Spielzeit schaffte der FC Oensingen unter dem neuen Trainer Ernst Frei souverän den Wiederaufstieg – der FCO blieb während der ganzen Saison 2015/16 ungeschlagen.

Und jetzt steigen die Oensinger schon wieder auf. Dies dank eines eindrücklichen Steigerungslaufs in der laufenden Meisterschaft. Die Frei-Elf lag in der 3. Liga Gruppe 2 lange Zeit auf Platz drei, legte in der Rückrunde aber einen Schlussspurt mit sieben Siegen in Serie hin und sicherte sich dadurch den Platz in den Aufstiegsspielen. Dort bauten sie am Dienstag in der ersten Runde die Siegesserie mit einem 1:0 auswärts bei Subingens «Zwöi» auf acht Vollerfolge hintereinander aus und brachten sich in die Poleposition für den Aufstieg.

Trotz 4:0 noch gezittert

Im Derby gegen den FC Klus/Balsthal am zweiten Spieltag der Promotionsrunde liessen die Oensinger (lange) nichts mehr anbrennen. Trainer Ernst Frei veränderte seine Startformation im Vergleich zum Subingen-Match gleich auf drei Positionen: Romanovic, Bogucanin und Djuric rückten für Kahraman, Captain Qadraku und Stählin, dem einzigen Torschützen gegen Subingen, in die Startelf. Klus/Balsthal-Trainer Fredi Bargetzi auf der anderen Seite nahm nur eine Änderung vor: Fluri ersetzte Martinovic auf der Position des rechten Aussenverteidigers.

Beflügelt von der grossen Chance auf den frühzeitigen Aufstieg gelang dem Heimteam vor einer beeindruckenden Kulisse mit über 800 Zuschauern ein Traumstart. Klus/Balsthal war in der 11. Minute nach dem Abwehren des ersten Oensinger Eckballs noch nicht sortiert. Rexhepi kam frei zum Abschluss, Goalie Teutschmann musste diesen nach vorne abklatschen lassen und Oensingens Topskorer Prenaj staubte mit seinem 17. Saisontor zum 1:0 ab.

In der 37. Minute erhöhten die Gastgeber auf 2:0. Wieder fiel der Treffer nach einem Eckball. Der aufgerückte Verteidiger Rexhepi stieg am höchsten, gegen seinen kraftvollen Kopfball aus kurzer Distanz war Teutschmann machtlos. Zwischen den beiden Gegentreffern verzeichnete Klus/Balsthal eine kurze Druckphase. Kostadinovic (13.) und Berger (21.) verpassten den Ausgleich für die Gäste. Stattdessen kam es vor dem Pausenpfiff noch bitterer für den FCKB. Oensingen-Angreifer Djuric wurde im Sechzehner von den Beinen geholt, der Unparteiische entschied sofort auf Strafstoss. Diesen verwandelte Gjokaj eiskalt via Lattenunterkante.

Nach Brunners 4:0 in der zweiten Halbzeit (70. Minute) bahnte sich für Klus/Balsthal gar ein Debakel an. Doch mit dem Mut der Verzweiflung wurde die Bargetzi-Elf in der Schlussphase plötzlich doch noch gefährlich. Und treffsicher: In der 92. Minute gelang den Balsthalern der 3:4-Anschlusstreffer. Oensingen musste doch noch einmal zittern und schrammte nur knapp am Super-GAU vorbei. Erst mit dem Schlusspfiff kam die Erlösung.

Déjà-vu für Klus/Balsthal

Ausgelassen feierten die Oensinger mit ihrem Anhang den zweiten Aufstieg in Folge, den zum Saisonstart wohl nicht einmal die kühnsten Optimisten erwartet hätten. Die getätigten Transfers in der zweiten Saisonhälfte zahlten sich aus. Nach einer 12-jährigen Abwesenheit ist der FC Oensingen zurück in der 2. Liga.

Betrübte Stimmung herrscht dagegen beim FC Klus/Balsthal, der zum dritten Mal in den letzten vier Jahren den Aufstieg zu verpassen droht. Nach dem Sieg des FC Lommiswil gegen Subingen II haben die Thaler ihr Schicksal am dritten und letzten Spieltag nicht mehr in den eigenen Händen. Alle Vorteile sind beim FC Lommiswil. Klus/Balsthal braucht am Mittwoch einen (hohen) Sieg gegen Subingen, gleichzeitig dürfte Lommiswil gegen Oensingen nicht punkten.