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Nur Geduld bringt Früchte: Bettlach schiesst sich in den Halbfinal

Bettlach steht nach 5:3-Sieg gegen Bonstetten-Wettswil erstmals in der Vereinsgeschichte im Playoff-Halbfinal der NLA. Im Halbfinal treffen die Solothurner nun auf die Zuger aus Oberwil.

Hans Peter Schläfli
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So sehen Sieger aus: Bettlachs erster Block darf sich feiern lassen. HPS

So sehen Sieger aus: Bettlachs erster Block darf sich feiern lassen. HPS

Hans Peter Schläfli

«Wir hatten Geduld und spielten weiter, bis sich die Torchancen ergaben», analysierte Trainer Marco Christen den Unterschied, der zum Bettlacher 5:3-Sieg gegen Bonstetten-Wettswil geführt hatte, der mit 2:1-Siegen aus der Viertelfinalserie den Einzug in den Playoff-Halbfinal bedeutete. «Es waren die Details und die individuelle Klasse einzelner Spieler», fuhr Christen fort. Und mit der individuellen Klasse konnte er nur die beiden Tschechen Lukas Hudecek und Petr Rybon gemeint haben, die gemeinsam für alle fünf Tore mit ihrem Namen zeichneten.

Starker Gäste-Goalie

Derart herausragend war beim Gegner nur Jérôme Weber, dem Christen das Attribut «Weltklasse» zugestand. «Gegen einen solchen Goalie ist eben die Geduld entscheidend, man darf nicht hektisch auf gut Glück schiessen.» Wie man es gegen eine solche Festung richtig macht, das zeigte Rybon, als er einen Querpass von Hudecek unhaltbar von der Mittellinie direkt zum 2:2 versenkte, ohne dem gegnerischen Goalie überhaupt die Zeit zu lassen, in seine nahe Ecke wechseln zu können.

Gegner schiesst aus allen Lagen

Insgesamt war Bettlach war mehr am Ball, während Bonstetten-Wettswil aus allen Lagen schoss und auf diese Art auch immer wieder Goalie Joey Raboud gefährlich prüfte. Einen weiteren Unterschied machte die Härte, denn die Bettlacher gingen mehr zur Sache – manchmal übertrieben sie es sogar ein wenig. Zwei Meter vor der Bande den Gegner so zu checken, dass dieser Kopf voran in die Bande fliegt, wie dies Hudecek mit Ron Wymann nach einer halben Stunde ungestraft machte, das wäre nicht nötig. Die Schiedsrichter liessen zu viele dieser gefährlichen Aktionen zu, bis sie sich eher zufällig Lukas Stähelin herauspickten und diesen mit einer Disziplinarstrafe wegen eines Checks in den Rücken in die Kühlbox schickten.

Oberwil als nächster Gradmesser

Dann waren es aber die Strafen gegen Bonstetten-Wettswil, die den Ausschlag gaben. Es waren zwar nur deren vier, aber Bettlach nutzte zwei davon mit seinem unwiderstehlichen Powerplay aus. Da kamen beim vorentscheidenden 4:3 die Pässe millimetergenau an, bis sich beim Gegner eine Lücke auftat.

So konnten sich die Bettlacher am Ende verdientermassen über den erstmaligen Einzug in die Playoff-Halbfinals freuen. «Es war sehr schwierig und deshalb ist es umso schöner, dass wir es endlich bis in den Halbfinal geschafft haben», meinte Coach Christen. Nach der Osterpause wird es gegen Oberwil weiter gehen. «Jetzt sind wir der Aussenseiter, das ist klar. Aber wir haben Oberwil in dieser Saison schon einmal geschlagen und es gibt keinen Grund, vor diesem Gegner Angst zu haben.»