Die Schweiz darf sich amtierender Europameister nennen. Vor zwei Jahren besiegte das Team von Trainer Oliver Lang im deutschen Schweinfurt Österreich im Finale und geht somit in diesem Jahr als Titelverteidiger in die Spiele. Bereits damals mit dabei war auch Kevin Nützi.

Für den 24-jährigen Neuendorfer vom STV Oberentfelden ist es das Schönste, mit dem Schweizerkreuz auf der Brust auf den Platz zu gehen und die Nationalhymne zu singen. «Die Schweiz an einer EM vertreten zu dürfen, ist für mich eine Ehre. Jedes Mal, wenn ich für mein Land auflaufe, kommen unbeschreibliche Emotionen hoch», sagt er.

Starke Gruppengegner

Seit 1974 hat die Schweiz an Europameisterschaften immer eine Medaille erringen können – das soll auch dieses Jahr nicht anders sein. «Der Finaleinzug ist unser Ziel, dort ist dann alles möglich», erklärt Nützi. Um in den besagten Final vorstossen zu können, braucht es bereits in den Gruppenspielen gute Leistungen. Dort treffen die Schweizer auf die beiden Mitfavoriten Deutschland und Österreich. Die anderen beiden deutschsprachigen Nationen wurden, seit es im Faustball Europameisterschaften gibt, immer mindestens Dritter. Kevin Nützi weiss, was es braucht, um diese Faustballnationen zu schlagen: «Teamgeist und Zusammenhalt sind gefordert. Ausserdem darf der Wille, unbedingt gewinnen zu wollen, bei keinem Spieler fehlen».

Akribische Vorbereitung

Da an den Europameisterschaften nur sechs Teams antreten, sind die Erwartungen natürlich gross. Italien, Tschechien und Serbien gelten als grosse Aussenseiter – deshalb wird der Gewinn einer Medaille im eigenen Land für die Schweiz zur Pflichtaufgabe. Von Druck will Kevin Nützi allerdings nichts wissen: «Im Gegenteil. Da die EM fast vor meiner Haustür ist, werden meine Freunde und Familie vor Ort mitfiebern können. Ich freue mich auf die gute Stimmung».

Mit Trainingslagern in Magglingen und Flims sowie diversen Abendtrainings hat sich die Nati perfekt auf die Europameisterschaften vorbereitet. Nützi und seine Teamkollegen konnten bereits letztes Jahr bei den World Games in Kolumbien überzeugen und die Silbermedaille gewinnen. Geschlagen geben musste man sich damals nur von Deutschland. Ob die Schweiz sich dafür revanchieren kann, wird sich schon am Freitag zeigen, wenn die Schweiz um 17.15 Uhr gegen den Topfavoriten ins Turnier startet.