Swiss League
Nur ein Tor reicht nicht immer zum Sieg: Der EHC Olten verliert gegen die Rapperswil-Jona Lakers 1:3

Lange lagen die Dreitannenstädter mit 1:0 vorne, doch im letzten Drittel hatte Rapperswil das Blatt noch gewendet. Der EHC Olten verliert bei den Lakers 1:3 und steht nun vor dem nächsten Spiel am Mittwoch mit 1:2 in der Serie in Rücklage.

Silvan Hartmann
Drucken
Teilen
Rapperswil-Jona - EHC Olten (02.04.18)
12 Bilder
Das Tor zum 3:1.
Martin Ness (Lakers) Michael Huegli (Lakers) jubelt nach dem Tor zum 3:1.
Evgeni Chiriaev (Olten) Torhueter Melvin Nyffeler (Lakers).
Der Captain Cedric Schneuwly erzielt in Unterzahl das Tor zur 1:0-Führung
Durcheinander vor dem Oltner Tor
Luca Zanatta im Zweikampf
Marc Grieder und Jay McClement zwingen den Topskorer von Rapperswil in die Knie
Evgeni Chiriaev kämpft um den Puck
Chaos vor dem Tor der Rapperswiler
Ein Schuss der Oltner
Topskorer Lukas Haas im Sandwich

Rapperswil-Jona - EHC Olten (02.04.18)

freshfocus

46 Minuten und 50 Sekunden waren gespielt, als der Bann doch gebrochen wurde: Verteidiger Fabian Maier erlöste die Rapperswiler Torflaute von nicht weniger als 107 Spielminuten und glich mit seinem Weitschuss von der blauen Linie das Spiel aus. Für einen kurzen Moment stimmte im Oltner Defensivspiel die Zuordnung nicht, waren die Flügelstürmer doch einen Schritt zu weit weg von den Lakers-Verteidigern gestanden.

Olten liess sich zunächst von dem 1:1-Gegentreffer nicht aus der Bahn werfen, verzeichnete weiterhin viele Offensivaktionen und liess die Scheibe gut laufen.

Just in einer Phase, in welcher der EHCO an einem weiteren Treffer zu schnuppern schien, entwischte Rapperswils Torgarant Michael Hügli und verwertete eiskalt (54.).

Es war ein Tor, das aufgrund einer Abfolge von einigen Fehlern fiel: Erst verlor Stürmer Stefan Mäder in der Offensive die Kontrolle über die Scheibe, danach rutschte Verteidiger Simon Barbero aus, worauf Torschütze Hügli den sonst wiederum überragenden EHCO-Torhüter Matthias Mischler keine Chance liess.

Olten versuchte, sich noch einmal aufzubäumen, – Rouiller hatte den Ausgleich auf dem Stock – doch stattdessen folgte der Genickbruch im Gegenstoss: Lakers-Stürmer Martin Ness fand viel Platz vor und erhöhte zum 3:1-Schlussstand.

Die Ernüchterung war im EHCO-Lager gross: «Wir schiessen zurzeit keine Tore. Man kann einmal eine 1:0-Führung nach Hause bringen, aber das funktioniert nicht in jedem Spiel. Vor allem auch auswärts ist es doppelt schwierig bei einem solchen Gegner mit viel Qualitäten. Wir müssen in der Offensive mehr Chancen kreieren. Wir brauchen mehr als bloss ein Tor pro Spiel», bilanzierte EHCO-Trainer Chris Bartolone.

In die Passivität gerutscht

Bis zu den Gegentreffern hatte der EHC Olten ein Spiel gezeigt, dass in keiner Weise mit der 0:5-Niederlage aus Finalspiel eins zu vergleichen war: Aufsässig, mutig, kämpferisch, den Kopf bei der Sache.

Bereits in den Startminuten war erkennbar, dass die Oltner beim 1:0-Heimsieg Blut geleckt hatten. Die Dreitannenstädter starteten vielversprechender als die Lakers. Der EHCO schnupperte gleich mehrmals, wie in der Partie zuvor, an einem Blitzstart.

Doch es kam anders: Stets raubten die Schiedsrichter dem EHC Olten mit kleinlich gepfiffenen Strafen ohne klar ersichtliche Linie den Rhythmus. Insgesamt mussten die Oltner acht kleine Strafen absitzen, während die Lakers deren vier zu verbüssen hatten. Als die Konzentration ein erstes Mal der Frustration über die Schiedsrichter wich, hatte der EHCO kurz vor der ersten Pause eine brenzlige 3-gegen-4-Situation mit Glück überstanden.

Nach einer weiteren Strafe wegen Bandenchecks gegen Oltens Silvan Wyss schlug die Gerechtigkeit zu: Rapperswil-Topskorer Jared Aulin vertändelte die Scheibe in der Offensive gegen Joel Fröhlicher, der ihn daraufhin gekonnt abdrängte, sodass Captain Cédric Schneuwly alleine auf Lakers-Torhüter Melvin Nyffeler losstürmte und ihn in Unterzahl zwischen den Beinen erwischt hatte (22.).

Dass der EHCO jedoch aus dieser Unterzahlsituation Profit schlug, war viel mehr Torhüter Matthias Mischler zu verdanken: Nur Sekunden nach dem Shorthander parierte der grosse Oltner Rückhalt innert weniger Sekunden gleich fünf Mal mirakulös.

Oltens grösster Gegner war in der Folge – vor allem im Schlussabschnitt – die eigene Passivität. Immer wieder liess sich der EHCO in die Defensive drängen, ohne selber für Offensivaktionen zu sorgen. Lange ging es nicht zuletzt dank Torhüter Mischler gut, ehe die Rapperswil-Jona Lakers 13 Minuten vor Schluss doch noch die Wende einläuteten.

Nach dem Spiel sprach man im EHCO-Lager gerne über die Leistungen der Schiedsrichter, gab sich aber dennoch zuversichtlich für das Heimspiel vom Mittwochabend: «Die Strafen haben uns wohl das Genick gebrochen. Aber diese Mannschaft zeigt Leidenschaft, zeigt grossen Teamspirit. Jeder kämpft für den anderen. Daran müssen wir uns festhalten», sagte Silvan Wyss.

Für weniger erfreuliche Gesichter sorgte beim EHCO nicht nur die Niederlage, sondern auch die Tatsache, dass Stürmer Marco Truttmann nach einem nicht geahndeten Check in der Mitte des dritten Drittels verletzt ausgefallen war.

Er dürfte sich nach ersten Erkenntnissen erneut an der Ende vergangenen Jahres operierten Stelle verletzt haben.

Rapperswil-Jona Lakers - Olten 3:1 (0:0, 0:1, 3:0)

5145 Zuschauer. – SR Müller/Tscherrig, Altmann/Fuchs. – Tore: 22. Schneuwly (Fröhlicher/Ausschluss Wyss!) 0:1. 47. Maier (Mason, Mosimann) 1:1. 54. Hügli 2:1. 57. Ness (Hügli, Mosimann) 3:1. –Strafen: 4-mal 2 plus 10 Minuten (Rizzello) gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 8-mal 2 Minuten gegen Olten.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Gähler, Berger; Iglesias, Schmuckli; Sataric, Maier; Geyer, Büsser; Aulin, Knelsen, Rizzello; Mosimann, Mason, Hügli; Hüsler, Ness, Primeau; Profico, Lindemann, Casutt.

Olten: Mischler; Rouiller, Grieder; Lüthi, Bucher; Fröhlicher, Zanatta; Bagnoud, Barbero; Truttmann, Sharp, McClement; Muller, Mäder, Horansky; Haas, Schirjajew, Wyss; Huber, Schneuwly, Rexha.

Bemerkungen: Die Rapperswil-Jona Lakers ohne Brem (verletzt), und Morin, Olten ohne Ihnacek (beide überzählige Ausländer) sowie Ulmer (krank). - Pfostenschuss Aulin (29.). Timeout Olten (57:40) und ab 57:01 ohne Torhüter.

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach:

Aktuelle Nachrichten