Der HC La Chaux-de-Fonds ist und bleibt der Angstgegner des EHC Olten. Zur Erinnerung: Im letzten Frühling eliminierten die Neuenburger den überlegenen Qualifikationssieger aus Olten in der ersten Playoff-Runde. Und auch das erste Gastspiel des EHCO in der laufenden Saison in La Chaux-de-Fonds endete mit einer Niederlage (5:6). Gestern nun folgte der nächste Tiefpunkt. Eine Heimniederlage gegen den Tabellenletzten. Die ersatzgeschwächten Chaux-de-Fonniers, die mit nur einem Ausländer antraten, entführten mit einem knappen 2:1-Sieg verdientermassen drei Punkte aus den Kleinholz-Stadion. «Man muss ihre Leistung anerkennen. Sie hängten sich rein, ihr Einsatz war tadellos», verteilte EHCO-Trainer Scott Beattie verbale Blumen an den Gegner. Für die eigene Mannschaft hatte er dagegen keinen Grund, nach positiven Aspekten zu suchen. «Wir haben viel zu wenig geschossen. Ausserdem hat uns die Intensität gefehlt, der Hunger, die Genauigkeit», resümierte der sichtlich enttäuschte Kanadier.

Gerade die fehlende Präzision zog sich wie ein roter Faden durch diesen trostlosen Eishockeyabend. Während draussen vor der Tür die Ausläufer des Hurrikans «Gonzalo» wüteten, wehte drinnen im Stadion ein laues Lüftchen. Die Oltner fanden nie zu ihrem Spiel, reihten Fehlpass an Fehlpass und stellten sich dazu im Powerplay derart dilettantisch an, dass sich die Zuschauer bald einmal mit Grausen abwandten.

Siebenmal hatte der EHCO die Chance, mit einem Mann mehr auf dem Eis zu agieren, die Ausbeute war gleich null. Auf der anderen Seite nutzte La Chaux-de-Fonds gleich das erste Powerplay zum Führungstreffer durch Neininger, der einen Weitschuss von Merola unhaltbar für Oltens Goalie Bäumle ablenkte (6.)

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass es für die zuletzt viermal in Serie siegreichen Oltner, die auf fünf verletzte Spieler und den wieder für Biel im Einsatz stehenden Martin Ulmer verzichten mussten, ein mühsamer Abend werden würde. Erst recht nach dem zweiten Gegentreffer – Zubler hatte ungestört einen Abpraller verwerten können (28.). Danach ging bei den Beattie-Boys bis weit ins letzte Drittel hinein gar nichts mehr. Erst Diego Schwarzenbachs Anschlusstreffer in der 53. Minute – es war der erste Saisontreffer des designierten Goalgetters – brachte unverhofft noch einmal Spannung zurück. Doch so sehr sich die Oltner gegen die Niederlage zu stemmen versuchten: Es gelang ihnen nicht mehr, den starken Schlussmann der Neuenburger, Remo Giovannini, zu bezwingen. Und es gilt auch festzuhalten: Ein Punktgewinn wäre für den EHC Olten nach dieser uninspirierten und lustlosen Vorstellung keinesfalls verdient gewesen. Zumal sich das Versagen schön gleichmässig auf allen Schultern verteilte. Es war ein kollektiver Zusammenbruch des Oltner Ensembles.

Der Raum für Steigerung ist beim EHC Olten nach wie vor beträchtlich gross. «Verbessern kann man sich allerdings immer. Selbst wenn wir mit 7:0 gewonnen hätten, gäbe es immer noch Verbesserungsmöglichkeiten», fand Scott Beattie immerhin einen tröstenden Ansatz. Die Chance zur Wiedergutmachung bietet sich dem EHCO bereits am kommenden Freitag, wenn der EHC Visp ins Kleinholz kommt. Zur Erinnerung: Im ersten Saisonspiel ging man im Wallis mit 5:10 unter. Mehr Warnung braucht es nicht.