Nach Denis Malgin mit den Zürchern am Dienstag mussten gestern auch Stürmer Dimitri Malgin und Sportchef Albert Malgin die Überlegenheit des Klubs aus ihrer alten Heimat zur Kenntnis nehmen. Dabei fiel der Sieg gegen Martigny weitaus eindrücklicher aus als der Erfolg im Kräftemessen mit den Junglöwen.

Die Oltner drehten gegen den bisherigen Tabellenzweiten nach einem Betriebsunfall zu Beginn in etwa so auf, wie die Lautsprecheranlage über der Tribüne. Vermeldete diese noch diskret das schnelle 1:0 durch Martigny, klangen die Namen der Oltner Torschützen danach klar verstärkt ins Stadion hinein. Dass die im ersten Drittel mit schnellen Kontern gefährlichen Walliser nach 75 Sekunden durch Lachmatow die Führung übernahmen, war nicht unverdient, aber zweifelsohne vermeidbar. Immerhin zog die einheimische Defensive daraus die Konsequenzen und machte die Räume in der Folge eng.

Den Match im Nu gekehrt

In der Offensive rissen die Gastgeber die Initiative an sich und fielen bald mit schön getimten Kombinationen auf. Eine davon lenkte Schwarzenbach in der 9. Minute zu Wiebe, der seinem Topskorer-Ruf mit dem 1:1 alle Ehre machte. Da Landsmann Feser bloss 125 Sekunden später eine glückliche Hand bewies, hatten die Oltner den Match im Nu gekehrt: Der Schuss des Kanadiers prallte an die Lattenunterkante, von dort an die Mittelstange des Gehäuses und ins Feld zurück, worauf das mit zwei deutschen Refs besetzte Schiedsrichtertrio nach einer Besprechung richtigerweise auf Tor erkannte.

Die offensichtlich guten Gelegenheiten zum Skoren waren aber vorerst nicht nach dem Geschmack der Oltner. So zeigte der Platzklub in den drei Powerplays des Startabschnitts zwar ein selbstbewusstes Auftreten, vergab aber durch Feser und Truttmann auch die zwei valabelsten Möglichkeiten. Da Martigny nach den ersten zehn Minuten, in denen Schirjajew und Topskorer Michailow Oltens Keeper Bäumle mit Solovorstössen auf die Probe gestellt hatten, stark abbaute, fiel die unterdurchschnittliche Überzahl-Performance der Einheimischen nicht ins Gewicht.

Bezeichnend war trotzdem, auf welche Art die Oltner die Führung schliesslich doch noch verdientermassen ausbauten. Schnyder passte in der 29. Minute von links aussen in den Slot, wo Girardin derart unglücklich stand, dass die Scheibe ihren Weg durch die Schoner von Lory in den Kasten fand. Das Eigentor, das Schnyder auf mittlerweile drei Treffer bringt, beflügelte die Oltner dann jedoch zu einem eigentlichen Sturmfurioso. Wiebe luchste in der 32. Minute einem Martigny-Verteidiger den Puck ab, preschte in die Angriffszone, wo er Schwarzenbach mustergültig zum 4:1 bediente.

Ein Oltner Schaulaufen

Als sich die Begegnung immer mehr in ein Oltner Schaulaufen verwandelte, war die Reihe an Sturmpartner Hirt, dem in der 38. Minute endlich das erste Überzahltor gelang. Als Doppeltorschütze Feser gar noch das 6:1 im Mitteldrittel bewerkstelligte, war es um Martigny endgültig geschehen. Die besten 20 Minuten der Saison zeigten, dass Olten sein Potenzial immer besser ausschöpfen kann.

Im Schlussdrittel spielte nur noch Olten, ohne dass es die Überlegenheit in weitere zählbare Münze hätte verwandeln können. Martigny rappelte sich auch dank des Torhüterwechsels zu Todeschini defensiv wieder auf, durfte aber von einer ernsthaften Resultatverbesserung nicht einmal träumen. Zwei Powerplaysituationen eingangs des dritten Abschnitts demonstrierten vielmehr, dass die Unterwalliser offensiv zu einer lahmen Ente geworden waren. So konnten die einheimischen Fans getrost über die einzige Schwäche der Oltner hinwegsehen: Selbst als sie in der 59. Minute während 32 Sekunden mit fünf gegen drei Mann agieren konnten, wollte kein Powerplaytor mehr fallen.