Badminton
Nun trifft es auch den Badmintonklub: Solothurn zieht sein NLA-Team zurück

Der BC Solothurn zieht sein Nationalliga A-Team am Saisonende zurück. Drei Jahre nach dem Gewinn der Schweizer Meisterschaft gibt der Verein aus finanziellen und internen Gründen den Rückzug von der höchsten Liga bekannt.

Daniel Weissenbrunner
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Jähes Ende einer Ära: MonikaFischer und der BC Solothurn. hps

Jähes Ende einer Ära: MonikaFischer und der BC Solothurn. hps

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Der Spitzensport in Solothurn verliert nur wenige Wochen nach dem Aus des Tennisteams einen weiteren NLA-Klub. Wie der Verein am Mittwoch auf Anfrage bestätigte, zieht sich die Mannschaft des BC Solothurn, die 2011 mit dem Gewinn der Meisterschaft ihre Sternstunde erlebte, Ende Saison aus der höchsten Spielklasse zurück. «Es ist ein trauriger Moment, der aber nicht überraschend kommt», sagt Carlos Prieto, Vorstandsmitglied und Sportchef des Vereins.

Ausschlaggebend für diesen Schritt war in erster Linie die wirtschaftliche Situation. Die Raiffeisen Bank, Hauptsponsor des BC Solothurn, beendete auf diese Saison ihr Engagement. «Natürlich waren wir enttäuscht», gibt Carlos Prieto zu. «Wir sind aber auch dankbar, dass die Bank uns so lange unterstützt hat.»

Die Hoffnung, einen neuen Geldgeber zu finden, zerschlug sich. Die Klubspitze unternahm in den vergangenen Monaten ihr Möglichstes, um den Spitzensport am Leben zu erhalten. Vergeblich. «Es gab zwar Interessenten, die Bereitschaft signalisierten», sagt Carlos Prieto. «Irgendwann mussten wir uns aber eingestehen, dass es keinen Sinn mehr macht», zieht er nüchtern Bilanz.

Sättigung nach den Erfolgen

Am 2. März geht in Solothurn eine erfolgreiche und denkwürdige Ära zu Ende. An diesem Tag bestreitet die NLA-Equipe gegen das Team Argovia ihr letztes Spiel. Mit der Auflösung des NLA-Teams verliert der Klub sein sportliches Aushängeschild. Und das nur drei Jahre nach dem Gewinn des Meistertitels.

Carlos Prieto betont, dass nebst den finanziellen Problemen auch vereinsintern nicht mehr alle am selben Strick mitgezogen hätten. Er hat eine Sättigung festgestellt. «Die Bereitschaft, sich für den Klub zu engagieren, nahm zusehends ab.»

Geordneter Rückzug

Den schwierigen Rahmenbedingungen zum Trotz. Mit dem BC Solothurn schliesst innert kürzester Zeit – nach dem Tennisclub – ein zweiter Eliteverein aus dem Kantonshauptort seine Pforten. Für die aktuellen Spielerinnen und Spieler der Nationalliga-A-Mannschaft sucht Carlos Prieto in den verbleibenden Wochen einen geeigneten Platz.

Er legt Wert auf einen geordneten Rückzug. Entsprechende Gespräche seien im Gang. Wer in Zukunft Spitzen-Badminton sehen möchte, der muss nach Yverdon, La Chaux-de-Fonds oder Basel. In Solothurn muss man sich mit 2. Liga-Kost bescheiden.