Volleyball
Nummer eins des Kantons mit finanziellen Sorgen

Mit dem erneuten Derby-Sieg gegen Grenchen läuft es den Frauen in der 1. Liga in sportlicher Hinsicht wie am Schnürchen. Doch nun kommen ganz andere Probleme auf die besten Volleyballer des Kantons Solothurn zu, die nicht leicht zu bewältigen werden.

Michael Schenk
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Die Solothurnerinnen gewinnen auch das zweite Derby der Saison gegen Grenchen.

Die Solothurnerinnen gewinnen auch das zweite Derby der Saison gegen Grenchen.

Hans Ulrich Mülchi

Nachdem sie bereits das Hinspiel gegen Kantonsrivale Grenchen 3:1 gewonnen hatten, blieben die Solothurnerinnen auch im Rückmatch in Grenchen 3:1 erfolgreich. «Natürlich ist es schön, die Nummer eins im Kanton zu sein», sagt Florian Baur, Solothurns Coach. Der ehemalige NLA-Spieler aus Leysin, der seit rund 20 Jahren in der Region lebt und in Hägendorf als Bäcker/Konditor für Süsses und Feines sorgt, ist auf diese Saison hin von Aeschis Männern zu den Hauptstädterinnen gewechselt.

«Ich habe schon vor den drei Jahren in Aeschi oft mit Frauenteams gearbeitet; von da her bereitet mir die Umstellung gar keine Mühe», sagt Baur. Zur Leistung seiner Truppe im Derby meint der gebürtige Waadtländer: «Im ersten Satz hatten wir zu viele Eigenfehler und haben darum verloren. Danach aber lief es sehr gut.» Und was will man mehr als gewinnen?

Immer noch Steigerungspotenzial

Solothurn bleibt damit auf Kurs, das Saisonziel zu erreichen. «Wir wollen die Quali unter den ersten drei beenden», hält Baur fest. Köniz und Münchenbuchsee dürften heuer eine Schuhnummer zu gross sein für die Rot-Weissen, Rang drei aber liegt nach dem Sieg gegen Grenchen problemlos drin. «Ich denke nicht», sagt der Coach, «dass wir unser Topniveau schon erreicht haben.»

Nebst ihm als Trainer seien schliesslich auch vier Spielerinnen auf diese hin neu ins Team gekommen. «Aus dem Grund liegt punkto Automatismen noch Steigerungspotenzial drin», sagt Baur. Wenn die Equipe zusammenbleibt, «haben wir das Zeug, nächste Saison ganz vorn mitzumischen», ist der 47-Jährige überzeugt.

Massiv höhere Hallenkosten

Auch TK-Chefin Cornelia Künzi ist zufrieden mit dem, was das Frauenteam bis dato gezeigt hat. «Ja, absolut. In Anbetracht dessen, dass wir nach dem Abgang von Trainer Marco Chittaro lange nicht wussten, wer Trainer wird, bin ich sehr zufrieden.» Weniger happy ist die Teamverantwortliche dagegen mit den Rahmenbedingungen. Wenn sie sich für Volley Solothurn auf Weihnachten etwas wünschen könnte, dann begehrte sie darum eine «bezahlbare Halle».

Die Kosten an der Pädadogischen Hochschule, wo das Team oft trainiert, werden ab der nächsten Saison massiv steigen – um das fünf- bis siebenfache notabene. «Das bereitet uns Kopfzerbrechen», gibt Künzi zu. «Wir sind auf der Suche nach Ausweichmöglichkeiten. Aber so viel günstigere Hallenzeit, wie wir brauchen, finden wir hier kaum.»

Mühsam und unverständlich

Offenbar kommt die Order, massiv mehr Geld zu heuschen, nicht aus Solothurn, sondern zwecks Vereinheitlichung von der Leitung der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz. «Für einen Klub wie unseren, der viel punkto Integration und Jugendsportförderung tut, ist so ein Beschluss unverständlich», sagt Künzi. Wenn man Ausweichhallen finden sollte, verzettle dies den Verein. «Die einen sind dann da, die anderen dort und so begegnete man sich kaum noch.»

Eine Knacknuss, aus der als Sieger hervorzugehen für Solothurn nicht so leicht wird wie in den Derbys gegen Grenchen.