Faustball
Null Punkte für Neuendorf im Namen der Erfahrung

Neuendorfs Frauen und Männer sammeln in der Nationalliga A derzeit vorab Praxis und Routine, weniger Punkte.

Michael Schenk
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Der Neuendorfer Dominik Rhyn streckt sich vergebens nach einem Ball.

Der Neuendorfer Dominik Rhyn streckt sich vergebens nach einem Ball.

roland jaus

Im Rennen um die Meistertitel werden die Faustballerinnen und –balller aus Neuendorf tendenziell unter ferner liefen einlaufen. Nach vier Runden belegen die Solothurner sowohl bei den Frauen wie bei den Männern mit null Punkten den letzten Platz. Das Frauenteam, welches vor zwei Jahren aus dem Zusammenschluss mit Deitingen geboren wurde und damals dessen NLB-Platz übernahm, hat noch keinen Satz gewonnen – die Männer deren drei.

Für Guido Schenker, bis vor wenigen Wochen noch viel engagierter Sportchef des Vereins, früher Juniorentrainer und aktuell immer noch Coach der NLA-Frauen, halb so schlimm: «In beiden Equipen stehen gezielt sehr viele junge Leute im Einsatz. Insofern mussten wir damit rechnen, dass wir keine Spitzenplätze belegen.» Für den 47-jährigen Architekten ist derzeit die Erfahrung oberstes Gebot: «Wenn wir uns entwickeln und in zwei, drei Jahren möglicherweise an der Spitze mitmischen wollen, dann brauchen wir solche Erlebnisse.» Mit angezogener Handbremse in der NLB von Sieg zu Sieg eilen, «bringt niemanden weiter.» Neuendorf ist ein absolut ambitionierter Verein. Trainingslager etwa gehören durchaus zum Standard-Programm.

Keine Verstärkungen

Was die Frauen betrifft, so sind diese erst auf diese Saison hin in die NLA aufgestiegen. Und wie in vielen anderen Sportarten auch, ist der Unterschied zwischen der zweithöchsten und höchsten Spielklasse eben sehr gross. Vor allem dann, wenn man sich nicht gezielt verstärkt, was man im Fall der Gäuerinnen nicht getan hat. Insofern wird man derzeit von der Wucht dieses oder jenes Angriffsballs bisweilen förmlich erschlagen oder es fehlt an der routinierten Spielübersicht und –organisation, was dazu führt, dass man möglicherweise in einer Defensivaktion ziemlich im Lauch steht.

Jugend vor Alter

Bei den Männern ist Neuendorf aktuell sowohl in der NLA wie in der NLB vertreten. «Wir haben uns entschieden, in der höchsten Spielklasse vorab die Jungen spielen zu lassen», so Schenker. Spieler also, die vor neun, zehn Jahren alle gemeinsam mit Faustball begonnen haben. Auch hier haben die fehlenden Siege also einen nachvollziehbaren Hintergrund. Die Routiniers haben sich sozusagen ins zweite Glied zurückgezogen. Was freilich nicht heisst, dass dies auch für die Qualität gilt. Neuendorf II belegt derzeit in der NLB Rang 3. Sollte es die Konstellation so wollen, so könnte Neuendorf Ende Saison in der NLA von Neuendorf ersetzt werden.