Schwingen
Nordwestschweizer verpassen Exploit am Unspunnenfest

Am Unspunnenfest wächst keiner des Teilverbands über sich hinaus. Mehr als eine Aussenseiterrolle vermochten die Nordwestschweizer Schwinger in Interlaken nicht zu erfüllen.

Armin Leuenberger
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Limmattaler Zeitung

Sieht man von dem aufgrund seiner Leistungen in dieser Saison zu den Siegesanwärtern zählenden Bruno Gisler ab. Der Rumisberger wies immerhin vier Kranzfestsiege auf. Er startete denn auch mit einem überzeugenden Sieg gegen Titelverteidiger Martin Grab und trug damit zum schnellen Aus für den Innerschweizer im Kampf um den Tagessieg bei.

Gisler musste aber im zweiten Gang nach langer Zeit dominantem Kampf dem Urner Andi Imhof den Vortritt lassen. Nach zwei weiteren Remis blieb für den zurzeit stärksten Nordwestschweizer lediglich Platz7, zusammen mit sechs weiteren Schwingern. Auch wenn man das Fehlen der beiden verletzten Christof Bieri und Guido Thürig berüchsichtigt, ist die NWS-Spitze im Moment recht schmal.

Noch vor den beiden Routiniers Thomas Zindel und Mario Thürig, die beide mit ihren Leistungen in Interlaken nicht zufrieden sein dürfen, klassierte sich als zweitbester Nordwestschweizer der Mümliswiler Remo Stalder. Der erst 21 Jahre alte Zimmermann bezwang die beiden Eidgenossen Stefan Zbinden und Peter Imfeld. «Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, drei Gänge zu gewinnen, das ist mir gelungen.» Der 22-fache Kranzgewinner absolvierte in diesem Sommer in Wangen an der Aare die Rekrutenschule. «Man ist mir hier zwar grosszügig entgegengekommen, konnte ich doch pro Woche zwei bis drei Mal ins Training nach Hause fahren».

Stalders Auftritt im Anschwingen ging zwar in die Hosen. Zwei Niederlagen gegen Roland Krähenbühl und Stefan Arnold verhiessen nichts Gutes. Darauf steigerte sich der Kurz-Spezialist mit drei Siegen in Folge. «Schade, dass ich im letzten Gang gegen Florian Gnägi etwas zu viel Risiko einging.» Michael Gschwind, die Nachwuchshoffnung aus Hofstetten, der in dieser Saison bereits einige Male überzeugen konnte, zeigte sich, dass an einem Anlass von Eidgenössischer Bedeutung, die Trauben doch noch etwas zu hoch hängen. Gut hielt sich der junge Leimiswiler Simon Röthlisberger, der als Ersatz nachrutschte und immerhin mit drei Siegen sein erstes Unspunnenfest beendete.

Graber hatte Schlussgang-Chancen

Für Matthias Sempach, Christian Stucki und Schwingerkönig Kilian Wenger war der Zug für den Festsieg bei Halbzeit bereits abgefahren. Dafür zeigte sich der Bolliger Willy Graber in ausgezeichneter Verfassung und lag am Mittag mit drei Siegen allein auf Rang zwei. Mit seinem Unentschieden gegen Arnold Forrer leistete er wertvolle Teamarbeit und durfte sich vor dem fünften Gang gegen den Ostschweizer Jakob Roth sogar Hoffnungen auf den Schlussgang machen. «Ich musste alles auf eine Karte setzten, und habe dadurch vielleicht etwas zu viel risikiert», bilanzierte er nach der Niederlage.