Gerlafingen
Nordisch Kombinierer Tim Hug verblüfft beim Triathlon mit Spitzenleistung

Tim Hug steckt mitten in der Vorbereitung für die neue Saison. Zu Trainingszwecken bestritt der beste Schweizer Nordisch Kombinierer den Biennathlon und brachte dort die nationale Elite gehörig ins Schwitzen. Er wurde Dritter.

Fabio Baranzini
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Tim Hug läuft am Biennathlon als Dritter ins Ziel.

Tim Hug läuft am Biennathlon als Dritter ins Ziel.

Biennathlon/Fabio Baranzini

Tim Hug blickt auf seine konstanteste Saison als Nordisch Kombinierer zurück. Zwar sind Exploits wie sein bislang einziger Weltcupsieg im Jahr 2014 ausgeblieben, dafür ist der 28-Jährige im letzten Winter regelmässig in die Top 20 gelaufen. «Es war mein grosses Ziel, endlich konstanter zu laufen. Das habe ich geschafft, und das gibt mir viel Zuversicht für die Zukunft», so der Gerlafinger, der vom Deutschen Constantin Kreiselmeyer betreut wird.

Dass Hug sich im Vergleich zum Vorjahr derart steigern konnte, war nicht selbstverständlich, denn im letzten Herbst hat sich der einzige Schweizer Kombinierer auf Weltklasse-Niveau dazu entschieden, «Erneuerbare Energien und Umwelttechnik» zu studieren. «Einerseits möchte ich mich auf mein Leben nach der Profikarriere vorbereiten und andererseits brauchte ich etwas Ablenkung.

Gerade wenn es im Sport nicht optimal läuft, ist es sehr schwierig abzuschalten», so Hug. Vielleicht war es genau die Mischung aus Spitzensport und Studium, die Tim Hug jüngst zu mehr Konstanz verholfen hat. Der 28-Jährige hält jedenfalls an dieser Konstellation fest.

Schwimmen, biken und laufen

Vor wenigen Tagen hat Tim Hug im Trainingslager mit den Schweizer Skispringern in Österreich die ersten Sommersprünge von der Schanze absolviert. Davor hat er mehrere Monate intensiv an seiner Physis gearbeitet. «Ich habe viele Stunden Ausdauertraining und viele Krafteinheiten hinter mir.»

Letzten Sonntag hat der Gerlafinger im Rahmen seiner Saisonvorbereitung einen ersten Wettkampf bestritten. Allerdings hat er dafür weder Langlauf- noch Skisprungskier an die Füsse geschnallt. Tim Hug begab sich auf fremdes Terrain und hat am Bieler Multi-Sportanlass Biennathlon teilgenommen. Ein Kilometer schwimmen im knapp 15 Grad kühlen Bielersee, 30 Kilometer auf dem Mountainbike und zum Schluss noch 9,4 Kilometer laufen – das war die Herausforderung, der sich Hug gestellt hat. «Ich habe vor gut zehn Jahren mal einen Triathlon bestritten und wollte schon lange mal wieder an einem solchen Anlass teilnehmen», so Hug.

Podestplatz bei der Premiere

Bei seiner Premiere in Biel schlug sich Hug dann aber mehr als beachtlich. Zwar verlor er auf der Schwimmstrecke einige Minuten auf die Besten, war auf dem Bike dann aber gar der Schnellste und sicherte sich dank der drittbesten Laufzeit den dritten Schlussrang. «Ich hatte etwas Mühe mit den Wechseln und habe dort sicher Zeit verloren. Aber es war ein toller Anlass und ein super Training. Ich hätte dennoch niemals damit gerechnet, dass ich so weit vorne klassiert sein würde», freute sich Hug, der sich nun gezielt auf die ersten Sommerwettkämpfe in der Nordischen Kombination Ende August vorbereiten wird. Vielleicht verleiht ihm der überraschende Podestplatz am Biennathlon zusätzlich Schwung.