«Wer nur um Gewinn kämpft, erntet nichts, wofür es sich lohnt zu leben.» Dieses Zitat von Antoine de Saint-Exupéry prangt auf der Facebook-Seite des VBC Gerlafingen. Nur wenige Stunden nach der entscheidenden 0:3-Auswärtsniederlage in Steinhausen wurde dieser Beitrag veröffentlicht: «Nach dem heutigen Spiel steht fest, wir werden den achten Platz in der Abstiegsrunde nicht mehr verlassen können. Jedoch haben wir alle persönlich, wie auch sportlich, viel gelernt in dieser Saison und konnten uns weiterentwickeln. Es hat sich für uns also gelohnt.»

Bereits Anfang Monat hielt sich die Zuversicht von Trainer Christian Ruff in Grenzen: «Wir kämpfen bis zum Ende, doch die Situation ist schwierig.» Es gehe in den letzten Spielen eigentlich nur noch darum, die Saison mit Anstand zu beenden, ergänzte er. Jetzt steht fest, dass die Gerlafingerinnen in der 1. Liga einen neuen Anlauf nehmen müssen.

Viele verletzungsbedingte Ausfälle 

TK-Chef Thomas Nyffenegger, der das Team 2017 als Trainer zum Aufstieg in die NLB geführt hat, bedauert dies: «Es ist sehr schade. Der ganze Verein und das Team haben in den letzten Jahren viel Aufwand betrieben, um für ein NLB-taugliches Umfeld zu sorgen.» Den Hauptgrund für den Abstieg sieht er in den verletzungsbedingten Ausfällen: «Viele Stammspielerinnen waren nicht mehr hundertprozentig einsatzbereit. Diese Ausfälle konnten wir leider nicht kompensieren.»

Und durfte der VBC Gerlafingen auch gar nicht kompensieren. Das Transferfenster schloss nämlich bereits am 15. Dezember. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gerlafingerinnen voll in den Kampf um den Einzug in die Finalrunde involviert. Drei Punkte fehlten am Ende. In der Abstiegsrunde passte anschliessend gar nichts mehr zusammen bei den Wasserämterinnen: nur ein Punkt aus sieben Spielen.

Saison noch nicht vorbei

«Wir haben hier eine tolle Sache aufgebaut. Deshalb muss es weitergehen», kann sich Nyffenegger noch nicht konkret zum weiteren Vorgehen und möglichen Konsequenzen des Abstiegs äussern. Er verweist auf die jüngsten Erfolge im Nachwuchs, die ohne ein Aushängeschild in der NLB wohl nicht möglich gewesen wären. So spielt etwa die U13-Equipe am Wochenende vom 6. und 7. April in Genf um den Titel. «Es lohnt sich definitiv, weiter in den Nachwuchs zu investieren», so Nyffenegger.

Auch für das NLB-Team ist die Saison noch nicht ganz gelaufen. Dies erfährt man ebenfalls auf der Facebook-Seite. Dort wird auf den letzten «Knaller» der Saison hingewiesen, das abschliessende Heimspiel gegen Volleya Obwalden vom kommenden Samstag. «Lasst uns noch mal zusammen feiern und hochklassiges Volleyball geniessen.»