Fussball
«Noch nichts konkret»: Wer wird neuer Wangen-Trainer?

Der Entscheid über die Nachfolge von Salvatore Romano fällt wohl erst im Januar. Laut dem Teammanager sollte bis zum 5.Januar feststehen, wie es in der Rückrunde aussieht.

Raphael Wermelinger
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Mitte November trennten sich die Wege des FC Wangen und Trainer Salvatore Romano. Bislang ist noch unklar wer ihn beerbt.

Mitte November trennten sich die Wege des FC Wangen und Trainer Salvatore Romano. Bislang ist noch unklar wer ihn beerbt.

Oltner Tagblatt

Dem FC Wangen rennt allmählich die Zeit davon. Noch immer ist offen, wer beim Erstligisten in der Rückrunde als Trainer an der Seitenlinie stehen wird. Die Mannschaft befindet sich bereits seit Mitte November in der Winterpause.

Bald stehen die Festtage an, während denen wohl kaum intensive Verhandlungen stattfinden werden. Mitte Januar, also in etwas mehr als drei Wochen, startet auf der Chrüzmatt die Vorbereitung für die zweite Saisonhälfte. Bis dann muss die Nachfolge von Salvatore Romano, von dem sich der FC Wangen im November getrennt hat, definitiv geklärt sein.

Die erste Frist verlängerten die Klubverantwortlichen bereits. «Die Suche läuft. Einzelne Gespräche mit möglichen Kandidaten wurden bereits geführt, konkret ist aber noch nichts», antwortete Günay Sengül am 30. November auf die Anfrage dieser Zeitung zum aktuellen Stand der Trainersuche.

«Wir wollen uns bis spätestens Mitte Dezember entscheiden», so der Sportchef weiter. Jetzt macht es also den Anschein, als könnte sich der FC Wangen doch kein Geschenk in Form eines neuen Trainers unter den Weihnachtsbaum legen. «Wir klären momentan noch ein paar Möglichkeiten ab. Bis zum 5. Januar sollten wir endgültig wissen, wie es in der Rückrunde weitergeht», gab Teammanager Sabri Dibrani gestern Auskunft.

Sein Favorit für den Trainerjob heisst Bejtush Rrustolli. Doch dem langjährigen Goalgetter des FC Wangen, der während der Vorrunde als Assistent von Salvatore Romano amtete, fehlt das Diplom für die 1. Liga.

Grosser Verschleiss an Trainern

Obwohl die Zeit drängt, ist es dennoch verständlich, dass man sich auf der Chrüzmatt Zeit lässt bei der Trainersuche. Denn in dieser Beziehung ist der FC Wangen ein gebranntes Kind. Seit Ende 2004, als René Erlachner den Klub nach mehr als sieben Saisons verlassen hat, geben sich die Trainer in Wangen die Klinke in die Hand.

Inklusive Interimslösungen kam es beim FCW in den letzten knapp zehn Jahren zu exakt 17 Trainerwechseln. Nach Erlachners Abgang beendete Bernd Kilian die Saison 2004/05 mit den Wangnern. Für die Folgesaison übernahm Salvatore Romano erstmals den Posten, in der Vorrunde 2006/07 stand mit Mirko Pavlicevic bereits wieder ein neuer Übungsleiter bereit. Die Liaison dauerte aber erneut nur eine halbe Spielzeit.

Die Wangen-Trainer der letzten Jahre

2016/17: Salvatore Romano
2015/16: Willy Neuenschwander, Alain Roussel, Dariusz Skrzypczak
2014/15: Goran Pekas
2013/14: Marc Hodel, Goran Pekas
2012/13: Edvaldo Della Casa
2011/12: Heiri Eggerschwiler
2010/11: Goran Pekas
2009/10: Max Rüetschli, Goran Pekas
2008/09: René Erlachner, Salvatore Romano
2007/08: René Erlachner
2006/07: Mirko Pavlicevic, René Erlachner
2005/06: Salvatore Romano
2004/05: René Erlachner, Bernd Kilian
1997 bis 2004: René Erlachner

Nämlich bis Rückkehrer Erlachner das Zepter im Winter 2007 wieder übernahm. Zwei Jahre später wurde Erlachner von Romano beerbt. Ein halbes Jahr später folgte Max Rüetschli, der nach einem weiteren halben Jahr ebenfalls ersetzt wurde. Sein Nachfolger Goran Pekas blieb immerhin anderthalb Saisons auf dem FCW-Trainerstuhl. Die nächsten Kapitel in der Wangner Trainersaga schrieben Heiri Eggerschwiler (2011/12), Edvaldo Della Casa (2012/13) und Marc Hodel (Vorrunde 2013/14).

Danach durfte wieder Feuerwehrmann Pekas für eineinhalb Saisons walten, ehe vor der vergangenen Spielzeit Willy Neuenschwander als neuer Trainer vorgestellt wurde. Dieser konnte die Erwartungen aber ebenfalls nicht erfüllen und musste Dariusz Skrzypczak Platz machen, der den FCW vor dem Abstieg bewahrte. Trotzdem hielten die Wangner nicht am Polen fest und starteten mit Salvatore Romano in die laufende Saison. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Romano musste Wangen drei Spiele vor dem Ende der Vorrunde verlassen, Bejtush Rrustolli übernahm ad interim.

«Wir würden gerne mit Bejtush weitermachen», liess sich Sabri Dibrani gestern entlocken. Der Verein kläre gerade beim Fussballverband ab, ob eine Möglichkeit bestehe, dass Rrustolli die Mannschaft auch ohne das nötige Trainerdiplom übernehmen könnte. «Ich hoffe darauf», so Dibrani. «Denn es haben sich zwar sehr viele Kandidaten bei uns gemeldet, der Richtige war aber nicht wirklich dabei. Obwohl einige der Bewerber schon höher als in der 1. Liga trainiert haben.» Bejtush Rrustolli selbst machte auf Anfrage keinen Hehl daraus, dass er sehr gerne für den FC Wangen arbeite. «Eine konkrete Anfrage für die Rückrunde habe ich aber noch nicht erhalten.»