Frauenfussball NLB
Noch immer in Kinderschuhen: Die Frauen des SC Derendingen Solothurn kämpen gegen ihre Defizite an

Die junge Frauenequipe des SC Derendingen Solothurn hat in der laufenden NLB-Saison Mühe, den Erwartungen gerecht zu werden. Die auf Offensivfussball ausgerichtete Mannschaft scheitert dabei an fehlender Erfahrung und mangelnder Durchsetzungskraft.

Larissa Gassmann
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Am vergangenen Spieltag trennten sich die FC Aarau Frauen und das Frauenteam des SC Derendingen Solothurn 1:1. Mit diesem Unentschieden gehen beide in die Winterpause.
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Die Derendingerinnen, deren grosses Ziel am Anfang der Saison das Zelebrieren des Offensivfussballes war, blicken dabei auf eine durchmischte erste Saisonhälfte zurück.
«Wir haben einerseits ganz gute Spiele gehabt, andererseits aber auch ganz schlechte. Zufrieden sein kann ich eigentlich nicht », sagt Trainer Patrick Anderegg.
Während die Mannschaft gegen stärkere Gegnerinnen über sich hinauswachsen konnte, liessen sich Derendingerinnen von schlechteren Mannschaften auf deren Niveau herunterziehen.
Noch immer kann die noch junge Mannschaft ihren grössten Makel nicht verstecken. Ihr Altersdurchschnitt spricht aus den Resultaten.
Wie schon in der vergangenen Saison können die Spielerinnen ihre Qualität nicht auf den Platz bringen, die Probleme wiederholen sich.
«Ich habe mir ein bisschen mehr erhofft, das ist eindeutig so. Ich habe gedacht, wir seien schon weiter», sagt Trainer Anderegg konsterniert.
Seine Mannschaft, die den Verein eigentlich tragen soll, hat noch zu kämpfen. Sie steckt wortwörtlich noch in Kinderschuhen.
Zu schaffen machen dem Team auch die Doppellizenzen mit dem YB-Frauenteam und die draus resultierende fehlende Trainings- und Spielpraxis als Gruppe.
In der Rückrunde kehren nun mehrere Spielerinnen zurück. So soll wieder Harmonie einziehen. Und die Spielerinnen endlich über sich hinauswachsen können.
Impressionen SC Derendingen Solothurn - FC Aarau Frauen
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SC Derendingen (09.12.2019)
Impressionen SC Derendingen Solothurn - FC Aarau Frauen
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Am vergangenen Spieltag trennten sich die FC Aarau Frauen und das Frauenteam des SC Derendingen Solothurn 1:1. Mit diesem Unentschieden gehen beide in die Winterpause.

Tom Ulrich

Bei den Frauen des SC Derendingen gab es vor der Saison nur ein Ziel: Offensivfussball. Die Mannschaft sollte viele Tore erzielen, mit ihren Akteurinnen im Sturm begeistern. Nach dreizehn gespielten Runden zeigt sich nun aber, dass dieses Vorhaben nicht so einfach zu realisieren ist.

Mit achtzehn erzielten Toren liegt die Mannschaft auf dem viertenletzten Platz, was die Trefferquote betrifft. Und somit auch weit hinter den Erwartungen zurück. So fällt die Saisonbilanz auf den ersten Blick ernüchternd aus. «Wir haben einerseits ganz gute Spiele gehabt, andererseits aber auch ganz schlechte. Zufrieden sein kann ich eigentlich nicht », sagt Trainer Patrick Anderegg.

Während die Mannschaft gegen stärkere Gegner oft über sich hinauswachsen konnte, liessen sich die Derendingerinnen von schlechteren Mannschaften auf deren Niveau herunterziehen. Gut sichtbar wird dies, wenn Anderegg über sein Highlight und den grössten Tiefpunkt der bisher gelaufenen Saison redet. Zwischen beidem liegt gerade einmal eine Woche.

Ein für alle gut sichtbarer Makel

Während die Mannschaft bei Aufsteiger Walperswil nicht ins Spiel fand und gegen den Letztplatzierten kaum offensive Nadelstiche setzen konnte, glänzte sie am nächsten Spieltag gegen das Frauenteam Thun Berner-Oberland. Nach schwachen fünf Minuten, in denen Derendingen kurz vor dem Pausenpfiff drei Tore kassierte, drehte die Mannschaft auf und realisierte den 4:4-Endstand.
«Sobald ein Fehler passiert, werden wir unsicher», sagt Anderegg. «Ich weiss, was die Spielerinnen können. Sie zeigen es immer wieder, aber nie über einen ganzen Match hinweg.» Noch immer kann seine Mannschaft ihren grössten Makel nicht verstecken. Ihr Alter spricht aus den Resultaten. Bezeichnenderweise steht die mit 25 Jahren älteste Spielerin im Tor.

Von den Feldspielerinnen, von denen der grösste Teil unter 20 Jahre alt ist, übernimmt keine klar die Führungsrolle. «Wenn wir gegen gestanden und routinierte Frauen spielen, tun wir uns schwer», sagt Anderegg. Trotzdem will er nicht alles auf das Alter reduzieren. Denn: Eigentlich weiss seine Mannschaft ja, wie es geht.

Potenzial einmal mehr nicht ausgeschöpft

«Wir haben in jedem Spiel Chancen gehabt, aber einfach zu wenig Durchsetzungskraft im gegnerischen Sechzehner. Wir haben die Qualität, können sie aber nicht auf den Platz bringen», sagt er. Wenn er spricht, ist man sich als Zuhörer nie so ganz sicher, ob von dieser oder der vergangenen Saison die Rede ist. Schon damals schaffte es die Mannschaft nicht, ihr Potenzial auszuschöpfen.

Doch während am Ende der sechste Rang resultierte, steht Derendingen zurzeit nur auf dem siebten Tabellenplatz. An die damaligen zwei Tore pro Partie kommt Derendingen ebenfalls nicht heran.
Anderegg, der seine Trainerkarriere einst bei den U-19 Frauen des Teams Solothurn, das später dem SC Derendingen angegliedert wurde, startete, zeigt sich dementsprechend konsterniert: «Ich habe mir ein bisschen mehr erhofft, das ist eindeutig so. Ich habe gedacht, wir seien schon weiter.»

Doppellizenz hat nicht nur Vorteile

Seine Mannschaft, die den Verein eigentlich tragen soll, hat zu kämpfen. Sie steckt wortwörtlich noch in Kinderschuhen. Zusätzlich zu schaffen machen seinem Team die Doppellizenzen mit dem YB-Frauenteam. Auch wenn die Spielerinnen auf hohem Niveau geschult werden, sieht Anderegg nicht nur Vorteile.

«Für die Spielerinnen ist es schwierig, weil sie nie wissen, woran sie sind. Da sie mehrheitlich bei YB sind, fehlen sie uns im Training», sagt er. Er hofft, dass er in der Rückrunde auf mehreren Rückkehrerinnen zählen kann. Während er zurzeit nur mit acht Spielerinnen trainieren kann, soll das Team dann zusammenwachsen.

Zur Harmonie finden, mit welcher der angepeilte Platz in der Top 5 realisiert werden kann. «Ich hoffe, dass es so klappt, wie wir es uns vorstellen», sagt Anderegg. Doch um allen Zielen gerecht zu werden, muss wohl nicht nur die Offensivabteilung über sich hinauswachsen.