Grossanlässe
Noch dürfen mehr als 1000 Zuschauer an die Spiele des EHC Olten

Der EHC Olten darf das Heimspiel vom Dienstag gegen den EHC Visp unter den bisherigen Rahmenbedingungen durchführen. Der Kanton Solothurn entscheidet erst am Mittwoch über mögliche Massnahmen bezüglich Grossanlässen mit über 1000 Besuchern. Der EHCO hat sich punkto Schutzmassnahmen jedenfalls nichts vorzuwerfen.

Marcel Kuchta
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Ins Kleinholz dürfen immer noch mehr als 1000 Zuschauer.

Ins Kleinholz dürfen immer noch mehr als 1000 Zuschauer.

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Die Meldung schlug am Sonntagabend auch beim EHC Olten ein wie eine Bombe: Der Kanton Bern hat die Veranstaltung von Grossanlässen mit über 1000 Zuschauern verboten. Dies wenige Stunden nachdem der Bundesrat eine anderslautende Empfehlung abgegeben hatte.

Verständlich also, sorgte diese Nachricht bei den Verantwortlichen des EHC Olten für einen erhöhten Puls. Zumal die Regierung des Kantons Solothurn ihrerseits eine Medienkonferenz am Montagnachmittag ankündigte. Würde sie dieselben Massnahmen ergreifen wie der Nachbarkanton? Doch dann kam die Entwarnung – zumindest vorläufig. Solothurn übernimmt vorderhand die Empfehlungen des Bundesrats und wird erst am Mittwoch über weitergehende Massnahmen informieren.

Im Training flogen die Fetzen

EHC Olten Headcoach Fredrik Söderström hatte es angedroht: «Meine Spieler werden das Training am Montag zu spüren bekommen», hatte der Schwede am Samstagabend nach der 1:5-Schmach gegen den HC Sierre vor eigenem Publikum angekündigt. Schon von weitem waren die Schreie und die Pfiffe Söderströms zu hören. Die Übungen waren entsprechend intensiv, die Spieler ausser Atem. Und es ging generell intensiv und aggressiv zur Sache auf dem Eis – es flogen bisweilen die Fetzen. Stürmer Daniel Carbis und Goalie Simon Rytz lieferten sich fast eine Handfeste Keilerei. Auch das hatte sich Fredrik Söderström gewünscht: Mehr Reibereien, weniger Wohlfühloase. Es scheint fast so, als hätten sich die Spieler die Worte ihres Headcoachs wirklich zu Herzen genommen. Heute Abend gegen Visp wird sich zeigen, ob sich das auch resultatmässig auszahlt für die Oltner. Gegen die Oberwalliser wird Silas Matthys im Tor stehen. Verzichten muss der EHCO für die kommenden drei Wochen auf Dominic Weder, der gegen Sierre unsanft in die Bande knallte und sich eine starke Prellung an der Hüfte zuzog. Dafür dürfte Jerome Portmann nach seiner Zwangspause wieder ins Team zurückkehren. Visp muss derweil auf einen Schlüsselspieler verzichten. Der US-Amerikaner Mark van Guilder fällt wegen eines Kieferbruchs aus. (ku)

So steht also fest, dass der EHC Olten auch das Heimspiel am Dienstag gegen den EHC Visp unter den aktuell geltenden Rahmenbedingungen durchführen darf. Es dürfen mehr als 1000 Zuschauer ins Kleinholz. Klar ist aber auch: Mit dem Entscheid in Bern befürchtet man nicht nur beim EHCO einen Dominoeffekt, der sich auf die anderen Kantone ausweiten könnte. «Wir hoffen nicht, dass der Kanton Solothurn wie der Kanton Bern eine Einschränkung der Anzahl Besucher an Grossveranstaltungen beschliessen wird», sagt Oltens CEO Patrick Reber.

Gutes Feedback von den Behörden

Zumal man von Seiten der Behörden bisher nur gute Rückmeldungen bekommen habe. Reber: «Wir sind von unserem Schutzkonzept überzeugt und haben betreffend Inhalt und Durchsetzung des Schutzkonzepts bei zwei Kontrollen des Kantons Solothurn an den beiden ersten Heimspielen ein sehr positives Feedback erhalten.» Kleinere Anpassungen, die von den kantonalen Behörden empfohlen wurden, seien schnellstmöglich umgesetzt worden, erläutert Patrick Reber.

Sowieso sei die Umsetzung des Schutzkonzepts beim EHC Olten gemäss Reber «problemlos» verlaufen: «Wir möchten allen Matchbesuchern und Fans ein grosses Kompliment für das disziplinierte Einhalten der Schutzmassnahmen aussprechen. Wir spüren eine grosse Akzeptanz und Unterstützung.»

Mehrere hunderttausend Franken würden fehlen

Angesichts der epidemiologischen Entwicklung wäre es allerdings auch naiv, zu glauben, dass ein entsprechender Entscheid nicht auch im Kanton Solothurn in absehbarer Zeit gefällt wird. Würde der EHC Olten die Meisterschaft auch dann fortsetzen, wenn es wieder eine Beschränkung auf 1000 Zuschauer geben würde? «Zum aktuellen Zeitpunkt lässt sich diese Frage nicht beantworten. Es bräuchte im konkreten Fall in Zusammenarbeit mit dem Verband und den anderen Klubs der Swiss League eine saubere Analyse, um das weitere Vorgehen zu definieren», will sich der CEO des EHC Olten diesbezüglich noch nicht konkret äussern. Klar ist aber, dass ein solcher Entscheid für den Klub finanziell gravierende Auswirkungen haben würde. Man dürfe gemäss Reber von einem Verlust in der Höhe von «mehreren hunderttausend Franken» ausgehen.

Und es käme auch eine logistische Komponente dazu, die dem EHC Olten Kopfzerbrechen bereiten würde. Man hat über 1200 Saisonkarten verkauft. Wie würde man das «Überschussproblem» lösen? Reber: «Im Falle einer Zuschauerbeschränkung wären wir auf die Unterstützung unserer Saisonabobesitzer angewiesen. Ein Ansatz wäre, dass sich all jene Abonnenten, die ein Spiel nicht besuchen können, proaktiv bei uns melden und ihren Platz für andere freigeben würden.»

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