NLB-Handball
Der TV Solothurn und die grosse Ungewissheit vor dem Saisonstart

Nach der chaotischen vergangenen Saison mit Spielabsagen und ohne Zuschauer hofft der TV Solothurn in dieser Spielzeit auf eine Rückkehr zur Normalität.

Nicolas Blust
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Der TV Solothurn (schwarz) hofft diese Saison auf die Rückkehr zur Normalität.

Der TV Solothurn (schwarz) hofft diese Saison auf die Rückkehr zur Normalität.

Mario Gaccioli

Die vergangene Saison der Nationalliga B war gezeichnet vom Coronavirus. Spiele mussten verschoben werden und einzelne Teams mussten teils mehrmals in Quarantäne. Die Spiele fanden dabei unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Es war sportlich wie auch finanziell ein Kraftakt für die Handballvereine, die Meisterschaft fertigzuspielen.

Diese Saison erwarten die Verantwortlichen eine Entspannung der Lage. Nicht zuletzt, weil endlich wieder Zuschauer in die Hallen dürfen. «Es gibt immer noch Befürchtungen, dass die Saison wieder chaotisch abläuft. Jeder wünscht sich aber wieder die Normalität zurück», sagt Gaudenz Oetterli, Co-Präsident des TV Solothurn. Trotzdem ist Oetterli im Hinblick auf die Coronasituation zuversichtlich gestimmt:

«Ich glaube, dass dank der Impfung und des Covid-Zertifikats die Saison weniger chaotisch wird als die vergangene.»

Bis Ende Oktober sollen alle Beteiligten geimpft sein

Dass es beim TV Solothurn zu Corona-Fällen kommt, sei eher unwahrscheinlich. Schliesslich sei der Grossteil der Mannschaft und Betreuer bereits doppelt geimpft, die Übrigen sollen in den nächsten Wochen folgen. «Bis Ende Oktober sollten alle Beteiligten bei uns vollständig geimpft sein», sagt Oetterli.

Sportlich liegt eine bewegte Saison hinter den Solothurnern. Mit dem vierten Platz in der Hauptrunde erreichte man das Saisonziel und qualifizierte sich für die Aufstiegsrunde. Da lief es dann aber nicht mehr wie gewünscht und man schloss diese auf dem letzten Platz ab. Dabei zahlte die junge Mannschaft von Trainer Martin Prachar Lehrgeld.

«In den entscheidenden Spielen kam bei uns die fehlende Erfahrung zum Tragen», konstatiert auch Oetterli. Dies sei für den TV Solothurn aber normal: «Wir werden diese Tatsache jedes Jahr haben, da wir ein Ausbildungsverein sind.»

Das schwierige Schicksal eines Ausbildungsvereins

Damit ist auch schon die grosse Schwierigkeit der Solothurner aufgezeigt. Seit Jahren herrscht eine grosse Fluktuation von jungen Spielern, die sich mit ihren Leistungen für ein Engagement in der höchsten Spielklasse empfehlen. Nicht von ungefähr stehen momentan 20 Spieler mit Vergangenheit beim TV Solothurn in der NLA im Einsatz. Eine Entwicklung, die Oetterli mit einem lachenden und einem weinenden Auge verfolgt:

«Wir sind als Verein natürlich stolz, wenn unsere jungen Spieler in die NLA wechseln. Wir müssen diese Spieler dann aber wieder ersetzen.»

Keine einfache Situation für den Trainer. Das zeigte sich auch in der Vorbereitung, wo viele junge Spieler mit Doppellizenz noch fehlten. «Die Vorbereitung war sehr speziell, da ich eigentlich nie den kompletten Kader zur Verfügung hatte. Viele Spieler mit Doppellizenz absolvierten die Vorbereitung noch bei ihren NLA-Klubs», sagt Prachar über die Vorbereitung.

Trainer Martin Prachar freut sich auf die neue Saison, die wieder vor Fans gespielt werden darf.

Trainer Martin Prachar freut sich auf die neue Saison, die wieder vor Fans gespielt werden darf.

Hans Peter Schläfli / «Oltner Tagblatt»

Trotzdem ist er zufrieden mit dem Team: «Wir haben grosse Qualität und noch mehr Potenzial.» Deswegen ist das Saisonziel auch klar gesetzt. «Wir wollen in die obere Tabellenhälfte», sagt Trainer Prachar entschlossen. Dabei sollen auch die Fans mithelfen, die der Mannschaft zusätzliche Energie verleihen können.

Rückkehr der Fans sorgt für ein Stück Normalität

Ohnehin ist die Freude gross, endlich wieder vor Publikum zu spielen. «Am Ende machen wir den Sport vor allem für die Zuschauer, deswegen freuen wir uns riesig auf deren Rückkehr», sagt Martin Prachar. Auch finanziell sorgt das für eine gewisse Entspannung. «Vergangene Saison fielen etwa 25 Prozent der Einnahmen durch Corona weg», sagt Oetterli. Nun hoffen alle Beteiligten auf eine gewisse Normalisierung.

Der erste Schritt ist die Rückkehr der Zuschauer. Ein zweiter ist dann natürlich auch der sportliche Erfolg. Beim TV Solothurn ist man guten Mutes, dass beides die gesamte Saison überdauern wird.

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