Volleyball 1. Liga

NLB-Aufstieg statt Ferien für die Frauen des Volleyballclub Gerlafingen

VBC Gerlafingen

VBC Gerlafingen

Nach knapp zwei Dekaden steht der Volleballclub Gerlafingen kurz vor der Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse.

Nach einem klaren 3:0-Sieg im Hinspiel des Playoff-Finals in der 1. Liga stehen die Frauen des VBC Gerlafingen kurz vor dem Aufstieg in die NLB. Im Rückspiel bei Muri Bern am kommenden Sonntag braucht das Team von Trainer Thomas Nyffenegger nur noch einen einzigen Satzgewinn. «Für den Sport in der Region wäre es sicher ein Gewinn, wenn wir aufsteigen würden», sagt der 56-Jährige.

Schliesslich gäbe es sportübergreifend im Mittelland fast keine Frauen-Equipen, die auf Nationalliga-Niveau spielen. «Tragisch wäre es aber trotzdem nicht, wenn wir den Aufstieg nicht schaffen», ergänzt Nyffenegger, der laut eigener Aussage «schon seit Jahrzehnten» beim VBC Gerlafingen als Trainer arbeitet.

Das Ziel deutlich übertroffen

Die Gerlafingerinnen waren mit dem Vorsatz, den vierten Platz aus der Vorsaison zu verbessern, in die laufende Meisterschaft gestartet. Was folgte, war laut Nyffenegger «eine der besten Saisons der Vereinsgeschichte». Dies könne schon jetzt festgehalten werden.

Mit 15 Siegen aus 18 Spielen holte Gerlafingen den Spitzenplatz in der Gruppe B. «Es war eine nahezu perfekte Qualifikation», blickt Nyffenegger zurück, «ich wusste, dass wir die nötige Qualität haben, planen kann man eine so tolle Saison aber nicht. Wir hatten einfach einen richtigen Lauf und auch Glück, dass es kaum Verletzungen gab.» Der Lauf hielt in den Playoffs an. In den Halbfinals legte Gerlafingen gegen Kerzers mit einem 3:0-Heimsieg den Grundstein für den Einzug in den Final. Es reichte trotz 2:3-Niederlage im Rückspiel.

Muri Bern liegt Gerlafingen

Obwohl Gerlafingen gegen den Finalgegner Muri Bern in der Qualifikation beide Duelle mit 3:0 gewonnen hatte, mahnte der Coach zur Vorsicht: «Diese zwei Siege bringen uns gar nichts, es beginnt wieder bei Null.» Muri Bern verfüge über ein erfahrenes und in allen Bereichen sehr stabiles Team. «Wir müssen einfach alles ein bisschen besser machen als sie», lautete Nyffeneggers Rezept. Dieses ging auf, mit 25:13, 25:22 und 26:24 bodigte Gerlafingen den Kontrahenten im ersten Duell.

Diese Ausgangslage wird sich das grösstenteils aus jungen Spielerinnen bestehende und mit drei Routiniers gespickte Team kaum noch nehmen lassen. Obwohl die Personaldecke langsam dünner wird. Nicht Verletzungen sind dafür verantwortlich, sondern frühzeitig gebuchte Ferien. «Nicht alle Spielerinnen haben damit gerechnet, dass die Saison so lange dauert», verrät Nyffenegger lachend. Falls Gerlafingen den Sack am Sonntag doch nicht zumacht, gäbe es in Form der Auf-/Abstiegsspiele gegen ein NLB-Team sogar noch einmal eine Verlängerung der Saison. «Das muss aber wirklich nicht sein», stellt er klar.

Für den VBC Gerlafingen wäre die Nationalliga B kein Neuland. «Die Frauen und auch die Männer spielten schon in der NLB», erinnert sich Nyffenegger, «das war allerdings vor knapp zwanzig Jahren.» Mit dem Aufstieg käme aber auch viel Arbeit auf den 56-Jährigen zu, denn: «Wir müssten schon noch ein bisschen am Team schrauben. Der Wille und das Potenzial sind zwar da, aber ich bin zu lange dabei und steige nicht blauäugig in eine NLB-Saison.»

Verwandte Themen:

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

Meistgesehen

Artboard 1