Die Kommunikations-Keule, sprich Handy, ist der Menschen heiliger Kreuzstab geworden. Picseln, Tweeten, Simsen und Posten sind Gebot. Bereits mit dem Aufwachen fängt für Viele der Wettlauf gegen die Uhr und der Badegraus im stresshormonalen Adrenalin und Cortisol.

Von allen Seiten wird man zugepowert und zugesalbt. Wer nicht rechtzeitig schnallt, kapiert und alles schafft, riskiert Job, Liebe, Anerkennung, Achtung und Selbstachtung – und das tut definitiv nicht gut.

Jedes Stresserlebnis ist, so sagen Forscher, ein negativ behaftetes Bild, das für immer im Gehirn gespeichert bleibt. Ausgleich tut daher Not und ist gut. Joggen, Radeln oder Fitness zum Beispiel oder das Wellness-Bad am Weekend.

Freilich ist es noch besser, Stress gleich da ins Gute zu kehren, wo er entsteht. Am Bahnhof etwa: Wenn der Geppi vor mir wieder einmal zum Hardcore-Asi wird heisst es, cool, gechillt und relaxed bleiben und lächeln.

Ganz nach dem Motto: «Es gibt doch nichts Erquickenderes als mit 3895 reizenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern, einen 80-Plätzigen SBB-Wagon auszustopfen...

Aus der Welt des Sports bietet sich als Ausgleich Schiessen an. Schiessen liegt voll im Trend, weil kaum ein anderer Sport lehrt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, bei sich zu bleiben und alles Denkunnötige auszublenden.

Happerts noch am Militär und – Verbrechen sei dank – negativ behafteten Namen, um Schiessen zur verdienten Imagekorrektur im zu verhelfen? Schwarzpulverboccia etwa klingte ganz nett, oder Hülsen-Dart? Oder am Ende doch Knall-Kugelstossen? Wobei: «Stress Killing» tönt in dem Sinn ja dann auch positiv.