Schwingen

Niemand konnte Christian Stucki in Grenchen das Wasser reichen

Hallen-Hosenlupf begeistert mit einem überragenden Seeländer Gast: Die Vorbereitung für das Eidgenössische ist für Christian Stucki geglückt. Kein Kampf dauerte länger als eine Minute, selbst Favorit Remo Stalder hatte gegen Stucki wenig zu melden.

Christian Stucki liefert zurzeit perfekte «Arbeit» ab. Vor einem Monat wurde er Vater von Sohn Xavier, und nun hat er auf hervorragende Weise den Hallenschwinget Grenchen gewonnen. Die zahlreichen Autogrammwünsche der vielen Jungschwinger in der Reithalle beschäftigten den Königsanwärter beim Eidgenössischen Schwingfest Ende August in Burgdorf fast mehr als die sechs Gegner im Sägemehl. Einzig der Bellacher Thomas Stüdeli widerstand dem einzigen «Eidgenossen» im 39-köpfigen Teilnehmerfeld deutlich länger als eine Minute. Remo Stalder bemühte sich als nominell stärkster Widersacher vergeblich um erfolgversprechende Gegenwehr. Im ersten wie im letzten Gang tauchte der Mümliswiler nach gut 40 Sekunden.

Der gewichtige Spitzenschwinger aus dem Seeland gefiel bei seinen sechs Kurzauftritten mit variablen Angriffen, wobei er noch nicht mit letzter Konsequenz zur Sache ging. Dennoch erlagen die Konkurrenten der physischen Übermacht ohne Hauch einer Chance. Ein schwingtechnischer Leckerbissen war die Entscheidung im Schlussgang. Entgegen der üblichen Schwingweise zog Stucki linksherum, was die Verteidigung erschwert. Mit einem Fussstich brachte er Favorit Stalder aus dem Gleichgewicht, um ihn sogleich sanft ins Sägemehl zu betten.

«Immerhin ein Kranzfestsieger»

Stucki zeigte sich trotz der bescheidenen Gegenwehr zufrieden mit seinem Formtest. «Immerhin ist Remo Stalder ein letztjähriger Kranzfestsieger.» Er absolviere nach einem intensivierten Wintertraining bewusst früh Wettkämpfe, kommentierte er seinen zweiten Saisonsieg nach Büren. «Dass ich heute nicht allzu sehr gefordert wurde, ist kein Problem. Stattdessen wird mich Xavier heute Abend beschäftigen.»

Stalder blieb als Trost Rang 2a. Auch er hat sein Trainingspensum im Hinblick auf das «Eidgenössische» im Spätsommer erhöht. «Es lief heute nicht schlecht, aber Stucki schwingt in einer eigenen Liga», befand er. In den nächsten Wochen will der letztjährige Sieger des Solothurner Kantonalfestes an technischen Details arbeiten und die Spritzigkeit fördern. Von den Solothurner Mittelschwingern gefiel Andreas Bader am besten. Mit geschickter Kontertaktik besiegte er den höher eingeschätzten Aargauer Patrick Räbmatter.

Auffälligster Solothurner Nachwuchsschwinger war Adrian Schmutz, der sich einzig von Stucki das Sägemehl vom Rücken wischen lassen musste. Zuletzt drückte er den Seeländer Kranzer Dominic Bloch auf den Rücken.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1