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Niederbipp ist Drittliga-Meister – Zuchwil steigt ebenfalls in die 2. Liga auf

Im dritten und letzten Aufstiegsspiel glich der FC Zuchwil die Partie gegen das bereits promovierte Niederbipp in den Schlussminuten zum 2:2 aus und folgt damit den Bippern in die höchste Regionalliga. Klus/Balsthal ging derweil trotz eines abschliessenden 2:0-Erfolgs über Subingen II leer aus.

Unbändiger Jubel und erste Aufstiegsrufe hallten über die Zuchwiler Widi, als Philipp Breu in der 86. Minute den Ausgleich zum 2:2 erzielte. Mannschaft und Ersatzbank folgten dem Torschützen zum Jubel in die Ecke und sorgten für erste Gefühlsausbrüche. Von Ermin Basini per Steilpass in die Abwehrschnittstelle ideal lanciert, hatte Breu per Flachschuss in die weite Ecke zum ersehnten Ausgleich vollstreckt. In den verbleibenden Minuten dieses Fernduells um den Aufstieg wagten sich die beiden Equipen in Zuchwil nicht mehr auf die Äste, um noch einen allfälligen Siegestreffer zu erzielen. Schliesslich war mit dem Remis beiden gedient und mit dem Schlusspfiff nahmen die Aufstiegsfeierlichkeiten auf beiden Seiten ihren Lauf.

Zuchwils Aufholjagd

Besonders für Zuchwil war dieser Erfolg hart erarbeitet. Denn wer dachte, dass Niederbipp mit dem vorzeitig sichergestellten Aufstieg die Sache nicht mehr ernst nehmen würde, sah sich getäuscht. Vom Aufstiegserfolg sichtlich beflügelt, legten die Bipper ein Startfurioso an den Tag, das früh Früchte tragen sollte. Nach nur vier Minuten gingen die Gäste nach dem bereits zweiten überfallartigen Angriff in Führung. Auch in der Folge blieb der FCN ein hartnäckiger Gegner. Obwohl die Heimmannschaft das Spiel über weite Strecken diktierte, spielerisch die feinere Klinge führte und auch läuferisch immer wieder im Vorteil war, wollte es trotz zahlreicher guter Chancen mit dem Toreschiessen nicht klappen.

Mit dem zweiten Gegentreffer nach sechzig Minuten, erzielt von Niederbipps Topskorer Ferhat Carpan, der die Kugel wunderschön in die entfernte hohe Ecke schlenzte, wurde die Aufgabe nicht einfacher. Erschwerend kam dazu, dass die Zuchwiler längst die Kunde erreicht hatte, dass der Konkurrent Klus/Balsthal zu Hause sicher mit 2:0 gegen Subingen in Führung lag, wie Zuchwil-Trainer Adis Kesedizic bestätigt: «Wir wussten Bescheid über die Führung der Balsthaler. Nur noch ein Ausgleich konnte uns helfen.»

Vor dem Hintergrund der Ausgangslage, dass ein Sieg der Thaler bei gleichzeitiger Niederlage Zuchwils das Platzen der Aufstiegsträume für den Sieger der Gruppe 2 bedeutet hätte, beorderte Kesedzic daraufhin vier, fünf Mann in den Sturm. Der Anschluss in der 71. Spielminute nach einem stehenden Ball brachte die Hoffnungen aufseiten der Zuchwiler zurück. Daraufhin verwässerte das Spielgeschehen aufgrund der zahlreichen, unbeschränkten Auswechslungen bis Breu ein letztes und entscheidendes Mal davonzog und sich mit dem Ausgleichstor zum Zuchwiler Aufstiegsschützen krönte.

«Wir haben heute viele Fehler begangen, die wir sonst nicht machen», zog Kesedzic Bilanz. Obwohl er den Stellenwert der Partie im Voraus thematisiert und Versuche unternommen habe, den Druck von seiner jungen Mannschaft zu nehmen, seien seine Akteure nervös in die Partie gestiegen. «Mit dem frühen Gegentor wurde unser Konzept völlig über den Haufen geworfen.» Umso glücklicher sei er, dass seine Elf trotz dem Zwei-Tore-Rückstand den Weg zum Ausgleich gefunden habe. Nach zwölf Jahren der Unterklassigkeit kehren die Zuchwiler damit auf die Bühne der höchsten Regionalliga zurück und krönen damit ihre Ungeschlagenheit in der abgelaufenen Saison.

«Bester Tag meines Lebens»

Niederbipps Ferhat Capan, der sich mit 22 Saisontreffern zum unangefochten Topskorer kürte und dabei in jedem Aufstiegsspiel je einmal getroffen hatte, wurde im Moment des Erfolgs gar pathetisch: «Das ist der beste Tag meines Lebens!» Und Capan fügte an: «Es ist mit Abstand meine beste Saison und einige handelten uns vor der Saison als Absteiger. Dass wir mit dieser Equipe den Aufstieg realisiert und den Meistertitel geholt haben, macht mich unglaublich stolz.»

Für den FC Klus/Balsthal ist das Verdikt derweil eine bittere Pille. Nach einem ersten Anlauf vor zwei Jahren scheiterten die Thaler damit erneut in den Aufstiegsspielen zur Zweitliga. Die 1:2-Niederlage gegen Niederbipp in der zweiten Runde wurde dem FCKB letztendlich zum Verhängnis, womit der Sieger der Gruppe 1 dem Verfolger im Aufstiegsrennen der Vortritt lassen musste.

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