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Nichts zu holen beim Leader: Der TV Solothurn verliert gegen den TV Endingen

Kein Durchkommen für die Solothurner: Nico Eggimann (l.) wird vom TV Endingen geblockt.

Traditionellerweise sind die Duelle zwischen Endingen und Solothurn immer eng, denn die Aargauer scheinen dem TVS zu liegen. Eigentlich war dies auch letzten Mittwoch so, wäre da nicht ein Hexer gewesen.

Ende November 1979. Die britische Rockband Pink Floyd bringt soeben ein neues Album auf den Markt. Es erzählt die Geschichte des jungen Pink, der zu seinem Schutz eine imaginäre Mauer um sich errichtet. Was damals niemand ahnen konnte: die Platte sollte zu einem Denkmal der Musikgeschichte werden. Das Album hiess schlicht «The Wall».

Zu diesem Zeitpunkt war Christophoro Nungowitch noch nicht einmal geboren. Dennoch scheint sich der zyprische Torhüter des TV Endingen den Album-Titel sehr zu Herzen genommen zu haben, denn auch Nungowitch errichtete am letzten Mittwoch eine Mauer.

Das Tor ist versperrt

Zum Leidwesen der Solothurner war dies aber nicht, wie auf dem Album, eine Metaphorische, sondern eine sehr reale Mauer. Und er baute den Wall, bestehend aus seinem Körper, direkt vor dem Endinger Gehäuse auf. Als die Partie nach 60 Minuten endete, war es eben dieser Nungowitch, der für den Unterschied zugunsten der Aargauer sorgte. Vor allem in der ersten Halbzeit schien der Keeper gefühlt jeden Ball zu halten. Mit 13 gehaltenen Bällen und einer Fangquote von 60 Prozent brachte er die TVS-Akteure schier zur Verzweiflung. Bei Spielende waren es immer noch überragende 50 Prozent.

Schon in der Startviertelstunde parierte der Keeper zwei Gegenstösse und drei weitere freie Würfe und verhinderte, dass der Aussenseiter aus Solothurn in Führung gehen konnte. Denn in dieser Phase agierte der Ligakrösus im Angriff noch bei weitem nicht so souverän, wie es die Affiche – Leader gegen Mittelfeld – eigentlich vermuten liess. Und in der Deckung wehrte sich Solothurn gegen den NLA-Absteiger grösstenteils tapfer. Endingen konnte sich bei «The Wall» bedanken, dass mit einem komfortablen 14:9 Vorsprung in die Pause gehen konnte.

Klare Niederlage trotz gutem Kampf

Zwar fanden die Solothurner nach der Pause etwas besser ins Spiel und sie konnten auf drei Tore Differenz verkürzen (42. Minute). Doch dies war an jenem Abend das höchste der Gefühle für die Gäste. Denn in der Verteidigung bekundeten die Ambassadoren grosse Mühe mit dem extrem körperbetonten Spiel des gegnerischen Kreisläufers. Zudem bestraften die Schiedsrichter jede Verteidigungsaktion am Kreis mit einem Penalty. Von den letztlich neun Strafwürfen verwertete der TV Endingen deren acht.

Über das gesamte Spiel gesehen war auch das vorerst letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams (Endingen steigt in die NLA auf) eine Begegnung auf Augenhöhe. Spielerisch war der TVS den Aargauern ebenbürtig, die Solothurner kamen sogar sieben Mal öfter zum Abschluss. Und hätte Nungowitch nicht einen absoluten Sahnetag erwischt, wäre durchaus mehr drin gelegen.

«Hätte, hätte, Fahrradkette», sagt der Deutsche in diesen Momenten. Denn dummerweise findet das Leben nicht im Konjunktiv statt. Und in der Realität verlor der TV Solothurn am Ende deutlich mit 18:26. Nun folgen nach Ostern noch die verbleibenden zwei Spiele gegen Birsfelden und Steffisburg, die direkten Rangkonkurrenten im Mittelfeld. In diesen sind dann aber wieder Punkte gefordert, wenn die Truppe von Marco Kurth den Platz in der Mitte der Tabelle halten will.

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