Jura Top Tour

Neun Läufe, ein Erlebnis – die Jura Top Tour startet heute in Hägendorf

Die Tüfelsschlucht in Hägendorf ist heute Abend der Austragungsort der ersten Etappe der 18. Jura Top Tour.

Die Tüfelsschlucht in Hägendorf ist heute Abend der Austragungsort der ersten Etappe der 18. Jura Top Tour.

Mit dem 30. Tüfelsschlucht-Berglauf in Hägendorf beginnt heute Abend die Jura Top Tour 2018. Diese folgte 2001 auf den 1989 erstmals durchgeführten Solothurner Berglaufcup.

 Seit der Aufnahme der Trophée de La Tour de Moron in Malleray vor drei Jahren besteht die Berglauf-Serie aus neun Läufen. Die ältesten sind der Belchen-Berglauf in Olten und der Gempen-Berglauf in Dornach. Beide werden heuer zum 37. Mal durchgeführt. Der Startlauf in der Tüfelsschlucht feiert den 30. Geburtstag. Doch es könnte der letzte sein.

OK-Präsident Toni Stocker, einer der langjährigen Baumeister der Jura Top Tour, hört auf. Findet sich kein Nachfolger, droht dem Tüfelsschlucht-Berglauf das Aus, warnt der 70-Jährige. «Wir konnten auch keinen anderen Hägendörfer Verein dazu bewegen, die Organisation zu übernehmen. Die sind froh, wenn sie ihre eigenen Sachen erledigen können.» Es sei auch denkbar, dass der Lauf für ein paar Jahre aussetzt und dann wiederbelebt wird: «Dafür wäre sogar noch ein finanzieller Stock vorhanden.» Stocker hilft auch beim Belchen-Berglauf in Olten mit. Auch dessen Zukunft sei ungewiss, da es an Leuten fürs Organisationskomitee mangle.

Kosten im fünfstelligen Bereich

Die Durchführung der JTT-Läufe ist mit einem grossen Aufwand verbunden. Einerseits finanziell: Am Tüfelsschlucht-Berglauf sorgen vier Busse für den Rücktransport vom Ziel zum Start. Dazu braucht es einen Verkehrsdienst. Die Preise für die Teilnehmer, die Samariter und die Zeitmessung zählt Toni Stocker als weitere Kostenfaktoren auf. Die Gesamtausgaben kratzen am fünfstelligen Bereich. «Ohne Sponsoren wäre eine Durchführung nicht möglich», stellt Stocker klar.

Ohne Helfer natürlich auch nicht. 40 bis 50 sind in Hägendorf im Einsatz, plus zwei Schulklassen. Die sorgen unter anderem für den Aufbau der Festwirtschaft in der Raiffeisen-Arena, sind für die Streckenmarkierungen zuständig und müssen am Samstagmorgen auch wieder abräumen. «Helfer finden sich eigentlich immer genug. Auch im Organisationskomitee gibt es Leute, die weitermachen würden», sagt Stocker, «aber es braucht unbedingt jemanden, der das OK-Präsidium übernimmt.»

Trotz der Sorgen um die Zukunft der Läufe überwiegt die Vorfreude auf den Start der Tour: «Es ist schön, dass es wieder losgeht. Wir haben ein Top-Feld am Start.» Mit Matthias Kyburz (2014), Cédric Lehmann (2015) und Joey Hadorn (2016 und 2017) sind die Gewinner der letzten Jahre dabei. Auch bei den Frauen sind die beiden Siegerinnen der letzten Jahre, Petra Eggenschwiler (2016) und Kathrin Götz (2017) am Start. Stand Dienstagabend hatten sich insgesamt 303 Läuferinnen und Läufer angemeldet. Toni Stocker hofft, dass die 500er-Marke geknackt wird.

Stolze Teilnehmerzahlen

«Mit durchschnittlich zwischen 400 und 500 Teilnehmern pro Lauf können wir uns zeigen», sagt JTT-OK-Präsident Rolf Schoy. «Nur die grossen Berg-Marathons wie Zermatt oder Jungfrau haben mehr.» Die Teilnehmerzahlen sind vor allem vom Datum und der Witterung abhängig. Der Gempen-Berglauf in Dornach war letztes Jahr mit 734 Teilnehmern der beliebteste, 311 beendeten den Belchen-Berglauf. «Der Termin lag in den Ferien und musst auch noch einmal um eine Woche verschoben werden», begründet Schoy.

Die Teilnehmerzahlen sind also gut, doch wie sieht es mit dem Problem mit den fehlenden Organisatoren aus? «Das ist mir bekannt, wir haben mit überalterten OKs zu kämpfen», antwortet der Chef der Tour, «auch beim Grenchenberglauf haben wir den Fall, dass der Präsident sein Amt abgeben will. Beim Weissensteinlauf gibt es ebenfalls eine Vakanz.» Um diese Lücken zu füllen, werden aktiv Läuferinnen und Läufer aus der Region angefragt. Schoy ist positiv gestimmt: «Ich habe keine Bedenken für die Zukunft der Läufe. Es findet sich immer jemand.»

Nicht in einen Trott verfallen

Sicher keine Sorgen machen muss er sich um den Passwang-Berglauf in Mümliswil. Dessen Organisationskomitee wurde in den letzten Jahren sogar aufgestockt, wie Ruedi Boner erläutert: «Wir sind ein eingespieltes Team. Jeder weiss, was er zu tun hat.» Bei der vierten Etappe der Tour stehen knapp 120 Helfer vom TSV Mümliswil-Ramiswil im Einsatz. Boner macht sich keine Sorgen um die Zukunft des Passwang-Berglaufs, mahnt aber: «Man darf nicht in einen Trott verfallen. Wir haben in den letzten Jahren viel gemacht, damit der Lauf noch attraktiver wird.»

Neue und kürzere Strecken, mehr Werbung, ein Speaker und eine Festwirtschaft im Zielbereich zählt er auf. Boners Team bleibt noch bis zum 2. Juni Zeit. Zuerst sind noch der Wengi-Berglauf in Matzendorf (4. Mai) und der Gempen-Berglauf in Dornach (23. Mai) dran.

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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