Unihockey NLA

Neuland statt Sicherheit: Die beiden Finnen Joonas Pylsy und Krister Savonen wollen die Liga aufmischen

Den ersten Titel durften die beiden finnischen Neuzugänge schon feiern: Mit dem SV Wiler-Ersigen gewinnen Joonas Pylsy (2. Reihe, 1. v.l.) und Krister Savonen (2. Reihe, 3. v.l.) vor dem Saisonstart den Supercup gegen die Tigers Langnau.

Den ersten Titel durften die beiden finnischen Neuzugänge schon feiern: Mit dem SV Wiler-Ersigen gewinnen Joonas Pylsy (2. Reihe, 1. v.l.) und Krister Savonen (2. Reihe, 3. v.l.) vor dem Saisonstart den Supercup gegen die Tigers Langnau.

Die beiden Toptransfers Joonas Pylsy und Krister Savonen sind beim SV Wiler-Ersigen angekommen. Die zweifachen Weltmeister begeistern die Liga und haben mit ihrem neuen Verein in der aktuell laufenden Saison Grosses vor.

«Er ist ein wirklich guter Freund. Der beste Verteidiger der Welt.» Als Joonas Pylsy seinen Mitspieler Krister Savonen beschreiben soll, gerät er ins Schwärmen. Ähnliches weiss Savonen über Pylsy zu berichten: «Er kann aus allen Positionen heraus Tore erzielen, das Spiel wahnsinnig gut lesen. Wir reden jeden Tag miteinander. Es macht Spass, mit ihm zusammenzuarbeiten.» Ebenso begeistert sind auch die Verantwortlichen beim SV Wiler-Ersigen über die beiden Toptransfers.

Dass sich die zweifachen Weltmeister für den SVWE entschieden, darf dem Verein allerdings ebenfalls hoch angerechnet werden. Die Gründe für den Wechsel sehen bei beiden ähnlich aus. In Finnland haben sie mit ihrem Verein Classic Tampere alles erreicht, eine neue Herausforderung musste her.

Besonders Pylsy fiel die Entscheidung leicht, hatte er doch bereits für die Tigers Langnau gespielt. Als sein Sohn zur Welt kam, wollte er in die Heimat, nun fand er es an der Zeit, zurückzukehren – der guten Erinnerungen wegen. «Es ist ein schönes Land, der Sommer dauert länger an als in Finnland. Die Leute kümmern sich um meine Familie», sagt er. Auch Savonen musste nicht lange überlegen: «Viele Finnen haben zuvor schon für Wiler-Ersigen gespielt, zum Beispiel Lassi Vänttinen. Ich habe nur Gutes gehört.»

In der Tat ist der Verein eine kleine finnische Hochburg. Mit Tatu Väänänen wartete bereits ein Finne auf Verstärkung. Er griff den zwei Neulingen in der Anfangszeit unter die Arme. «Es hilft sehr, jemanden zu haben, der fast alles über das Leben hier weiss», sagt Pylsy. Diesen Vorteil sieht auch Savonen. «In ein neues Land zu ziehen, ist nicht einfach. Somit ist es sehr hilfreich, dass es hier mehrere finnische Spieler gibt.» Zugute kommt den Spielern, dass sie unkompliziert sind.

«Wenn das Spiel startet, ist es egal, wie ich heisse»

Savonen kam ohne Erwartungen in die Schweiz, war aber sofort von den Bergen beeindruckt. Schnell haben sich die zwei auch angepasst. «Hier geht es mehr um das Physische, die Spieler rennen viel. In Finnland sind Skills wichtiger», sagt Pylsy, bei dem sich seit seinem letzten Gastspiel viel verändert hat. «Ich habe mich weiterentwickelt. In Finnland für eines der besten Teams der Welt gespielt. Mit den besten Spieler.» Auf diese trifft der SVWE prompt im Champions Cup, der im Januar stattfindet.

Trotz seiner nun grösseren Rolle fühlt sich Pylsy nicht anders behandelt als zuvor. Weder von den Mitspielern noch von den Gegnern. «Wenn das Spiel startet, ist es egal, wie ich heisse oder wer ich bin.» Die beiden sind sich treu geblieben, selbst wenn sich um sie herum so viel geändert hat. Nun heisst es für sie Switzerland statt Finland. Unihockey statt Salibandy. Neuland statt sicherer Erfolg.

Wobei nicht behauptet werden kann, dass der SVWE nicht auch ein von Titeln verwöhnter Verein ist. So sind die Ambitionen der beiden Spieler hoch. «Ich will besser werden, neue Sachen lernen. Dass mein Team so gut wie möglich ist. Jeder hier denkt so», sagt Savonen. Ähnlich sieht das Pylsy. «Ich will mich entwickeln, ein guter Spieler sein. Unser Ziel ist der Schweizer-Meister-Titel, den habe ich noch nicht gewonnen.» Noch klingt es etwas holprig, wenn Savonen das Wort «Meistertitel» ausspricht. Doch wenn die beiden weiterhin fleissig arbeiten und der Rekordmeister auf Titelkurs bleibt, so wird ihnen Tatu Väänänen diesen Begriff sicherlich schnell beigebracht haben.

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