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Neuer Trainer, neue Ziele: «Er will mehr angreifen und mehr Tore»

Jürg Widmer leitete gestern seine erste Trainingseinheit beim FC Solothurn, beobachtet von Sportchef Hans-Peter Zaugg im Hintergrund.

Es gibt einige neue Gesichter beim Trainingsauftakt des FC Solothurn. Der Umbruch ist vollzogen und mit dem neuen Trainer bereiten sich die Solothurner auf den Saisonstart anfangs August vor.

Unter der Ägide des neuen Cheftrainers Jürg «Gügs» Widmer nahm der FC Solothurn gestern die Vorbereitungen auf seine 67. Erstliga-Saison auf. Das neue Kader steht; Testspieler und zwei, drei Junioren könnten noch dazustossen. Das Team hat nur vier Wochen Zeit, um sich zu finden. Am Wochenende vom 3./4. August beginnt die Saison für den FC Solothurn mit dem Auswärtsspiel in Goldau.

Der angekündigte Umbruch wurde vollzogen. Raphael Koch zieht sich zumindest vorübergehend zurück. «Vor der Rückrunde werden wir reden und schauen, ob er wieder einsteigt», hofft Sportchef Hans-Peter «Bidu» Zaugg auf ein Comeback. Altin Osmani ist beruflich neu in der Region Basel tätig und heuerte deshalb beim Zweitligisten FC Concordia Basel an. Der 29-jährige Mittelfeldspieler war in der vergangenen Saison mit zehn Treffern Solothurns zweitbester Torschütze.

Abwehrspieler Loris Micelli verbleibt beim Zweitligisten FC Härkingen. Verabschiedet haben sich Edin Hasanovic zum Ligakonkurrenten Langenthal, Shpetim Arifi, dessen neuer Klub nicht bekannt ist, sowie Robin Müller, der zum Aufsteiger Black Stars Basel wechselt. «Im Gespräch bin ich noch mit Jeffrey und Waylon Grosjean», erklärt der Sportchef. «Es geht darum, ob wir uns budgetmässig finden, und um die sportliche Seite, denn wir setzen auf der Torhüterposition auf Colin Bähler», fügt Zaugg an.

Die Offensive aufgerüstet

Die Zuzüge widerspiegeln die Erkenntnisse der letzten Saison. Im Sturm wird mit Emmanuel Mast und Loris Vernocchi aufgerüstet. «Unser neuer Trainer hat die Idee, oft mit zwei Stürmern zu spielen, deshalb die Ergänzungen zu Loïc Chatton, denn Widmer will mehr angreifen und mehr Tore sehen», so Zaugg. Der 21-jährige Mast war von Xamax an Ligakonkurrent Delsberg ausgeliehen und der ein Jahr jüngere Vernocchi kommt vom Zweitliga-Inter-Klub Konolfingen.

Der neuen Philosophie angepasst wird ebenso das Mittelfeld. «Mit Marco Mathys wollten wir nach aussen ein Zeichen setzen», begründet Zaugg. Der aus Derendingen stammende 31-jährige offensive Mittelfeldspieler war nach Concordia Basel, Biel, St. Gallen und Vaduz zuletzt vereinslos. Weitere Möglichkeiten versprechen sich die Solothurner vom 21-jährigen Arxhend Cani. Der Grenchner spielte in der vergangenen Rückrunde für den FC Langenthal; er wurde 37 Mal in Nachwuchs-Nationalteams aufgeboten, von U15 bis U21, und spielte im Nachwuchs des FC Basel, in Winterthur und beim FC Aarau.

Nebst den Grenchen-Rückkehrern Noel Anderegg und Visar Aliu ergänzt Alban Selmanaj die Defensive. Der 22-jährige Kappeler gehörte schon 2015/16 dem FCS-Kader an, trug zudem die Dresses von Basel U16, U18 und U21 sowie YF Juventus Zürich, Chiasso, Schötz und Zofingen. Zwanzig Mal kam der Untergäuer international von der U15 bis zur U17 zum Zuge. Der bisher mittrainierende 18-jährige Kilian Hari ist eine weitere Torhüter-Option.

Der Klub muss sparen

«Wir haben immer gesagt, wenn wir nicht aufsteigen, müssen wir sparen», ist Zaugg mit dem neuen Kader zufrieden. Widmer will tendenziell offensiver spielen lassen. «Wir haben versucht, ihm Spieler zur Verfügung zu stellen, die wir uns leisten können, und als Ausbildner muss er auch mit Jungen arbeiten können», unterstreicht der Sportchef. Keine Veränderungen gibt es im weiteren Staff mit Assistenztrainer Rolf Leibundgut, Torhütertrainer Gustavo Moino, Pfleger Wauti Aeschlimann und Arzt Marcello Orlandi.

Die Gruppe, neu mit dem Ost-Gruppenmeister Baden, Absteiger Wohlen und Aufsteiger Muttenz, präsentiert sich nicht einfach. «Es wird eine ziemlich ausgeglichene Meisterschaft geben», prophezeit Hans-Peter Zaugg.

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