Fussball 2. Liga

Neuer Trainer beim FC Iliria Solothurn: « Ich musste halt schon früher einspringen»

Vor seinem Wechsel zu Iliria trainierte Xhevxhet Dullaj die A-Junioren des FC Wangen

Vor seinem Wechsel zu Iliria trainierte Xhevxhet Dullaj die A-Junioren des FC Wangen

Xhevxhet Dullaj soll den FC Iliria Solothurn vor dem Abstieg aus der interregionalen 2. Liga bewahren. Er freut sich auf die neue Herausforderung und will die Solothurner nach seiner eigenen Fussball-Philosophie spielen lassen.

«Xhevi» Dullaj tritt beim FC Iliria in grosse Fussstapfen. Sein Vorgänger Perparim Redzepi bescherte den Stadt-Solothurnern in den letzten Jahren die herausragendsten Erfolge der ihrer Klubgeschichte. Vor etwas mehr als fünf Jahren hatte Redzepi die erste Mannschaft des FC Iliria in der 3. Liga übernommen.

Nach einem dritten Schlussrang 2011/12 zog der FC Iliria in der Folgesaison erstmals in die Aufstiegsspiele für die 2. Liga ein, musste dort aber Deitingen und Mümliswil den Vortritt lassen.

Ein Jahr später beim zweiten Anlauf klappte es dann: Iliria schaffte dank eines 1:0-Siegs gegen den FC Klus/Balsthal die Promotion für die höchste Regionalliga des Kantons. Nach Platz acht in der ersten Zweitliga-Saison startete Iliria in der vergangenen Spielzeit so richtig durch: Cupsieg, Zweitliga-Meistertitel und somit Aufstieg in die 2. Liga inter.

Team brauchte frischen Wind

In der Winterpause beendete der FC Iliria nun aber die Zusammenarbeit mit Perparim Redzepi. «Wir bedanken uns bei Perparim für die grossen Erfolge, die wir unter ihm feiern durften», schreibt die Vereinsleitung in der Medienmitteilung im Januar. Redzepi habe Geschichte geschrieben mit der Mannschaft und dem Klub.

Und weiter: «Mit viel Fleiss und professioneller Arbeit führte er den Verein bis in die 2. Liga inter. Der Höhepunkt seiner Amtszeit war der Double-Gewinne 2016.» Nun brauche die Mannschaft aber einen frischen Wind, um in der 2. Liga inter bestehen zu können, begründet der Verein den Trainerwechsel.

Anfrage nicht überraschend

Xhevxhet Dullaj unterschrieb bereits vor Weihnachten beim FC Iliria. Das Vertragsverhältnis wäre indes erst für die kommende Saison gedacht gewesen. «Jetzt musste ich halt schon früher einspringen», freut sich der 47-Jährige auf die neue Herausforderung.

Er war 2008 bereits für eine kurze Zeit beim FC Iliria angestellt und kennt den Verein gut. «Viele ehemalige Kollegen, mit denen ich noch selber gespielt habe, sind im Vorstand des Klubs. Deshalb war es für mich nicht überraschend, dass sie mich gefragt haben.»

Lob für den Vorgänger

Dullaj hat während seiner Trainerkarriere den FC Hägendorf in die 2. Liga inter geführt, danach den FC Egerkingen von der 4. Liga bis in die 2. Liga. Zuletzt war er Trainer der A-Junioren des FC Wangen. Er zeigte sich glücklich, jetzt wieder eine Aktivmannschaft übernehmen zu können. Dies passe besser zu ihm.

Dass er wegen der Erfolge seines Vorgängers beim FC Iliria gehörig unter Druck stehe, relativiert er: «Perparim hat in den letzten Jahren sicher viel für den Verein getan, das ist klar. Aber im Fussball geht es halt nicht immer bergauf. Ich habe meine eigene Fussball-Philosophie. Und wenn die Spieler meine Philosophie verstehen, werden wir Erfolg haben.»

Keine Rechenspiele

Sieben Punkte, dies die mickrige Ausbeute des FC Iliria in der Vorrunde der 2. Liga inter. Der Rückstand auf einen rettenden Tabellenrang beträgt vor dem Rückrundenstart sieben Zähler. «Das klingt nach viel, doch dank der Drei-Punkte-Regelung könnten wir ja bereits nach drei Spielen über dem Strich sein», hofft Dullaj.

Er will sich aber nicht auf Rechenspiele einlassen. Es werde sich am Schluss der Meisterschaft zeigen, ob sein Team genügend Punkte sammeln konnte, um oben zu bleiben. Jetzt schon zu überlegen, wie viele Punkte es für einen Nicht-Abstiegsplatz brauche, bringe nichts. «Wichtig wird vor allem sein, dass wir konditionell und mental in jedem Spiel bis zum Schluss bereit sind. Die Vorbereitung stimmt mich positiv.»

Das Trainingslager Anfang März in Benidorm sei die optimale Möglichkeit gewesen, dass sich Trainer und Team besser kennenlernten. «Die Chemie innerhalb der Mannschaft ist gut», so Dullaj, «ich weiss jetzt, wie die Spieler ticken und sie wissen, wie ich ticke.»

Zuerst Cup, dann Meisterschaft

Bevor der FC Iliria am 19. März mit dem Gastspiel beim FC Olten in die Rückrunde steigen wird, steht am Sonntag das Cupspiel gegen den SC Dornach an. Es ist dies die zweite Qualifikationsrunde für den Schweizer Cup 2017/18.

«Für den Verein ist es sehr wichtig, dass wir weiterkommen», weiss Dullaj. Ein gutes Resultat im Cup würde zudem für den Rückrundenstart Schwung verleihen. «Schauen wir mal, was passiert», gibt sich Dullaj vor dem ersten Ernstkampf gewohnt gelassen. «Wir sind daheim, haben unsere Fans im Rücken und werden es Dornach sicher nicht leicht machen.»

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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