Max Ruetschli, zuletzt mit dem FC Herzogenbuchsee in die 2. Liga inter aufgestiegen, gibt sich zuversichtlich, wenn es um die Ambitionen seines neuen Vereins geht. Der 56-jährige Coach aus Flumenthal steht seit Mitte März als Nachfolger von Hans Kodric beim Erstligisten FC Grenchen fest. «Natürlich wollen wir an der Spitze mitmischen», sagt Ruetschli, angesprochen auf die Zielsetzung.

Nächste Saison freilich sei er zufrieden, «wenn wir ohne Probleme im Mittelfeld durchkommen.» Schliesslich müsse sich die komplett neue Mannschaft (siehe Box), die zudem im Durchschnitt um drei Jahre verjüngt wurde, erst finden. «Ich denke, das wird etwas Zeit brauchen, auch wenn wir intelligente Spieler im Kader haben. Je schneller es gelingt, desto besser.»

Ehrgeiz und Leidenschaft

Trotz Zeitnot hat die neue Führungscrew des FCG es geschafft, ein auf dem Papier, kompetitives, technisch versiertes Kader zusammenzustellen. Ein Verdienst in erster Linie auch des neuen sportlichen Leiters, Peter Baumann. Der ehemals starke Mann des FFC Zuchwil 05 ist in den letzten Wochen punkto Vertragsverhandlungen intensiv durch die regionale Botanik gesaust. Mit Betonung auf regionale. Denn: «Wir haben beim Teambildungs-Prozess sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Spieler einen Bezug zum FC Grenchen beziehungsweise zur Region mitbringen», erläutert Baumann.

Leidenschaft, Einsatz, Wille, Ehrgeiz, Ambitionen, Kampfgeist und Herz – das soll den «neuen» FC Grenchen auszeichnen; ihm Erfolg bescheren und die Aktien hinsichtlich Gunst des Publikums und Bevölkerung wieder steigen lassen.

Zur Erinnerung: Nach der letztes Jahr vom Volk abgeschmetterten Abstimmung betreffend Bau eines Kunstrasens demissionierte die alte Führung per Ende Juni in globo. Die Rückrunde verkam so für den FC Grenchen auch aus sportlicher Sicht zu einem Schützenfest, wobei die Solothurner eher die Schiessbudenfiguren und die Gegner die Chilbi-Schützen abgaben. Die Statistik dazu: 15 Spiele, 3 Siege, 1 Unentschieden, 11 Niederlagen und ein Torverhältnis von 16:43.

Die Suche nach einer neuen Führungscrew und neuen Ausrichtung bestimmten, verständlicherweise, den Alltag. Und: der FC Grenchen scheint die Herausforderung gepackt zu haben. Treten die Spieler jedenfalls auf dem Rasen so auf wie die Geschäftsleitung anlässlich ihrer ersten Präsentation, dann müsste das gut kommen.

«Erb-Summe» via neuer Sponsoren

Der Kunstrasen freilich wird auch dem personell «total renovierten» FC Grenchen fehlen, wobei Max Ruetschli relativiert: «Für mich ist es zwar völlig unverständlich, dass eine Stadt wie Grenchen sich gegen einen Kunstrasen entscheidet, aber wir von der 1. Mannschaft werden mit diesem Problem klarkommen und Lösungen finden. Die, die mir leidtun, sind unsere Nachwuchsspieler respektive -trainer.»

Was den Ausfall der rund 100000 Sponsor-Franken angeht, die der bisherige Mäzen und Finanzchef Urs Erb jährlich in den Verein gesteckt hat, sagt dessen Nachfolger (als Finanzverantwortlicher) Gilbert Uebelhardt: «Wir werden mit einem tieferen Budget als zuletzt operieren. Wie viel tiefer, kann ich aber noch nicht sagen. Wir sind derzeit mit vielen möglichen Sponsoren in Verhandlung.»

Die «Erb-Summe» soll also wenn möglich durch mehrere kleinere Geldgeber «ersetzt» werden. Oder durch andere Aktionen – solche etwa: Am 14. August empfängt der FC Grenchen im Stadion Brühl die Schweizer U18-Nationalmannschaft zu einem Testspiel.