Vor einem Monat kämpfte Fabian Brander mit dem TV Schönenwerd gegen Lugano im Playoff-Final um den Schweizer-Meister-Titel. Nun wechselt der Rothrister die Fronten, er spielt in der nächsten Saison für die Südtessiner. Der erste Kontakt kam kurz nach dem letzten Finalspiel zustande. «Ich war selber überrascht, dass es so schnell ging», so Brander. Da er in den letzten Wochen mit dem Nationalteam unterwegs war, habe sich die Vertragsunterzeichnung dann doch noch ein wenig hinausgezögert. Doch nun ist alles in trockenen Tüchern. Lange habe er sich den Schritt nicht überlegen müssen: «Wenn man sieht, was Lugano in den letzten Jahren geboten hat, war die Verlockung sehr gross.»

Die anderthalb Saisons beim TVS waren für Brander, der vorher fünf Jahre bei Näfels und eine halbe Saison in Tschechien gespielt hatte, nicht wirklich zufriedenstellend. «Weil ich erst in der Hälfte dazugestossen bin, war es in der ersten Saison schwierig, mich ins Team zu spielen», blickt er zurück. Auch in der kürzlich zu Ende gegangenen Saison kam Brander zu weniger Spielzeit als erhofft. Was aber auch an den eigenen Prioritäten lag, wie er ausführt: «Ich habe mein Studium in Bewegungswissenschaften beendet und musste in den stressigen Zeiten das Volleyball etwas zurückstufen.»

Wo liegen die Grenzen?

Nach dem abgeschlossenen Studium ist Brander momentan beruflich also nicht mehr gebunden und will deshalb noch einmal durchstarten. Und zwar als Profi, denn bekannterweise haben die Luganesi ein mehr als doppelt so hohes Budget wie alle anderen NLA-Vereine. «Ich will noch einmal Vollgas geben und herausfinden, wo mein Potenzial liegt, welche Fortschritte ich noch machen kann und wo meine Grenzen sind», so Brander. Dass Lugano auch in der Champions League Ambitionen hat, sei ein weiterer Faktor für den Wechsel. Der Abschied vom TV Schönenwerd falle ihm dennoch nicht leicht: «Am meisten werde ich die Fans und die Stimmung an den Heimspielen vermissen.»